Eine Folge der Entfernung Maduros durch die USA: Der italienische Konzern Eni, der schon lange in Venezuela aktiv ist, intensiviert die Schwerölförderung im Orinocogebiet (Bonotti, 2026d). Bereits im März hatten Eni und die spanische Ölgesellschaft Repsol vereinbart, ab 2031 Flüssiggas aus dem Offshore-Projekt La Perla zu exportieren (Bonotti, 2026c).
Ich habe in der Repubblica mehrere Artikel zu den Aktivitäten von Eni in Venezuela nach Maduro gelesen (siehe die Links unten). Sie sind ein drastisches Beispiel für ungebremste fossile Expansion und Material für eine Fallstudie dazu, warum die globale Erhitzung beschleunigt statt gestoppt wird. Verantwortlich sind – man kann es nicht anders sagen – kriminell agierende Unternehmen und kriminell agierende Politiker gemeinsam. Dabei sind die geopolitischen Machtverhältnisse immer mitentscheidend.
Eni gehörte zu den Firmen, die Trump nach seiner Attacke Investitionen in die venezolanische Ölindustrie zugesagt haben (Greco, 2026). Die venezolanische Regierung änderte ihre Gesetze, und die USA gaben der Firma als faktische Kolonialmacht eine Lizenz, die Öl- und Gasvorkommen Venezuelas in großem Umfang auszubeuten (Bonotti, 2026a). Darauf schlossen Eni und Repsol ein Abkommen mit dem venezolanischen Staat, das die Basis für die geplante Expansion ist (Bonotti, 2026b).
Die Artikel in der Repubblica kommentieren nichts, und – wie in der Mainstream-Wirtschaftsberichtserstattung üblich – erwähnen sie nicht, dass die Erschließung neuer Öl- und Gasvorkommen nicht mit dem Pariser Abkommen vereinbar ist. Die Politik der Eni ist ein Beispiel dafür, wie Öl- und Gasfirmen die europäische Klimapolitik unterlaufen, in enger Zusammenarbeit mit antidemokratischen Akteuren außerhalb von Europa und mit neokolonialistischer Politik. Hier in Österreich handeln die OMV – wie Eni zum Teil im staatlichen Besitz – und ihre Partner in den Emiraten nicht anders.