In diesem Post versuche ich ausgehend von aktuellen Texten die folgende Überlegung zu formulieren:

  • Der beste Ausgangspunkt zum Verständnis der Beziehungen zwischen Wirtschaft und Gesellschaft einerseits und globaler Erhitzung andererseits sind die Energie- und Materialströme, die den wirtschaftlichen Durchsatz (Throughput) bilden.
  • Die Dynamik dieser Energie- und Materialströme ist gekoppelt an Größe und Wachstum der materiellen Infrastruktur, der Stocks (Bestände) oder Technomasse.
  • Die Infrastruktur oder Technomasse ist nicht nur durch ihren Umfang der wichtigste Faktor bei der Verursachung der globalen Erhitzung (und anderer Überschreitungen der planetaren Grenzen). Sie hat eine Eigendynamik, die die globale Erhitzung vorantreibt.
  • Eine Schlüsselfrage für das Handeln gegen die globale Erhitzung ist damit, welche Natur diese Eigendynamik hat. Eine mehrfach vorgeschlagene Antwort auf diese Frage ist, dass die Technosphäre ihre eigene Entwicklung und ihr Wachstum steuert.
  • Eine „soziale Ökologie“, die gesellschaftliche Veränderungen als Voraussetzung der Begrenzung der globale Erhitzung sieht, braucht gegen die „Technosphären-Option“ neue Argumentationen, die die Eigendynamik der gesellschaftlichen Artefakte nicht wegrelativieren.
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Am Montag habe ich die Einleitung zu Sven Beckerts Geschichte des Kapitalismus (Beckert, 2025a) gelesen. Ich habe die englische Epub-Version gekauft; das Buch ist auch auf deutsch erschienen (Beckert, 2025b) und medial zu Recht gerade sehr präsent. Empfehlenswert zur Orientierung ist Thilo Jungs Gespräch mit Beckert bei „Jung und Naiv“ (Jung & Naiv, 2026).

Die Einleitung ist sehr lesbar geschrieben. Beckert gibt einen Überblick über sein Buch und stellt seinen Zugang zum Gegenstand „Kapitalismus“ dar.

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Durch den letzten Circular Metabolism Podcast – einen meiner Lieblings-Podcasts – bin ich auf das Konzept und die Bewegung des Bioregionalismus aufmerksam geworden. Mich interessieren schon länger Möglichkeiten, den räumlichen Charakter ökologischer und sozialer Situationen zu erfassen und daraus politische Konsequenzen zu ziehen. Im Bioregionalismus wurden und werden solche Möglichkeiten formuliert – in einer nicht mehr anthropozentrischen Weise, die soziale und biologische Räume als nicht voneinander ablösbar begreift. Der Bioregionalismus war und ist im Design und der Architektur, aber auch im Aktivismus sehr produktiv – vielleicht, weil sich aus einem einfachen Ansatz neue Perspektiven auf sehr unterschiedlichen Gebieten ergeben.

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In der Podcast-Folge spricht der Host ‪Aristide Athanassiadis‬‬ mit dem Architekten Mathias Rollot, der viel zum Bioregionalismus publiziert und Dwellers in the Land, ein grundlegendes Buch dieser Bewegung, übersetzt hat.

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