#MMC13, Tag 1

Der erste Tag des #MMC13 ist zu Ende. Für mich war es der erste Teilnahmetag an einem MOOC überhaupt, denn anders als Dörte und Monika, die mich auf diese Reise mitgenommen haben, habe ich mit MOOCs keine Erfahrungen.

Ich versuche, das Format MOOC zu verstehen. Ich mache das auf eine etwas trockene Weise: Wie sind die verschiedenen Statements oder Takes, die Kommunikationen der Teilnehmer angeordnet? Und: Wie ordnen die Teilnehmerinnen die Statements? Das Merkwürdige bei einem MOOC wie unserem ist, dass es dafür keine vorgegebene Struktur gibt. Weder die Plattform noch die Aufeinanderfolge der Sprechakte ist vorgegeben. Vorgegeben ist ein Thema, vorgegeben sind auch bestimmte digitale Artefakte wie eine Website, und vor allem ist ein zeitlicher Ablauf vorgegeben. Hinzu kommen, jedenfalls bei unserem MOOC, bestimmte Rollen wie “GastgeberIn”, “ImpulsgeberIn”, “ReflektorIn”, und bestimmte “Anlasskonversationen”, bei uns z.b. Hangouts on Air. Der ganze MOOC ist so etwas wie ein Bündel von Konversationen, für die Themen und Zeiträume festgelegt sind, und die für alle Teilnehmerinnen (und für jeden Interessierten, denn die Teilnahme kann nur aus der Beobachtung bestehen) beobachtbar sind.

Die Infrastruktur, die für einen MOOC zur Verfügung gestellt wird, definiert vor allem den zeitlichen Ablauf, und sie stellt Beobachtungsinstrumente zur Verfügung. Darüber hinaus werden nur ganz wenige Konversationen vorher geplant, und zwar um Konversationen der Teilnehmer auszulösen. Außerdem wird auf bestimmte kuratierte Inhalte zurückgegriffen, bei uns in der Form von Lektürelisten.

Anders gesagt: Ein MOOC wie dieser ist vor allem ein Rahmen für Konversationen, die selbst nicht institutionalisiert, aber beobachtbar sind. Das ist ein spezifisches Online-Format, zu dem ich kein wirkliches Gegenstück kenne. Die Begrenzung des Zeitrahmens bringt die Teilnehmer dazu, die Konversationen für sich und für andere zu organisieren. Ausgangspunkt sind wenige Start- oder Anlasskonversationen.

Die Kunst, einen MOOC zu organisieren, besteht also zu einem guten Teil darin, die Teilnehmer dazu zu bringen, ihre Konversationen selbst zu organisieren. Das ist ähnlich wie bei einem BarCamp. Diesen Prozess darf man nicht durch zu viele Vorgaben stören.