Kapfenbergs Bürgermeisterin Brigitte Schwarz wehrt sich dagegen, dass der Fachhochschulstandort Kapfenberg in Frage gestellt wird:

Die Stadt Kapfenberg hat bisher 18 Millionen Euro aus Eigenmitteln investiert, die Studien wurden in enger Zusammenarbeit mit der hiesigen Industrie entwickelt, es gibt Synergien mit der Montanuniversität Leoben.

Das ist kein Argument dafür, in Kapfenberg Studiengänge anzusiedeln, die keinerlei Bezug zur dortigen Industrie oder zur Montanuniversität Leoben haben. Die Bürgermeisterin übergeht außerdem großzügig, dass die zu ihrer Partei gehörende Bildungslandesrätin gerade fast alle bisher in Kapfenberg untergebrachten Studiengänge von dort abziehen will. Eigentlich ein Eigentor!

(Anmerkung: siehe letzter Absatz des vorangegangenen Postings)

4 thoughts on “Eigentor

  1. Ganz unabhängig davon, ob die Protestreaktionen emotional sind, begründet oder unbegründet, entsetzt und überrascht es mich doch, auf welch autoritärem Weg diese Entscheidung von den Verantwortlichen getroffen wurde und jetzt durchgesetzt werden soll. Es ist mir schleierhaft, warum Betroffene im Entscheidungsprozess ausgeklammert werden. Zählen deren Bedenken, Argumente und Erfahrungen gar nicht? Ich muss meinem Professor Heinz Wittenbrink absolut zustimmen, wenn er davon schreibt, dass die Vorgehensweise von Bildungslandesrätin Vollath nicht nur autoritär, sondern auch unpolitisch ist. In meinen Augen sind zudem überzeugende Argumente für diese Verlegung äußerst dünn gesät. Erste Reaktionen auf den entfachten Protest haben, wenn ich da zum Beispiel an den hilflos wirkenden Kommentar der Bürgermeisterin aus Kapfenberg denke, wenig Inhalt. Brigitte Schwarz meint, die Kritik an den Plänen resultiere aus dem “Neid der Zentralisten”. Ich glaube kaum, dass Neid die Emotion ist, die Studenten und Professoren zum Handeln bewegt. Vielmehr machen wir uns Sorgen um unsere Zukunft bzw. fragen uns, warum das denn bitte nötig sein soll. Und wirklich beruhigende und einleuchtende Antworten sind noch nicht gekommen! Und wenn LR Vollath damit argumentiert, dass es sich nicht um eine Verlegung in die Wüste Gobi handle, dann ist das auch kein Argument dafür, dass wir unsere Zelte in Graz abbrechen.
    Im Sinne aller Beteiligten hoffen ich, dass die weitere Diskussion sachlich und respektvoll und im Dienste der Sache weitergeführt wird.

  2. @Regina:
    Die Wüste Gobi ist da eine etwas heikle Metapher 😉
    Vielen Dank! Ein Teil des Problems sind tief eingewurzelte autoritätshörige Verhaltensweisen. Die Betroffenen wehren sich oft zu spät, zum Teil aus Furcht vor negativen Folgen, zum Teil aus Resignation.
    In den Studiengängen, die jetzt nach Kapfenberg geschickt werden sollten, hätten die Alarmglocken schon längst schrillen müssen: Die medienorientierten Studiengänge tauchten im Positionspapier der Landesregierung zur Zukunft der FH Joanneum (PDF!) nicht auf; in den Clustern oder Fachbereichen, die jetzt eingerichtet werden sollen, finden sie sich nicht. Das wurde mit den nicht nur Betroffenen, sondern auch Sachkundigen nicht einmal diskutiert.
    Es gäbe noch mehr zu sagen, vor allem über zum Thema der Gestaltung der Hochschulautonomie an der FH Joanneum. Aber immerhin besteht nach dem PR-Desaster um das Studien- und Standortkonzept eine Chance, die Entscheidungen, die nach dem Regierungswechsel getroffen wurden, zu revidieren.

  3. Ich schätze, auch wir Studenten müssen uns künftig für Dinge, die die Zukunft der FH betreffen, mehr interessieren und wachsamer sein. Sonst ist es zu einem Teil auch unsere Schuld, wenn wir plötzlich vor vollendete Tatsachen gestellt werden…. ich sehe schon, das gibt noch viel Diskussionsstoff auf der FH!

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