Howard Rheingolds Social-Media-Syllabus

2012 hat Howard Rheingold einen Social Media Literacies Syllabus für College-Studenten als Google Doc veröffentlicht. Er beruht auf Rheingolds Buch Net Smart. Seit Mai gibt es auch eine Version für High Schools. Die Dokumente können frei kommentiert, kopiert und weiterverwendet werden.

Rheingolds Syllabus beschreibt die am besten durchdachte und vermutlich auch die am besten erprobte Einführung in soziale Medien, die ich kenne. Ich wünschte mir, dass ich Rheingold in den letzten Jahren nicht aus der Ferne beobachtet, sondern mehr seiner Ansätze tatsächlich praktisch ausprobiert hätte. Ich habe mir den Zugang zu Rheingold selbst erschwert, weil ich mich zu sehr für die Systematik hinter seinem Konzept interessiert habe, statt für die Praxis, die er vermittelt. Ich habe mir einige Punkte notiert, auch für eine gründliche Beschäftigung mit Rheingolds Buch: Weiterlesen Howard Rheingolds Social-Media-Syllabus

"Atome duften nicht"—Byung-Chul Hans Predigt gegen die Transparenzgesellschaft

Heute habe ich Transparenzgesellschaft von Byung-Chul Han gelesen. Um einen meiner Söhne zu zitieren, der als als Junge einmal mit einem Ausflug nicht zufrieden war: Ich habe mir mehr erwartet. Das Büchlein ist eine Aneinanderreihung von kulturkritischen Klischees. Der Autor begründet nichts. Seine liebste Ausdrucksform ist der Allsatz. Kaum ein angesagter Großautor der letzten Jahrzehnte—von Agamben über Baudrillard und Sennett bis Žižek—bleibt unzitiert, aber nicht eine überraschende Quelle wird erwähnt. Über die digitale Zivilisation, die er verdammt, hat sich Byung-Chul Han nicht besser informiert als Manfred Spitzer für seine Digitale Demenz. Statt auf eine Theorie oder eine Methode greift er auf halbverstandene Autoritäten und scheinbare Selbstverständlichkeiten zurück. Meist werden Metaphern weitergesponnen. Höhepunkte sind Sätze wie Atome duften nicht [p. 55]. Weiterlesen "Atome duften nicht"—Byung-Chul Hans Predigt gegen die Transparenzgesellschaft

"Kein Licht"—zur Grazer Inszenierung

Ich brauche für mein Blog einen Neuanfang. In den letzen Monaten habe ich kaum noch darin geschrieben. Zugleich habe ich mir immer mehr vorgestellt, über die Grazer Szene, vor allem die Kulturszene zu schreiben. Wie sich das mit den Themen verträgt, mit denen ich mich sonst beschäftige, kann ich nicht sagen. Zum Glück habe ich mich immer wieder dagegen entschieden, dieses Blog einem fixen Thema zuzuordnen. Weiterlesen "Kein Licht"—zur Grazer Inszenierung