Ich blogge manchmal über meinen Arbeitgeber, die FH Joanneum, und ich möchte es auch weiterhin tun. Wie weit darf ich dabei in der Kritik gehen? An der FH gibt es keine blogging policy oder gar Richtlinien für Blogger. Deshalb suche ich bei anderen Firmen nach Vorbildern, Beispielen und Argumentationshilfen. (Dass an der FH als einem öffentlichen Unternehmen und einer Hochschule besondere Regeln gelten müssen, habe ich neulich schon geschrieben.)

Lesenswert (und IBM-typisch sympathisch/betulich/ausführlich) sind die IBM blogging guidelines. Sie sollen das Bloggen erleichtern und nicht erschweren. to learn und to contribute sind oberste Werte.

Ein schöner Satz aus den Guidelines — man wünscht sich, er würde endlich zur Binsenweisheit werden:

As our business activities increasingly focus on the provision of transformational insight and high-value innovation – whether to business clients or those in the public, educational or health sectors – it becomes increasingly important for IBM and IBMers to share with the world the exciting things we’re doing learning and doing, and to learn from others.

Interessant ist übrigens, dass Bloggen bei IBM ausdrücklich nicht als Bestandteil der Public Relations angesehen wird, jedenfalls nicht im Normalfall.

IBMers should not use this medium for covert marketing or public relations. If and when members of IBM’s Communications, Marketing, Sales or other functions engaged in advocacy for the company have the authorization to participate in blogs, they should identify themselves as such.

Die Qualität dieser Richtlinien lässt sich erklären. Sie wurden nicht vom Management oder einer Abteilung für Unternehmenskommunikation entwickelt, sondern von erfahrenen IBM-Bloggern in einem Wiki. James Snell beschreibt den Prozess und auch das öffentliche Echo. (Interessante Links in den Reaktionen auf Senlles Posting)

Die Guidelines verweisen auf die IBM Business conduct guidelines. Beide fordern, dass öffentliche Äußerungen deutlich erkennbar im eigenen Namen erfolgen müssen; ein Angestellter darf nicht als Firmenmitglied sprechen, wenn er nicht dazu autorisiert ist.

Wieviel Kritik an IBM geduldet wird, bleibt offen. Am deutlichsten ist die Formulierung der Guidelines:

Further, blogs hosted outside of IBM’s protected Intranet environment must never be used for internal communications among fellow employees. It is fine for IBMers to disagree, but please don’t use your external blog to air your differences in an inappropriate manner.

Was appropriate und was inappropriate ist, muss wohl immer wieder ausgehandelt werden. Wie ein solcher Verhandlungsprozess aussehen kann (muss?), erklärt Sam Ruby, einer der IBM-Mitarbeiter mit einem Blog outside of IBM’s protected Intranet environment:

One of my early managers once shared with me the following piece of advice: if you don’t get your hand slapped at least twice a year, you aren’t pushing the boundaries hard enough.

One thought on “"if you don't get your hand slapped at least twice a year, you aren't pushing the boundaries hard enough."

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