Brian Stelter beschreibt in der New York Times, wie junge Leute in Amerika sich über den Vorwahlkampf, vor allem über Barack Obama informieren: Finding Political News Online, the Young Pass It On [via Sebastien Provencher]. Fast wie in einem Lehrbuch zeigt der Bericht, wie soziale Medien funktionieren: Empfehlungen durch die User in sozialen Netzwerken treten an die Stelle der Filterung und Sortierung durch Journalisten in den klassischen Medien. Eine Person gibt ein Link an die nächste weiter, und entsprechend dem Prinzip der six degrees of separation erreicht eine Nachricht ihre Adressaten.

If the news is important, it will find me,

sagt jemand von den befragten Studenten. Mathew Ingram hebt diesen Satz in seiner Analyse von Stelters Artikel hervor. Wie Ingram finde ich, dass jeder Medieninteressierte Stelters Artikel lesen sollte.

Die Links, die weitergegeben werden, verweisen öfter auf Originalquellen wie die Obama-Videos bei YouTube oder das Transskript einer Rede als auf Zeitungsartikel. Es kommt zu einem offenen Netz von Originalquellen, Links (dazu Newsfeeds) und sozialen Netzwerken, durch das sich die Rollen von politischen Akteuren, Vermittlern (Journalisten) und Empfängern (the people formerly known as the audience) von der Rollenverteilung bei den Broadcast-Medien deutlich unterscheiden. Offenbar werden diese neuen Kommunikationsnetze im amerikanischen Wahlkampf zum ersten Mal massenwirksam, es beteiligen sich dreimal so viele Leute unter 30 an den demokratischen Vorwahlen als vor vier Jahren.

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