Was mein Blog betrifft, bin ich immer noch im Urlaubsmodus. Nach dem Sommer in Kroatien war ich eine Woche in Berlin; danach haben wir die neue Ausstellung in der off_gallery eröffnet. Davor habe ich einen Antrag auf Förderung der Galerie an das Land Steiermark vorbereitet (vom Land haben wir für das laufende Jahr überhaupt keine Förderung bekommen). Erst jetzt sitze ich wieder ohne ein dringendes Todo am Computer.

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Die Diskussionen über das Google-Rechenzentrum in Kronstorf werden immer wieder als Debatten über Technik geframet. Den Gegnern des Zentrums wird vorgeworfen, sie wollten oder würden gar den technischen Fortschritt in Österreich gefährden. Statt über die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen und Kosten des Rechenzentrums für die Region und damit für die Betroffenen wird darüber diskutiert, ob wir KI gut oder nicht gut finden.

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Eric Frey erfindet in seinem Standard-Artikel eine Windmühle, gegen die er dann kämpfen kann: Klimaschützer würden den Eindruck erwecken, wir müssten nur weniger Treibhausgase emittieren und es würde wieder kühler (Mit dieser Botschaft vermitteln Klimaexperten ein schiefes Bild – Im Fokus). Das glaubt niemand von den in den Medien interviewten Fachleuten, über die sich Frey ärgert. Sie fordern die CO2-Emissionen zu stoppen, damit es nicht noch schneller noch heißer wird. Der größte Teil des CO2, dass die Erhitzung verursacht, wurde in den letzten 30 Jahren in die Atmosphäre gepumpt. Die Emissionen steigen weiter. Die Folgen sind klar: Es wird schon bald zu noch schlimmeren Hitzewellen kommen, die bis zu 50 Tagen dauern könnten.

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Die eigenartig ins Leere gehende Argumentation von Eric Frey zum Rechenzentrum in verstehe ich als Ausdruck eines (liberalen) Dilemmas: Frey will den Glauben an technischen Fortschritt und globale Vernetzung nicht aufgeben. Er kann deshalb nicht klar sagen, dass dieses Rechenzentrum vielleicht einem US-Konzern nutzen, aber gerade deshalb der europäischen IT-Branche schaden würde, die öffentliche Investitionen in eine hoffentlich offene Infrastruktur braucht. Und er kann die ökologischen Folgen dieser nächsten Drehung der Wachstumsschraube nicht deutlich benennen. Es bleibt dann nur ein vages Einverständnis mit den poderes facticos. Und die Klage über den kurzsichtigen lokalen Widerstand der Menschen, die die Lebensvoraussetzungen in ihrer Region gegen einen globalen Konzern verteidigen [Beim Rechenzentrum in Kronstorf geht es auch um die Zukunft Europas – Eric Frey – derStandard.at › Diskurs].

BTW: Freys Satz „Darüber herrscht unter Entscheidungsträgern weitgehend Einigkeit in“ wäre ein guter Titel für ein trauriges und wütendes Buch zur globalen Erhitzung.

In diesem Post versuche ich ausgehend von aktuellen Texten die folgende Überlegung zu formulieren:

  • Der beste Ausgangspunkt zum Verständnis der Beziehungen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft einerseits und globaler Erhitzung andererseits sind die Energie- und Materialströme, die den wirtschaftlichen Durchsatz (Throughput) bilden.
  • Die Dynamik dieser Energie- und Materialströme ist gekoppelt an Größe und Wachstum der materiellen Infrastruktur, der Stocks (Bestände) oder Technomasse.
  • Die Infrastruktur oder Technomasse ist nicht nur durch ihren Umfang der wichtigste Faktor bei der Verursachung der globalen Erhitzung (und anderer Überschreitungen der planetaren Grenzen). Sie hat eine Eigendynamik, die die globale Erhitzung vorantreibt.
  • Eine Schlüsselfrage für das Handeln gegen die globale Erhitzung ist damit, welche Natur diese Eigendynamik hat. Eine mehrfach vorgeschlagene Antwort auf diese Frage ist, dass die Technosphäre ihre eigene Entwicklung und ihr Wachstum steuert.
  • Eine „soziale Ökologie“, die gesellschaftliche Veränderungen als Voraussetzung der Begrenzung der globale Erhitzung sieht, braucht gegen die „Technosphären-Option“ neue Argumentationen, die die Eigendynamik der gesellschaftlichen Artefakte nicht wegrelativieren.
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Ich habe mir gerade den ZIB-Talk vor der Wahl hier in Graz angesehen. Immerhin eine ganze Stunde mit den Spitzenkandidatinnen der linken Parteien und den Spitzenkandidaten (alle männlich, auch in ihrer Kommunikation) der Opposition.

Klima und Ökologie wurden nicht einmal erwähnt. Auch Judith Schwentner, die eine engagierte Klimapolitikerin ist, sprach nur vom Grün in der Innenstadt. Indirekt kreiste nur die kurze Diskussion um die Verkehrspolitik um Klimaschutz und Klimaanpassung. Aber auch da war ausdrücklich nur von der Aufteilung des Platzes auf die verschiedenen Verkehrsformen die Rede. Michael Winter, Vertreter einer wissenschaftsfeindlichen Kleinstpartei, warf den Grünen Autolenker-Feindschaft vor.

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Sie formuliert es knapp, aber richtig:

Die liberalen Politiker, die uns seit Jahrzehnten regieren, haben unseren einzigen und einzigartigen bewohnbaren Planeten an den Rand des Abgrunds gebracht.

Reblog via Marine Tondelier

Merci Emmanuel Macron, on sait qu’il faut boire pendant la canicule.

Ces messages de prévention sont nécessaires.

Mais martelés seuls, ils dépolitisent un phénomène dont les causes sont éminemment politiques.

Oui, cette canicule est le résultat de choix politiques et économiques.

Dans un monde qui ne serait pas régenté par un capitalisme et un extractivisme fossile qui crament la planète par tous les bouts, elle n’existerait tout simplement pas.

Les dirigeants libéraux qui nous gouvernent depuis des décennies ont amené notre seule et unique planète habitable au bord du gouffre.

Fediverse Reactions

Diese Reportage zeigt, dass Klima und Klimaanpassung in implizit eine viel größere Rolle spielen als explizit. Die #ÖVP zum Beispiel erwähnt das Thema Klima kaum oder nur mit Leerformeln, versucht sich aber durch Anti-Klimapolitik zu profilieren. Fast immer, wenn vom Auto die Rede ist, geht es um Erhitzung, Einhalten der Klimaziele und Anpassung an Extremwetter. Das Klima ist der Elefant im Raum – die Hitzewelle jetzt gerade sollte das auch dem Letzten klarmachen

Reblog via Plattform 1,5 Graz

Gestern haben wir die Antworten der Grazer Parteien zur ihren klimapolitischen Plänen veröffentlicht und kommentiert. Heißes Pflaster – eine Datum-Reportage zu Klimawandel, Klimaanpassung und Klimapolitik in – zeigt anschaulich, wie wichtig das Thema für die Grazer Politik ist. (Wer den Datum-Newsletter abonniert, kann den Beitrag kostenlos lesen.) Kurz vor der Wahl stellt Paul Koren die Situation an Brennpunkten wie dem Griesplatz und der Annenstraße dar und gibt einen Überblick zur Klimapolitik der jetzigen Koalition. Er hat Expertinnen wie Andrea Jany und Sanela Pansinger befragt. Korens Résumé ist:

Mit Sanela Pansinger stellt Koren aber auch fest, dass fünf Jahre „für tiefgreifende Veränderung in einer Stadt grundsätzlich viel zu kurz“ sind. Die Transformation der Stadt hat erst begonnen. Wir drängen darauf, dass sie schneller und entschlossener fortgesetzt wird.

Fediverse Reactions