Ich bin erst kurz vor ihrem Ende auf die Reiseessay-Serie Europäisches Handgepäck von Mathias Greffrath gestoßen. Am Wochenende habe ich den Schlußessay Zerbrechliche Bilder aus Paris gehört. Die Texte wurden komplett auf der Website des Deutschlandfunks publiziert, und man kann sie in der Audiothek nachhören.

Marktszene aus Sarajevo, 1912. Autochrome aus Albert Kahns Archives de la planète.
Marktszene aus Sarajevo, 1912. Autochrome aus Albert Kahns Archives de la planète. Quelle: Wikimedia Commons
In der Parisfolge stellt Greffrath Albert Kahn und dessen Sammlung früher Farbfotografien Les archives de la planète vor, die fast komplett digital publiziert wurden, er spricht mit Bertrand Badie, dessen Einschätzung, Macrons europapolitische Initiativen seien vor allem schöne Dissertationen, er nicht folgen möchte, und er interviewt Bruno Latour zum terrestrischen Manifest.

Greffrathist ein differenzierter Essayist, der mehr Fragen stellt als er beantwortet. Ich teile seine Hoffnungen wie seine Skepsis. Gerade diese Folge zeigt, dass man über Europa nur nachdenken kann, wenn man seinen Verknüpfungen mit der Welt außerhalb Europas nachgeht, wie es Kahn und die bürgerlichen Idealisten seiner Zeit schon versucht haben. Am kommenden Sonntag spricht Greffrath mit Barbara Schäfer über seine fragmentarische Bestandsaufnahme.

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