Habe heute ein paar Links zu Facebook gesammelt und mich versuchsweise registriert. Ich will die Möglichkeiten der Plattform kennenlernen, die Facebook gerade erst für externe Entwickler geöffnet hat. Mich interessiert natürlich auch, ob sich Facebook für den Unterricht verwenden lässt. Zwei Gegenargumente, die sich schwer aus dem Weg räumen lassen:

  1. Es handelt sich um eine proprietäre Plattform. Es gibt keine Sicherheit für die Daten, und der Dienst kann jederzeit kostenpflichtig werden. Worauf man sich bei Facebook einlässt, ist in diesem Kommentar auf drupal.org gut zusammengefasst.
  2. Facebook ist eine Plattform für Studenten. Die werden sich bedanken, wenn sich plötzlich Lehrer und Professoren unter ihre Freunde mischen.

Unabhängig davon ist es äußerst spannend,sich mit den Möglichkeiten von Facebook zu beschäftigen. Eine ganze Reihe von Services [sind bereits integriert](integriert](http://mashable.com/2007/05/24/facebook-platform-30-apps/ “Facebook Platform: 30+ Awesome Applications for Facebook”), so dass man seine Facebook-Seite als eine Art digital hub verwenden kann. Bemerkenswert ist auch, dass Facebook-Gründer Mark Zuckerberg [explizit von einem social graph als Basis des gesamten Service und seiner Erweiterungen](http://blogs.zdnet.com/BTL/?p=5156 “Facebook’s Zuckerberg uncorks the social graph | Between the Lines | ZDNet.com”
) ausgeht. Vielleicht entwickelt sich Facebook tatsächlich zu einer Art Google unter den Social Network Sites.

Weit mehr als eine Visualisierungssoftware:

[thx chris!]

fidg’t verbindet soziale Netze über Meta-Kontakte. (Ich habe auf der fidg’t-Site keinen Hinweis auf OpenId gefunden. Das wäre vielleicht der nächste Schritt.)

Interessant ist, wie hier soziale Netze und mediale Netze zusammen dargestellt werden. (Vielleicht sehe ich dieses Thema auch nur selbst überall… -> people centered navigation, Jan van Dijk).

Mit Tag-Magneten lässt sich interaktiv beobachten, wie ein soziales Netz auf bestimmte Themen reagiert. Mit media streams verwende ich ein soziales Netz als Informationsfilter.

Hintergrund: Interview with Eduardo Sciammarella, PROTOMOBL. So vieldimensional wie das Konzept, so global (u.a. China, Korea, Japan, Ukraine) ist der Business-Ansatz. Zitate:

Well, the application is built around a buddy list. The idea there is to say that the most important thing on your phone is your contact list. Not a grid of applications.

The blogging side is also about user generated content–the fact that 60% of content the IM generation consumes is self-generated. That’s something we’re addressing as well.

Wikipedia: Eduardo Sciammarella. Sciammarella war einer der wichtigsten Designer bei Sony, u.a. Director Advanced Interface at Sony Pictures Digital.

Nur ein kurzer Hinweis (wegen akuter Tagesüberfüllung) auf Chris Langreiters und Gernot Tscherteus Projekt Mememapper: analytische Kartographie der Blogosphäre, extrem interessant aus vielen Perspektiven (u.a. selbstorganisierende Lernumgebungen, Blog-Tracking). Zur Zeit gibt es &mdash außer detaillierten Beschreibungen des Konzepts — ein

weblog about all kinds of maps — with a focus on information diffusion maps [mememapper » About].

Auf der Ed-Media 2007 wird ein Symposium zu dem Thema

Getting beyond centralized technologies in higher education

stattfinden. Aus der Beschreibung:

Recently, notions of personal learning environments (PLEs) have been brought forward and discussed as a viable alternative to the centralized approach to technological support for teaching and studying that most educational institutions employ. [Seblogging :: :: by Sebastian Fiedler.]

Zu den Teilnehmern gehört auch George Siemens.

Das Konzept des Personal Learning Environment hat eine ähnliche Begründung wie das des Vendor Relationship Management. Bei beiden werden die (digital abgebildeten oder organisierten) Aktivitäten vom Benutzer aus strukturiert. Das Modell lässt sich auf jede Art von Kommunikation im Web übertragen und erfordert dann eine auch technisch realisierte digitale Identität.