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Hangouts On Air—Erste Tipps

Bei zwei Kursen, dem #MMC13 und dem Content Strategy-Kurs des Web Literacy Lab, bin ich gerade an Hangouts On Air (HOAs) beteiligt. Ich lerne viel über das Format—das meiste durch die Fehler, die wir machen. Der HOA gestern Abend war der erste, mit dem ich halbwegs zufrieden war. Hier ein paar erste Tipps—wahrscheinlich werde ich sie bald ergänzen. (Nicht abschrecken lassen, HOAs sind leicht abzuhalten, und man muss die meisten Fehler wohl einmal selbst gemacht haben!)

  1. Richtig einladen Man kann einen Hangout mit seinem persönlichen Profil bei Google oder als Google+-Seite starten. Der Vorteil beim Start als Seite ist, dass der Hangout auf dieser Seite sofort zu sehen ist, wenn er läuft. Der Nachteil ist, dass die Hangout Apps nicht zur Verfügung stehen, die man vor allem für Bauchbinden (s.u.) braucht. In jedem Fall wird der Hangout über den YouTube-Channel der einladenden Person gestreamt und dort auch archiviert. Update, 15.2.: Inzwischen sind wir dazu übergegangen, HOAs im Rahmen von G+ als Events starten. Angeregt hat uns dazu dieses Video (thx hamster44 und Horst Sievert). Wir haben für den jeweils als Seite das Event zum Hangout eingerichtet und die Follower der Seite wie die Mitglieder der Community, deren Owner die Seite ist, eingeladen. Zu den Hangouts selbst lädt dann aber eine Person ein, um Hangout Apps (siehe unten) nutzen zu können.

  2. Verbindung zu allen potenziellen Teilnehmern bei Google+ prüfen Wir hatten mehrfach Probleme damit, dass Teilnehmer Einladungen zu Hangouts nicht bekamen oder nicht in den Hangout hineinkamen. Die einladende und die eingeladene Person müssen sich bei Google+ wechselseitig eingekreist haben, sonst funktioniert die Teilnahme nicht. Das sollte man, wie alles andere auch, vorher sicherstellen, zumal noch immer viele nicht mit Google+ vertraut sind. Update, 15.2.: Was wir erst später ausprobiert haben: Teilnehmer über das Sharen des URL, also nicht über die Invite-Funktion bei Hangouts, einzuladen, wie es hier beschrieben wird. Vorsicht: Wenn man den URL offen ins Web stellt, können sich auch ungebetene Gäste einstellen. Alle Teilnehmer müssen solche Trolls blockieren, um sie aus dem Hangout zu entfernen. Wennn die einladende Person sie blockiertt, erscheinen die Trolls nicht mehr im on air übertragenen Stream.

  3. Streams rechtzeitig einbinden Sobald ein HOA angelegt wird, also noch bevor er live geht, erscheint er im YouTube-Kanal der einladenden Person. Man kann ihn dann via URL oder Embed-Funktion in einem Blogpost, bei Google+ oder auf anderen Plattformen einbinden, bevor er startet. Die archivierte Version ist dann auch gleich an dieser Stelle zugänglich.

  4. Hangout-Toolbox/Lower Third benutzen und Teilnehmern erklären Mit Lower Third, das Teil der App Hangout Toolbox ist, kann man Bauchbinden erstellen, also sagen, wer die Teilnehmer sind. Die App wird vom Einladenden oder von den Teilnehmern selbst gestartet, wenn sie sie bereits vorher aktiviert haben. Die Aktivierung und das Anlegen einer Bauchbinde sind nicht ganz selbsterklärend. Man sollte es vorher mit alle Beteiligten üben und sich auch überlegen, was genau auf der Binde steht und welche Farbe sie hat.

  5. Auf den Stream des Einladenden achten Die Zuschauer des Streams sehen das Bild, das die einladende Person auf ihrem Bildschirm hat. Wenn die Moderatorin einlädt und dann aus dem Hangout fliegt, weil ihr Rechner oder Browser abstürzt, kann also nicht jemand anderes ihre Rolle übernehmen, sondern der Stream steht. Die oder der Einladende kann durch Anklicken auch steuern, welche der beteiligten Personen groß dargestellt wird.

  6. Gerade nicht aktiv: Mikro stumm schalten! Nebengeräusche stören nicht nur, sie sorgen dafür, dass man plötzlich groß dargestellt wird. Deshalb sollten alle, die gerade nicht reden, unbedingt ihr Mikrofon stumm schalten— es allerdings auch rechtzeitig aktivieren, bevor sie wieder sprechen.

  7. Auf die Position der Kamera achten Schlecht: Im Hangout auszusehen wie ein von unten aufgenommenes vergrößertes Billig-Passfoto. Gut: Mit größerem Abstand und nicht unbedingt frontal erscheinen, so dass Hintergrund/Umgebung, also etwas Raum sichtbar sind. Schlecht: Die Gesprächspartner auf dem Bildschirm ansprechen und deshalb nicht auf die Kamera achten. Gut: Gelegentlich, aber nicht immer und nicht verkrampft, in die Kamera schauen. Außerdem:Wenn man Bauchbinden verwendet, darf das Gesicht dahinter nicht versteckt werden.
    PS, 30.1.: Außerdem: Im Fokus der Kamera sitzen. Sitzt man nicht im Mittelpunkt des Bildes kann es passieren, dass die Kamera auf einen Punkt im Hintergrund scharf stellt.

  8. Auf richtige Ausleuchtung achten Bei allen Beteiligten sollte man vorher prüfen, ob das Licht stimmt. Am besten mit mehreren Lichtquellen arbeiten, aber nichts überstrahlen. Die Beleuchtung ist einer der wichtigsten Faktoren für die Wirkung des Bildes. Nicht unwichtig ist in Verbindung damit auch die Farbe. Große, eher monochrome Flächen sind offenbar günstig

  9. So wenig bewegen wie möglich Bei jeder größeren oder schnellen Bewegung wird das Bild unschärfer oder verpixelt. Deshalb: Während man spricht, so wenig Bewegung wie möglich auf dem Bildschirm erzeugen. Das ist übrigens auch besser, weil man ruhiger auf die Zuschauer wirkt.

  10. Den Zuschauern klar machen, was passiert Die Moderation hat eine wichtige Funktion, weil sie das Geschehen rahmt und zwischen den Gesprächspartnern und den Zuschauern vermittelt. Man sollte also die Struktur des Gesprächs möglichst klar machen, durch Einleitung (auch Screens), deutliche Einteilung, Wiederholungen und Schluss-Statements. Eine richtige Form dafür, die zu HOAs passt und nicht einfach Talkshows schlecht kopiert, muss man wohl erst noch finden.

  11. Mach dich locker! Dieses Mantra übernehme ich—nicht nur für Hangouts—von Monika König. Verkrampftheit überträgt sich nicht nur auf alle Beteiligten, sie führt auch zu Fehlern und dazu, dass sich alle auf diese Fehler konzentrieren. Man sollte möglichst ruhig, am besten gut vorbereitet in einen Hangout gehen, und möglichst zeigen, dass man die Menschen dort mag und sie und sich selbst gern präsentiert.

Hier noch ein paar Links zu Quellen denen ich einige der Tipps verdanke:Notizen von Martin Lindner zu einem HOA, Hangouts – Fluch oder Segen?—Horst Sieverts Kritik des ersten -Hangouts, 5 Tipps und mehr zu Google+ Hangouts / Hangouts On Air, Hangouts On Air common questions – Google+ Help.

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