Die eigenartig ins Leere gehende Argumentation von Eric Frey zum Rechenzentrum in verstehe ich als Ausdruck eines (liberalen) Dilemmas: Frey will den Glauben an technischen Fortschritt und globale Vernetzung nicht aufgeben. Er kann deshalb nicht klar sagen, dass dieses Rechenzentrum vielleicht einem US-Konzern nutzen, aber gerade deshalb der europäischen IT-Branche schaden würde, die öffentliche Investitionen in eine hoffentlich offene Infrastruktur braucht. Und er kann die ökologischen Folgen dieser nächsten Drehung der Wachstumsschraube nicht deutlich benennen. Es bleibt dann nur ein vages Einverständnis mit den poderes facticos. Und die Klage über den kurzsichtigen lokalen Widerstand der Menschen, die die Lebensvoraussetzungen in ihrer Region gegen einen globalen Konzern verteidigen [Beim Rechenzentrum in Kronstorf geht es auch um die Zukunft Europas – Eric Frey – derStandard.at › Diskurs].

BTW: Freys Satz „Darüber herrscht unter Entscheidungsträgern weitgehend Einigkeit in“ wäre ein guter Titel für ein trauriges und wütendes Buch zur globalen Erhitzung.

In diesem Post versuche ich ausgehend von aktuellen Texten die folgende Überlegung zu formulieren:

  • Der beste Ausgangspunkt zum Verständnis der Beziehungen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft einerseits und globaler Erhitzung andererseits sind die Energie- und Materialströme, die den wirtschaftlichen Durchsatz (Throughput) bilden.
  • Die Dynamik dieser Energie- und Materialströme ist gekoppelt an Größe und Wachstum der materiellen Infrastruktur, der Stocks (Bestände) oder Technomasse.
  • Die Infrastruktur oder Technomasse ist nicht nur durch ihren Umfang der wichtigste Faktor bei der Verursachung der globalen Erhitzung (und anderer Überschreitungen der planetaren Grenzen). Sie hat eine Eigendynamik, die die globale Erhitzung vorantreibt.
  • Eine Schlüsselfrage für das Handeln gegen die globale Erhitzung ist damit, welche Natur diese Eigendynamik hat. Eine mehrfach vorgeschlagene Antwort auf diese Frage ist, dass die Technosphäre ihre eigene Entwicklung und ihr Wachstum steuert.
  • Eine „soziale Ökologie“, die gesellschaftliche Veränderungen als Voraussetzung der Begrenzung der globale Erhitzung sieht, braucht gegen die „Technosphären-Option“ neue Argumentationen, die die Eigendynamik der gesellschaftlichen Artefakte nicht wegrelativieren.
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Dazu kommen die Scharniermedien aus dem Hause Springer, die dieselbe Empörung in konservativere Kreise tragen. Was diese Häuser produzieren, ist im „Geistschreiber“ schon der Rohstoff. Das Tool automatisiert, was das Rechtsaußen-Medienökosystem ohnehin liefert – und verstärkt es mit KI-generierten Botschaften.[Propaganda-by-Design: Wir haben uns das KI-Kampagnentool der AfD näher angeschaut – Zentrum für Digitalrechte und Demokratie]

Ergänzung (aus einem wichtigen Artikel von Markus Beckedahl) zum von Peter Jelinek geteilten Post über mögliche Gespräche von Springer-Chef Döpfner und Friedrich Merz:

Nach „please stärke die FDP“ nun eine direkte Warnung an den Kanzler, der eine Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch ausschließt: nur „über meine Leiche“.

Döpfers Warnung: „Das werden Sie noch bereuen.“

spiegel.de/politik/deutschland

Ich habe mir gerade den ZIB-Talk vor der Wahl hier in Graz angesehen. Immerhin eine ganze Stunde mit den Spitzenkandidatinnen der linken Parteien und den Spitzenkandidaten (alle männlich, auch in ihrer Kommunikation) der Opposition.

Klima und Ökologie wurden nicht einmal erwähnt. Auch Judith Schwentner, die eine engagierte Klimapolitikerin ist, sprach nur vom Grün in der Innenstadt. Indirekt kreiste nur die kurze Diskussion um die Verkehrspolitik um Klimaschutz und Klimaanpassung. Aber auch da war ausdrücklich nur von der Aufteilung des Platzes auf die verschiedenen Verkehrsformen die Rede. Michael Winter, Vertreter einer wissenschaftsfeindlichen Kleinstpartei, warf den Grünen Autolenker-Feindschaft vor.

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Sie formuliert es knapp, aber richtig:

Die liberalen Politiker, die uns seit Jahrzehnten regieren, haben unseren einzigen und einzigartigen bewohnbaren Planeten an den Rand des Abgrunds gebracht.

Reblog via Marine Tondelier

Merci Emmanuel Macron, on sait qu’il faut boire pendant la canicule.

Ces messages de prévention sont nécessaires.

Mais martelés seuls, ils dépolitisent un phénomène dont les causes sont éminemment politiques.

Oui, cette canicule est le résultat de choix politiques et économiques.

Dans un monde qui ne serait pas régenté par un capitalisme et un extractivisme fossile qui crament la planète par tous les bouts, elle n’existerait tout simplement pas.

Les dirigeants libéraux qui nous gouvernent depuis des décennies ont amené notre seule et unique planète habitable au bord du gouffre.

Fediverse Reactions