Auch wenn der Zusammenhang für viele fremdartig wirken mag: Einige der Argumente zum Tyrannenmord, die in diesem Artikel (Delgado, 2017) angeführt werden, sind aktuell. Etwa die Überlegungen zum Angriff des „Herrschers“ auf „das eigene Volk”. Beim absichtlichen Verschlimmern mit Sicherheit bevorstehender ökologischer Katastrophen mit vielen Todesopfern kann man davon sprechen. Für relevant halte ich auch die Überlegungen zur Ausschaltung von Institutionen, die Machtmissbrauch unterbinden können: Gewalt gegen den „Herrscher“ kann in Frage kommen, wenn dieser keine Institution respektiert, die ihn korrigieren kann.
In der katholischen Tradition ist Gewalt gegen Herrschende das allerletzte Mittel. Es gibt aber Umstände, unter denen sie nicht ausgeschlossen werden kann, auch wenn ein Tyrann auf legalem Weg an die Macht gekommen ist.
Delgado, M. (2017). Schwierige Frage des Tyrannenmordes.
Schweizerische Kirchenzeitung.
https://www.kirchenzeitung.ch/article/schwierige-frage-des-tyrannenmordes-11360