Gestern abend: Virtual World Biodiversity Forum 2021. Ich habe zum ersten Mal an einem dieser Events teilgenommen. Die Einladung ist mir aufgefallen, weil ich für Extinction Rebellion Österreich ein Facebook-Post zur Biodiversitätskrise im vergangenen Jahr verfassen möchte und Material sammle.

Das Webinar—zwei kurze Referate von David Cooper und Anne Larigauderie, eine Paneldiskussion (mit Chadia Wannous, Lynne Shannon, Mark Rounsevell und Rashid Sumaila) und ein Q&A-Teil mit dem Publikum—war sehr dicht. Ich fasse einen Teil meiner Notizen mehr oder weniger ungeordnet zusammen. Es kann gut sein, dass ich wichtige Punkte missverstanden habe.

Thema waren die aktuellen und die für 2021 geplanten Aktivitäten des Weltbiodiversitätsrats (IPBES). Vor allem ging es dabei darum, durch welche Maßnahmen und durch welche Art von Kommunikation sich eine globale Transformation weg von der weiteren Zerstörung der Biodiversität, also dem sechsten Massenaussterben, erreichen lässt: facilitate global change. Es gab kein Ergebnis, es wurden eher Fragen für weitere Diskussionen formuliert.

Ein Thema, das immer wieder angesprochen wurde, war die Verbindung kleiner inkrementeller und großer transformativer Schritte. (Ohne inkrementelle Schritte erscheint die große Transformation vielen Betroffenen bedrohlich, aber kleine Schritte können Lock-in-Effekte haben, die die Transformation blockieren.) Es gab auch Konsens über die Bedeutung der ökonomischen Bewertung von Biodiversität, Zerstörung der Artenvielfalt und Maßnahmen zu ihrem Schutz. Betont wurde der Genderaspekt der Zerstörung der Biodiversität: Frauen sind davon stärker betroffen als Männer, die Praktiken von Frauen in in Landwirtschaft und Fischerei tragen umgekehrt zum Schutz der Biodioversität bei. Bei den kommenden Aktivitäten des IPBES wird die Verknüpfung von Biodiversitäts- und Klimakrise eine große Rolle spielen.

Das, jedenfalls für die Kommunikation, beherrschende Thema des letzten Jahrs war die Corona-Pandemie, die ein unmittelbares Ergebnis der Zerstörung von natürlichen Lebensräumen und dadurch mit der Biodiversitätskrise direkt verknüpft ist.

Zur Chronik der Aktivitäten des IPBES:

Zum Weiterdenken:

  • Ein wichtiger Begriff ist One Health, eng verbunden mit Wellbeing und Planetary Wellbeing. Dieser Begriff kann eine Schlüsselrolle bei der Entwicklung von Narrativen für eine globale Transformation spielen kann. (Ich bin auf dieses und verwandte Konzepte immer wieder gestoßen, seit ich mich mit ökologischen Fragen beschäftige und über eine content strategy for degrowth nachdenke.)
  • Es wurde oft über consumption patterns gesprochen. Die Bedeutung dieses und verwandter Begriffe über ihre rein deskriptive Funktion hinaus wird mir erst jetzt bewusst—einerseits was die Anrechnung von ökologischen Folgen auf den Konsum angeht, andererseits was Bedeutung von Veränderungen des Konsums für Transformationen betrifft. (Mir ist bewusst, dass man darüber auch in Bezug auf die generelle Rolle von Nachfrage und Angebot für die Wirtschaft diskutieren muss.) Auch hier gibt es eine direkte Verbindung zur Contentstrategie, die sich in der Praxis vor allem mit Inhalten beschäftigt, die den Konsum steigern oder erleichtern.

Nachweise

Intergovernmental Science-Policy Platform On Biodiversity And Ecosystem Services (IPBES). (2020). Workshop Report on Biodiversity and Pandemics of the Intergovernmental Platform on Biodiversity and Ecosystem Services. Zenodo. https://doi.org/10.5281/ZENODO.4147317

Secretariat of the Convention on Biological Diversity (Hrsg.). (2020). Global Biodiversity Outlook 5. https://www.cbd.int/gbo5

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