"Nothing at Facebook is somebody else's problem"

Plakate in den Facebook-Büros in London
Wir waren am Mittwoch mit den Studierenden von #cos16 bei Facebook London und konnten uns dort mit John McGarvey, Edd White, Liam O’Neill und Mike Atherton vom Content-Strategie-Team unterhalten. Sie haben uns vor allem beschrieben, wie ihr täglicher Job aussieht, und wie sie in den Teams bei Facebook mit Codern und Designern zusammenarbeiten. Weiterlesen "Nothing at Facebook is somebody else's problem"

Web Authoring unterrichten mit Thimble

Wie in allen vergangenen Jahren gebe ich in dieser Woche wieder eine Einführung in HTML für die Bachelor-Studenten von JPR. In den letzten Jahren habe ich diesen Kurs zusammen mit Jutta Pauschenwein gegeben, dieses Mal — Jutta ist in einem Sabbatical — unterrichte ich mit Eva Goldgruber. Weiterlesen Web Authoring unterrichten mit Thimble

Aufnahmegespräche für den Studiengang Content-Strategie

Wir hatten gestern die zweite Runde der Aufnahmegespräche für den Studiengang Content-Strategie. Dazu hat mich Katrin Burgstaller gefragt:

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Mein neuer Job: Studiengangsleitung Content-Strategie

Vom 1. Juli an werde ich den neuen Studiengang Content-Strategie und digitale Kommunikation an der FH Joanneum leiten. Gestern habe ich den Vertrag unterschrieben. Ich habe mich gefreut, dass ich nach einem nicht ganz einfachen Hearing auf diese Stelle berufen wurde. Ich habe trotzdem gezögert zu unterschreiben, weil ich auch ein Angebot von einer deutschen Hochschule hatte. Weiterlesen Mein neuer Job: Studiengangsleitung Content-Strategie

Content first!—Kleine Leseliste

Die FH Joanneum will im kommenden Jahr mit einem neuen Auftritt ins Web gehen; wir sind intensiv bei den Vorbereitungen. Grundlegend ist eine Content-Strategie, für die vor allem Brigitte Alice Radl schon sehr viel gearbeitet hat (Präsentationen hier). Klar ist auch, dass wir der Devise Mobile first! folgen werden. Viel zu spät bin ich auf eine Linie im Webdesign gestoßen, die man am besten mit Content first! überschreiben kann. Contentstrategie und Priorität für das mobile Web kommen in ihr zusammen. Weiterlesen Content first!—Kleine Leseliste

Masterstudium Contentstrategie: Vorschlag für ein Curriculum

Im Herbst 2014 können wir an der FH Joanneum einen Masterstudiengang Contentstrategie und digitale Kommunikation starten. Das österreichische Wissenschaftsministerium hat zugesagt, die Studienplätze zu finanzieren. Wir haben auch das OK vom Land, dem die FH gehört und das sie mitfinanziert. Jetzt müssen wir bis Oktober einen Akkreditierungsantrag an die AQ Austria schreiben. Dafür ist ein Entwicklungsteam aus externen Experten und Mitgliedern unseres Studiengangs verantwortlich.

Der ganze Entwicklungsprozess soll so offen wie möglich stattfinden. Auch der Studiengang selbst soll nach außen offen sein. Die Formen dazu müssen wir noch finden. Hier, in meinem persönlichen Blog, möchte ich jetzt meine Ideen zu dem neuen Studiengang formulieren, um sie dann in die Diskussion einzubringen. Weiterlesen Masterstudium Contentstrategie: Vorschlag für ein Curriculum

Studiengangsjubiläum

In der letzten Woche hat unser Studiengang sein zehnjähriges Bestehen gefeiert. Es waren ein paar intensive Tage—nicht nur durch die Feiern am Tag selbst und den Start unserer Kooperation mit der Kleine Zeitung Akademie am Vorabend, sondern auch durch die vielen Gespräche mit Kollegen und Absolventen, die nach Graz gekommen waren. Weiterlesen Studiengangsjubiläum

Warum ich für das Kollegium der FH Joanneum kandidiere

Morgen und am Montag wird das neue Fachhochschulkollegium der FH Joanneum gewählt. Ich war in der vorletzten Wahlperiode Mitglied des Kollegiums und habe mich jetzt entschieden wieder zu kandidieren. Das neue österreichische Fachhochschul-Studiengesetz macht das Kollegium zu einem schlankeren und wohl auch effizienteren Gremium. Der Einfluss der Vertreter des Lehr- und Forschungspersonals—für einen dieser Sitze kandidiere ich—ist größer als bisher. Die Aufgaben des Kollegiums werden im Gesetz festgelegt; es ist vor allem für die Organisation und die Qualität der Lehre verantwortlich.

Die Ziele, die ich im Kollegium verfolgen möchte, hängen eng mit Themen zusammen, mit denen ich mich auch in Lehre und Forschung beschäftige: Veränderungen von Firmen und Organisationen durch das Netz und Transparenz.

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Die Presse, der Shitstorm und Michael Fleischhacker

Gestern befasste sich das Arbeitsgericht zum ersten Mal mit der und das heute in der „Presse“ weiter verspritzt wird, soll meine Reputation schädigen. Umgekehrt will ich—wie meine Vorgesetzten—nicht weiter eskalieren und einen Vergleich nicht behindern.
Ich halte mich deshalb zurück und äußere mich nur, weil mir Michael Fleischhacker in seiner Antwort an Heinz Fischer vorhält:

Eine Kampagne ist das, was Dein Kollege Heinz Wittenbrink auf seinem Weblog veranstaltet. Aber das ist in Ordnung, ich nehme an, bei Euch lernen die Studenten, dass das Web seine eigenen Gesetze hat.

Fleischhackers Angriff wirft für mich zwei Fragen auf:

  1. Wann werden Online-Publikationen von Beteiligten, die ihre Standpunkte offen vertreten und sich gegen andere Darstellungen wehren, eine Kampagne?
  2. Findet Printjournalismus, etwa in der Presse, jenseits der Niederungen der interessengeleiteten Kommunikation statt?

Ich kann diese Fragen hier nicht beantworten. Sie betreffen Grundlagen des Journalismus und der Online-Kommunikation. In einer Diskussion würde ich versuchen, folgende Position zu vertreten:

  1. Online-Publikationen, Äußerungen im Web, sind situiert, sie gehören in einen Kontext, drücken Interessen aus wie Publikationen und Äußerungen in anderen Medien auch. Zu einer Kampagne im negativen Sinn des Worts werden sie, wenn sie Informationen und Gegenstandpunkte bewusst verschweigen oder falsch darstellen, also auf etwas anderes als eine dialogische Klärung von Sachverhalten abzielen. Umgekehrt ist es gerade online möglich, dass alle Beteiligten zu Wort kommen und sich jeder Interessierte selbst ein Bild machen kann. Online-Medien sind tendenziell transparenter und weniger kontrollierbar als die alten Massenmedien. Wegen ihrer Unkontrollierbarkeit warnen manche Fachleute für Online-PR davor, überhaupt von Social Media-Kampagnen zu sprechen.
  2. Professionelle Journalisten haben keinen privilegierten Zugang zur Wahrheit, die journalistische Kunst, von der Fleischhacker spricht, ist ein Mythos. Die technischen und wirtschaftlichen Zwänge der alten Massenmedien, die von Journalisten bedient werden, zwingen dazu, Informationen in einem hohen Maß zu verdichten und zugleich zu popularisieren. Journalisten manipulieren nicht weniger, sondern mehr als andere Kommunizierende. Sie werden ihrerseits leichter und lieber manipuliert als andere, weil sie oft für Leute sprechen sollen, die selbst nicht sprechen wollen, und weil sie zu einem Publikum sprechen dürfen, das selbst nicht sprechen kann (besser: nicht konnte, bevor es das Web gab).

Zurück zu den Angriffen auf unseren Studiengang: Die Studierenden, meine Kollegen und ich selbst—wir haben uns bisher bei Publikationen im Netz sehr zurückgehalten. Wir haben nie versucht, Leute, die andere Positionen vertreten, juristisch oder durch anderen Druck daran zu hindern sich zu äußern. Wer uns kritisieren will, kann dies tun—z.B. in Kommentaren zu unseren Blogs oder auch auf Facebook. Wer das als Kampagnen beschimpft, fürchtet die offene Kommunikation. Immer deutlicher wird: Die Angst vor Transparenz und Kritik ist der Ursprung dieses ganzen shitstorm.
Michael Fleischhacker macht in seiner Antwort auf Fischer schlechte PR statt guten Journalismus. Der Chefredakteur/Geschäftsführer stellt sich vor Mitarbeiter seines Unternehmens, aber ohne Argumente. Ein Minimum an Recherche hätte ergeben, dass M.B. selbst dem Wissenschaftsministerium genau die Dokumente zugeschickt hat, die jetzt der Presse vorliegen, und damit eine Kampagne gestartet hat. Sie hätte auch ergeben, dass er nachträglich behauptet, für seine Kritik am Aufnahmeverfahren des Studiengangs gekündigt worden zu sein, obwohl er in diesen Unterlagen feststellt, dass er von den angeblichen Unregelmäßigkeiten nichts gewusst hat. Ein Minimum an Transparenz hätte den Lesern der Presse nicht verschwiegen, dass der Artikel von einem guten Bekannten des Betroffenen mitverfasst wurde.
Das alles mag in Ordnung sein. Unsere Studenten lernen jedenfalls, dass die Presse ihre eigenen Gesetze hat.
(Bemerkung: Ich habe bewusst nicht vor dem Gerichtstermin gestern auf Michael Fleischhackers Replik geantwortet. Ich wollte die Verhandlungsposition der FH nicht schwächen. Ich werde mich auch in Zukunft nur zurückhaltend äußern, mich aber von Drohungen mit juristischen Schritten nicht beeindrucken lassen. Wer Angst vor der Öffentlichkeit hat, soll sie nicht suchen.)
Update, 28.10.2010: Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen Heinz Fischer inzwischen eingestellt.

Sollten Deine öffentlichen Kommunikationsbedürfnisse fürs Erste befriedigt sein

Michael Fleischhacker hat auf den Brief, den mein Chef Heinz M. Fischer ihm gestern geschrieben hat, geantwortet. Sein Text im Folgenden. Meine öffentlichen Kommunikationsbedürfnisse sind noch nicht befriedigt. Bald mehr.

Lieber Heinz,

den eher ungelenken polemischen Teil Deines Mails übergehe ich, weil ich Verständnis habe für die unangenehme Situation, in die Dich unser Bericht gebracht hat.

Also nur einige sachliche Feststellungen:

1) Christoph Schwarz hat diese Geschichte nach allen Regeln der journalistischen Kunst gemacht. Genau so geht man mit Material, das einem zugespielt wird, um: Man fragt alle Beteiligten und lässt alle Beteiligten zu Wort kommen. Den Beschuldigten besonders ausführlich.

2) Dass es sich um eine Kampagne gegen Dich oder die FH handeln soll, ist lächerlich. Warum sollten wir das tun? Eine Kampagne ist das, was Dein Kollege Heinz Wittenbrink auf seinem Weblog veranstaltet. Aber das ist in Ordnung, ich nehme an, bei Euch lernen die Studenten, dass das Web seine eigenen Gesetze hat.

3) Ob an den Vorwürfen etwas dran ist, werden wir erst wissen, wenn der interne Revisionsbericht veröffentlicht wird. Ich gehe davon aus, dass Du Deine Arbeit korrekt machst und wir daher gemeinsam Interesse an einer Klärung haben. Wenn Du bei Deinen Bemühungen, für Transparenz und Klarheit zu sorgen, Hilfe brauchst: jederzeit.

Sollten Deine öffentlichen Kommunikationsbedürfnisse fürs Erste befriedigt sein, können wir uns gern auch einmal unter vier Augen unterhalten. Muss aber nicht sein. Ganz wie Du willst.

Mit freundlichen Grüßen, Michael


Michael Fleischhacker
Chefredakteur/Geschäftsführer

Ergänzung, 17.4.:

Chris bringt es auf den Punkt:

Kein Wald ist Michael Fleischhacker zu finster, wenn es darum geht, ängstlichen Kindern die Presse-üblichen Regeln journalistischer Kunst zu erläutern; das anlassgebende Meisterstück steht zur Nachlese bereit und sei jedem Anwärter auf einen Posten als Ein- und Anheizer in der lokalen Gerüchteküche als Exempel wärmstens empfohlen.

Heisst es.

Update, 28.10.2010: Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen gegen Heinz Fischer inzwischen eingestellt.