Konrad Paul Liessmann im Interview mit Telepolis:
Zitate aus der Wikipedia finde ich in der Tat höchst problematisch. Ich wäre hier in der Wissenschaft äußerst zurückhaltend. Ein wesentliches Kriterium von Wissenschaft schlechthin, nämlich die Überprüfbarkeit einer Quelle, wird damit tendenziell außer Kraft gesetzt. Das geht weit über Plagiatsfragen hinaus.
Liessmann beklagt die Abwesenheit einer normativen Bildungsidee
. Die hätte ihm vorgeschrieben, sich mit seinem Thema zu befassen. Warum lässt sich die Wikipedia nicht als Quelle überprüfen? Bei wenigen Texten sind Änderungen so gut dokumentiert. Ein Blick in die älteren Versionen des Artikels über Konrad Paul Liessmann hätte genügt. Außerdem lässt sich mit Furl oder Spurl leicht jeder Zustand eines Artikels archivieren.
Noch — pardon — ungebildeter ist der Satz:
Und Programmieren ist sowieso keine Kulturtechnik, das ist eine Frage von Spezialisten.
Sind dann Mathematik und Rhetorik auch keine Kulturtechniken, weil man sich in ihnen spezialisieren kann? Gehört es nicht zur Kultur, die Grundlagen einer Technik zu verstehen, ohne die unsere Zivilisation überhaupt nicht existierte?
Liessman spricht in diesem Interview über Dinge, die er nicht kennt. Es geht ihm wie vielen Konservativen: Er verkörpert die Untugenden, die er attackiert.