Fassade aus Bambus. Bild: https://pxhere.com/en/photo/1130225

Gleich zu Beginn des letzten Falter-Podcasts Klima und Corona – die Geschichte zweier Krisen1 spricht Hans-Jörg Schellnhuber vom Bauen als dem Elefant im Klimaraum. Ca 40% aller Treibhausgasemissionen hängen direkt oder indirekt mit Gebäuden und dem Bauen zusammen. Beim Bauen und Wohnen, öffentlich und privat, werden die Veränderungen eines neuen Klimaregimes wahrscheinlich deutlicher im Alltag spürbar sein als in jedem anderen gesellschaftlichen Bereich. Trotzdem beschäftigt sich die öffentliche Diskussion viel weniger mit dem Bauen als mit der Mobilität und der Ernährung. Ein Grund dafür ist vielleicht, dass unsere Wohnformen und die Nutzung von öffentlichen Gebäuden und Infrastrukturen uns noch selbstverständlicher sind als die Mobilität und die Ernährung, bei denen wir als Einzelne mehrfach am Tag Entscheidungen treffen oder treffen können. Ein anderer ist möglicherweise, dass das Bauen sehr eng mit anderen Bereichen, z.B. der Energienutzung und den Beziehungen von Arbeit und Freizeit, verbunden ist, so dass es oft nicht selbst zum Thema wird.

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Beim Klimareporter weist Linda Schneider auf eine neue Studie der Heinrich-Böll-Stiftung und des Konzeptwerks Neue Ökonomie hin, an der sie selbst mitgearbeitet hat: das Societal Transformation Scenario for Staying Below 1.5°C. Die Studie zeigt, wie das 1,5° Ziel durch eine Degrowth-Strategie erreicht werden kann.

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This file is licensed under the Creative Commons Attribution 3.0 Unported license. Illegale Colatn-Mine. Fotograf: CarlosE Duarte, Quelle: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Mineria_Ilegal_de_Coltan_en_Zancudo,Guania-_panoramio.jpg

Ist Contentstrategie als eine Disziplin möglich, die nicht direkt oder indirekt an weiteres Wachstum von Unternehmen und Wirtschaft gebunden ist? Hier Überlegungen dazu—zunächst ohne Belege und Verlinkung, in der Hoffnung, dass sie in dieser oder einer weiter entwickelten Form Diskussionen anregen.

Drei vergleichbare Industrien

In den vergangenen Monaten habe ich mich aus unterschiedlichen Anlässen über den ökologischen Fußabdruck verschiedener Industrien informiert: der Luftfahrt, des Computing und der Bauindustrie. Vor allem beim Lesen von Publikationen über das Baumaterial Beton ist mir aufgefallen, dass alle drei Branchen sehr viele Gemeinsamkeiten haben:

  • Alle drei haben einen erheblichen CO2-Fußabdruck, der allerdings weniger auffällt als der anderer Branchen.
  • Bei allen dreien ist das zukünftige Wachstum noch problematischer als die—ebenfalls enormen—aktuellen Folgen.
  • Alle drei Branchen verweisen auf kommende einschneidende Innovationen und Veränderungen, um ihren aktuellen ökologischen Fußabdruck zu rechtfertigen.
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Bruttosozialprodukt, CO2-Emissionen und globaler materieller Fußabdruck 1970-2029, Daten: https://www.resourcepanel.org/global-material-flows-database, http://www.globalcarbonatlas.org and https://data.worldbank.org; Quelle: https://doi.org/10.1038/s41467-020-16941-y

Wie in jedem Jahr, seit ich an der FH Joanneum arbeite, unterrichte ich in diesem Herbst in einem Kurs zur Einführung in HTML. Und wie in jedem Jahr überlege ich, was dabei für Nicht-Entwickler wichtig ist. Geändert hat sich, dass ich auch bei einem Thema wie HTML den Hintergrund der ökologischen Krisen nicht mehr ignoriere. Lässt sich HTML aus dem Zusammenhang einer Wirtschaft lösen, die den materiellen Ressourcenverbrauch ständig und mit wachsenden Unterschieden zwischen Reichen und Armen steigert?

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In der letzten Woche habe ich mich mit der 2. Forderung von Extinction Rebellion (Act Now!) beschäftigt. Anlass war ein Gespräch mit Gottfried Kirchengast, das wir für den XR-Podcast geführt haben. Ich habe vor allem in Kapitel 2 des IPCC-Sonderberichts Global Warming of 1.5 ºC von 2018 gelesen, in dem verschiedene Pfade zu einer Begrenzung der Erderhitzung beschrieben werden.

Ich denke darüber nach, was eine Bewegung wie Extinction Rebellion, einen Teil der radikalen Klima- und Ökologiebewegung, von den vielen Ansätzen unterscheidet, die Klimakrise vorsichtiger zu bekämpfen. Diese Ansätze kann man als konservativ bezeichnen.

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Danke, @ManuelaSeubert, für diesen Beitrag! Einiges zu meiner Session kommt mir klarer vor, als ich es gesagt habe.

In meiner digitalen Bibliothek habe ich jetzt drei makroökonomische Studien zur Machbarkeit einer Postwachstums-Wirtschaft in einzelnen Ländern, nämlich zu Frankreich (D’Alessandro et al. 2020), Italien (D’Alessandro et al. 2020) und Kanada (Jackson and Victor 2020).

Nachweise

D’Alessandro, Simone, André Cieplinski, Pietro Guarnieri, and Distefano, Tiziano. 2020. “Coupling Environmental Transition and Social Prosperity:a Scenario-Analysis of the Italian Case.” Discussion Papers del Dipartimento di Scienze Economiche –Università di Pisa, n. 256. http://www-dse.ec.unipi.it/ricerca/discussion-papers.htm.
D’Alessandro, Simone, André Cieplinski, Tiziano Distefano, and Kristofer Dittmer. 2020. “Feasible Alternatives to Green Growth.” Nature Sustainability, March. doi:10.1038/s41893-020-0484-y.
Jackson, Tim, and Peter A. Victor. 2020. “The Transition to a Sustainable Prosperity-A Stock-Flow-Consistent Ecological Macroeconomic Model for Canada.” Ecological Economics 177 (November): 106787. doi:10.1016/j.ecolecon.2020.106787.