Heute sind die Parlamentswahlen in Ungarn. Ich war selten so gespannt auf ein Wahlergebnis. Ein Grund dafür ist, dass das Orbánregime ein Vorbild für die FPÖ und auch für die Gruppe um Sebastian Kurz ist. Mit ihrem Ziel der Festung Österreich und hier bei uns der Bastion Steiermark, wie es der Soziallandesrat Amesbauer formuliert hat, arbeitet die FPÖ an einem autoritären Staat nach dem Muster Ungarns unter der FIDESZ.

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Durch ein ein taz-interview heute (Arnold, 2026) bin ich auf Guido Arnold gestoßen, der von rechten Hetzmedien für die Anschläge der Vulkan-Gruppe verantwortlich gemacht wird. Arnold sagt ein paar intelligente Dinge, z.B. zu Technologien wie der „künstlichen Intelligenz“:

Natürlich kann sich aus unseren Analysen der Wunsch ableiten, ins Handeln zu kommen – weil wir ansonsten vor einer antidemokratischen Zukunft stehen. Und wenn wir sehen, mit welcher Geschwindigkeit diese Entwicklung voranschreitet, ist doch klar, dass wir diese technokratische Zukunftsideologie sabotieren müssen. Aber das bedeutet nicht zwingend an brennende Rechenzentren zu denken.

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Komprimierte Informationen über die Möglichkeiten, die AMOC durch Geoengineering, vor allem durch die Injektion von Aerosolen in die Stratosphäre, am Umkippen zu hindern (Wieners & Breeze, 2026). Claudia Wieners ist eine Spezialistin für Geoengineering und für die Tipping Points im Klimasystem.

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Gestern ist State of the Climate 2025 (2026) erschienen, der Bericht der World Meteorological Association über den Zustand des Klimas. Kern des Berichts sind knappe Darstellungen der Entwicklung von Schlüsselindikatoren wie der durchschnittlichen Oberflächentemperatur der Erde. In diesem Bericht ist ein wichtiger Schlüsselindikator zum ersten Mal enthalten: das Energieungleichgewicht der Erde, englisch: Earth’s Energy Imbalance. Der Wert dieses Indikators ist der Unterschied zwischen der Strahlungsenergie, die die Erde von der Sonne erreicht, und der wieder abgestrahlten Energie. Treibhausgase in der Atmosphäre und z.T. von ihnen ausgelöste Effekte sorgen schon lange dafür, dass die Erde weniger Energie abstrahlt, als sie aufnimmt. Die zusätzliche Energie wird als Wärme gespeichert, zum größten Teil in den Ozeanen.

Hier eine interaktive Darstellung Earth’s Energy Imbalance von dem auf der WMO-Website verlinkten Dashboard mit Key Climate Indicators:

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Durchschnittliche globale Temperaturabweichung pro Monat (in °C) im Vergleich zu 1850–1900. Klimavisualisierung © 2026 von <a href="https://zacklabe.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zachary Labe </a>, lizenziert unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY 4.0</a>
Durchschnittliche globale Temperaturabweichung pro Monat (in °C) im Vergleich zu 1850–1900. Klimavisualisierung © 2026 von Zachary Labe , lizenziert unter CC BY 4.0

Ich kenne keinen besseren Überblick über die Veränderungen des Klimas als diese Zusammenstellung von Visualisierungen (Labe, n.d.) auf der Website von @ZLabe. Die laufend aktualisierten Grafiken zeigen wichtige globale Indikatoren wie die Abweichungen der Oberflächentemperaturen, der durchschnittlichen Tagestemperatur, der Temperatur an der Meeresoberfläche, des Wärmeinhalts der Ozeane und des CO2-Gehalts der Atmosphäre. Darüber hinaus visualisieren sie viele spatialisierte, also auf Regionen bezogene Daten zur Erhitzung und ihren Folgen. Dazu gehören Angaben zur Erhitzung der Luft auf dem Festland und bestimmten geografischen Breiten und vor allem – ein Forschungsgebiet Zack Labes – zur Erwärmung der Pole und zum Masseverlust der Eisschilde und des Meereises an den Polen.

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Seit einiger Zeit lassen sich die Posts dieses Blogs auch als Newsletter abonnieren. Im Augenblick erscheint dieser Newsletter immer am Sonntag. Das führt dazu, dass ich versuche, bis zu diesem Termin etwas Lesbares zu formulieren, was wahrscheinlich nicht wirklich zur Form eines kontinuierlichen Blogs aus einzelnen Posts passt. Wie auch immer: In dieser Woche schaffe ich es nur kurz festzuhalten, welche Texte ich gelesen und welche Podcasts ich gehört habe, darüber hinausgehende Posts müssen warten.

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Planetary Aesthesis, Not Animal Citizens von Josephine Berry (2026): ein Text, in dem ich einiges von dem wiederfinde, was mir im Kopf herumgeht, auch wenn ich die Diskurse, auf die er sich bezieht, nicht gut kenne. Berry sieht in der Aisthesis, in der Wahrnehmung und Empfindung, die Lösung eines Dilemmas: Das Appellieren an die moralische Verantwortung von menschlichen Gruppen oder der „Menschheit“ setzt den besonderen Status der Menschen oder des Subjekts und damit die Unterdrückung und Ausbeutung des „Nichtmenschlichen“, der Natur, voraus.

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Anselm Wagner und Lukas Groh gestern nach Grohs Vortrag Metamorphose der Ankerbrotfabrik. Bilder und Informationen zu diesem Projekt habe ich u.a. hier gefunden. Bei der Veranstaltung gestern wurde vor allem diskutiert, ob sich das Modell auf die Rösselmühle in Graz übertragen lässt – als Alternative zu einer von Investoren getriebenen Anlage von noch mehr Wohnraum.

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Ich überlege immer wieder, wie ich die vielen Links und Notizen zur Klimakrise und ihren Ursachen, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe und weiter sammele, sinnvoll miteinander verbinden kann. Manchmal schwebt mir ein Buch mit dem Titel Fossile Expansion vor. Ich denke an eine Ordnung der vielen Informationsquellen und an eine Interpretation der Informationen aus der Perspektive eines Lesenden, nicht an den – größenwahnsinnigen – Versuch einer Synthese.

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Am Montag habe ich die Einleitung zu Sven Beckerts Geschichte des Kapitalismus (Beckert, 2025a) gelesen. Ich habe die englische Epub-Version gekauft; das Buch ist auch auf deutsch erschienen (Beckert, 2025b) und medial zu Recht gerade sehr präsent. Empfehlenswert zur Orientierung ist Thilo Jungs Gespräch mit Beckert bei „Jung und Naiv“ (Jung & Naiv, 2026).

Die Einleitung ist sehr lesbar geschrieben. Beckert gibt einen Überblick über sein Buch und stellt seinen Zugang zum Gegenstand „Kapitalismus“ dar.

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