Ich habe mir gerade den ZIB-Talk vor der Wahl hier in Graz angesehen. Immerhin eine ganze Stunde mit den Spitzenkandidatinnen der linken Parteien und den Spitzenkandidaten (alle männlich, auch in ihrer Kommunikation) der Opposition.

Klima und Ökologie wurden nicht einmal erwähnt. Auch Judith Schwentner, die eine engagierte Klimapolitikerin ist, sprach nur vom Grün in der Innenstadt. Indirekt kreiste nur die kurze Diskussion um die Verkehrspolitik um Klimaschutz und Klimaanpassung. Aber auch da war ausdrücklich nur von der Aufteilung des Platzes auf die verschiedenen Verkehrsformen die Rede. Michael Winter, Vertreter einer wissenschaftsfeindlichen Kleinstpartei, warf den Grünen Autolenker-Feindschaft vor.

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Pocket Casts spielt mir hintereinander zwei Folgen zu, die nicht nur zeitlich miteinander zu tun haben: 1,75 Billionen für Musks SpaceX? zum Börsengang von SpaceX (Derntl, 2026) und La giornata (das ich auch zum Italienischlernen höre) zu den rassistischen Pogromen in Nordirland (Pertici, 2026). Ö1 berichtet u.a. über die Deregulierung der Börse in der zweiten Amtszeit Trumps und darüber, dass SpaceX auch das Geld der ETF-Anlegenden, darunter vieler junger Männer, abgreift. Musk, X, und die Manosphere spielen nicht nur bei diesem Börsengang eine entscheidende Rolle, sondern auch beim Aufstacheln zu den Pogromen in Nordirland. In beiden Fällen wird mobilisiert. In beiden Fällen liegt die Initiative bei autoritären Führer-Figuren, vor allem bei Musk.

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Tony Blair hat in einem „Essay“ die Labour Party scharf angegriffen (Blair, 2026; dazu Walker, 2026; Elgot, 2026). Er fordert statt ihres „soft left“ Kurses einen, wie er es nennt, „radikal zentristischen“ Kurs. Als möglichen Verbündeten bezeichnet er übrigens Friedrich Merz. Von Politikern wie Mark Carney und Mario Draghi, die ich tatsächlich als radikal zentristisch bezeichnen würde, distanziert er sich explizit (Carney) oder implizit (Draghi): Er sucht eine enge Kooperation mit den USA unter Trump.

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Der angekündigte Rücktritt von Christian Schmidt als Hoher Kommissar der Staatengemeinschaft in Bosnien-Herzegowina und ein Abkommen zwischen den Regierungen Bosnien-Herzegowinas und Kroatiens haben die Aufmerksamkeit der Medien auf das Pipeline-Projekt Southern Interconnection (serbokroatisch Južna interkonekzija) gelenkt. Hier stelle ich Informationen zu diesem Projekt zusammen. Ich versuche damit eine Grundlage dafür zu erstellen, Ähnlichkeiten mit anderen Projekten der fossilen Expansion herauszuarbeiten. Ich bitte um Korrekturen und Ergänzungen in den Kommentaren.

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@Heinz @giesbert scheint kaum irgendwo besser zu passen als in dieser Hinsicht. Wir kennen die Prognosen, wir wissen, was zu ändern wäre, wir ändern _müssen_ – und: Nichts passiert. Ein wenig Kosmetik zur Gewissensberuhigung, ansonsten business as usual. Und wir müssten (noch!??) recht wenig ändern und das auf freiwilliger Basis, während uns die Zukunft Änderung brutal aufzwingen wird. Es ist verrückt – volle Kanne auf den Abgrund zu und ab und an noch lachend aufs Gas steigen. 3/3

May 4, 2026, 9:48 pm 0 boosts 0 favorites

@scheichsbeutel Danke für deine ausführliche Antwort! Gut zu wissen, dass es uns in vielem ähnlich geht.

Ich muss gestehen, dass ich im zweiten Teil der Schlafwandler stecken geblieben bin. Sie stehen aber in der Nähe meines Lesesessels und warten.

Ich versuche seit ein paar Jahren – seit mir die Tatsache der „Klimakrise“ bewusst geworden ist – zu verstehen, wie es zu ihr kommen konnte und vor allem dazu, dass sie beschleunigt statt gebremst wird.

Jetzt sehe ich sie als eine Folge des exponentiellen Wachstums der materiellen Infrastruktur, der Technosphäre, seit der Mitte des 20. Jahrhunderts – eigentlich schon seit dem Beginn des industriellen Kapitalismus. Diesen Prozess der Great Acceleration versuche ich im Sinne der ökologischen Ökonomie zu verstehen, also als Wachstum von materiellen Stocks und Flows, das auf Extraktion, vor allem auf Bergbau, beruht, und mit der Dissipation, also entropisch, endet. Das Wachstum ist dabei im Kapitalismus monetär gesteuert, es ist aus der Innensicht Akkumulation von Kapital.

Auf einer dritten Ebene, neben denen der großen Beschleunigung im Sinne der Erdsystemwissenschaften und des sozialen Metabolismus im Sinne der ökologischen Ökonomie – handelt es sich um räumliche und kontingente Prozesse, vor allem weil die Ressourcen, die für die Expansion der Technosphäre/die Akkumulation des Kapitals ausgebeutet werden, geografisch unterschiedlich verteilt sind (ein Zustand niedriger Entropie). Das Wachstum einer Wirtschaft, die vor allem auf mineralischen Ressourcen beruht, führt deshalb zugleich zum Übergewicht der Technosphäre und zu geopolitischen Konflikten. (Dazu lerne ich am meisten von Helen Thompson.)

Der Grund für das „Schlafwandeln“ liegt, glaube ich, darin, dass die Innen- und die Außensichten auf diese Prozesse bisher nicht zusammengebracht werden. Das Schlafwandeln besteht in einer Innensicht, nach der das Wachstum einer ökonomischen Logik folgt, die sich liberal oder sozialistisch verstehen lässt. Von außen gesehen handelt es sich um die Destruktion der Biosphäre und die exponentielle Beschleunigung der Herstellung von Entropie.

Entschuldige, dass ich so ausgreifend antworte – darauf hat mich das Bild des Schlafwandelns gebracht. To be continued … /c @giesbert

Eine Folge der Entfernung Maduros durch die USA: Der italienische Konzern Eni, der schon lange in Venezuela aktiv ist, intensiviert die Schwerölförderung im Orinocogebiet (Bonotti, 2026d). Bereits im März hatten Eni und die spanische Ölgesellschaft Repsol vereinbart, ab 2031 Flüssiggas aus dem Offshore-Projekt La Perla zu exportieren (Bonotti, 2026c).

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Ich habe vor ein paar Tagen über Rainer Seeles Wiener Auftritt als Manager der Emirate-Firma XRG geschrieben. Danach habe ich zwei Podcastfolgen gehört, die unterschiedliche Aspekte des Netzwerks beleuchten, für das Seele tätig ist – auch wenn in ihnen weder von der OMV noch von der XRG die Rede ist. Sie zeigen, wie problematisch die Pfade sind, von denen sich der östereichische Staat, der die OMV kontrolliert, jetzt noch abhängiger macht: Die Vereinigten Arabischen Emirate, denen über die XRG 24,9% der OMV-Anteile und in Zukunft die Hälfte der Anteile an der Chemiefirma Bourouge International gehören werden, sind ein autoritär und brutal regiertes Land, unter ethischen Gesichtspunkten genauso zu verurteilen wie der OMV-Expartner Russland. Die Plastikindustrie, in der Bourouge International als globaler Player agieren wird, hat ökologisch und sozial nicht weniger katastrophale Folgen als das Verbrennen von Öl und Gas, mit denen die OMV und die Emirate bisher das meiste Geld machen.

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