Die Diskussionen über das Google-Rechenzentrum in Kronstorf werden immer wieder als Debatten über Technik geframet. Den Gegnern des Zentrums wird vorgeworfen, sie wollten oder würden gar den technischen Fortschritt in Österreich gefährden. Statt über die wirtschaftlichen und ökologischen Folgen und Kosten des Rechenzentrums für die Region und damit für die Betroffenen wird darüber diskutiert, ob wir KI gut oder nicht gut finden.

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Eric Frey erfindet in seinem Standard-Artikel eine Windmühle, gegen die er dann kämpfen kann: Klimaschützer würden den Eindruck erwecken, wir müssten nur weniger Treibhausgase emittieren und es würde wieder kühler (Mit dieser Botschaft vermitteln Klimaexperten ein schiefes Bild – Im Fokus). Das glaubt niemand von den in den Medien interviewten Fachleuten, über die sich Frey ärgert. Sie fordern die CO2-Emissionen zu stoppen, damit es nicht noch schneller noch heißer wird. Der größte Teil des CO2, dass die Erhitzung verursacht, wurde in den letzten 30 Jahren in die Atmosphäre gepumpt. Die Emissionen steigen weiter. Die Folgen sind klar: Es wird schon bald zu noch schlimmeren Hitzewellen kommen, die bis zu 50 Tagen dauern könnten.

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Die eigenartig ins Leere gehende Argumentation von Eric Frey zum Rechenzentrum in verstehe ich als Ausdruck eines (liberalen) Dilemmas: Frey will den Glauben an technischen Fortschritt und globale Vernetzung nicht aufgeben. Er kann deshalb nicht klar sagen, dass dieses Rechenzentrum vielleicht einem US-Konzern nutzen, aber gerade deshalb der europäischen IT-Branche schaden würde, die öffentliche Investitionen in eine hoffentlich offene Infrastruktur braucht. Und er kann die ökologischen Folgen dieser nächsten Drehung der Wachstumsschraube nicht deutlich benennen. Es bleibt dann nur ein vages Einverständnis mit den poderes facticos. Und die Klage über den kurzsichtigen lokalen Widerstand der Menschen, die die Lebensvoraussetzungen in ihrer Region gegen einen globalen Konzern verteidigen [Beim Rechenzentrum in Kronstorf geht es auch um die Zukunft Europas – Eric Frey – derStandard.at › Diskurs].

BTW: Freys Satz „Darüber herrscht unter Entscheidungsträgern weitgehend Einigkeit in“ wäre ein guter Titel für ein trauriges und wütendes Buch zur globalen Erhitzung.

Ich habe mir gerade den ZIB-Talk vor der Wahl hier in Graz angesehen. Immerhin eine ganze Stunde mit den Spitzenkandidatinnen der linken Parteien und den Spitzenkandidaten (alle männlich, auch in ihrer Kommunikation) der Opposition.

Klima und Ökologie wurden nicht einmal erwähnt. Auch Judith Schwentner, die eine engagierte Klimapolitikerin ist, sprach nur vom Grün in der Innenstadt. Indirekt kreiste nur die kurze Diskussion um die Verkehrspolitik um Klimaschutz und Klimaanpassung. Aber auch da war ausdrücklich nur von der Aufteilung des Platzes auf die verschiedenen Verkehrsformen die Rede. Michael Winter, Vertreter einer wissenschaftsfeindlichen Kleinstpartei, warf den Grünen Autolenker-Feindschaft vor.

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Pocket Casts spielt mir hintereinander zwei Folgen zu, die nicht nur zeitlich miteinander zu tun haben: 1,75 Billionen für Musks SpaceX? zum Börsengang von SpaceX (Derntl, 2026) und La giornata (das ich auch zum Italienischlernen höre) zu den rassistischen Pogromen in Nordirland (Pertici, 2026). Ö1 berichtet u.a. über die Deregulierung der Börse in der zweiten Amtszeit Trumps und darüber, dass SpaceX auch das Geld der ETF-Anlegenden, darunter vieler junger Männer, abgreift. Musk, X, und die Manosphere spielen nicht nur bei diesem Börsengang eine entscheidende Rolle, sondern auch beim Aufstacheln zu den Pogromen in Nordirland. In beiden Fällen wird mobilisiert. In beiden Fällen liegt die Initiative bei autoritären Führer-Figuren, vor allem bei Musk.

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Tony Blair hat in einem „Essay“ die Labour Party scharf angegriffen (Blair, 2026; dazu Walker, 2026; Elgot, 2026). Er fordert statt ihres „soft left“ Kurses einen, wie er es nennt, „radikal zentristischen“ Kurs. Als möglichen Verbündeten bezeichnet er übrigens Friedrich Merz. Von Politikern wie Mark Carney und Mario Draghi, die ich tatsächlich als radikal zentristisch bezeichnen würde, distanziert er sich explizit (Carney) oder implizit (Draghi): Er sucht eine enge Kooperation mit den USA unter Trump.

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