Habe von Andreas Malms schockierendem Satz zum 7. Oktober „Das Erste, was wir in diesen Stunden von uns gaben, waren weniger Worte als vielmehr Jubelrufe“ (Quelle) erst jetzt durch Armin Thurnher erfahren. Mich erinnert der Satz an Heideggers Pro-Hitler-Statements. Ich habe den ganzen Diskussionsstrang dazu – und damit auch Argumente zur Begründung des Antisemitismus-Vorwurfs gegen Teile der Linken – bisher völlig ignoriert. Ich werde mich mit den Texten dazu beschäftigen – aber dieser Ausdruck von Hass lässt sich nicht argumentativ rechtfertigen, sondern nur rationalisieren. Er zeigt die Brüchigkeit vieler, vielleicht jeder stringent wirkenden Argumentation. Ich kann danach Malm – ähnlich wie Heidegger oder Carl Schmitt – nicht mehr lesen, ohne zu überlegen, wie seine Texte mit der Haltung zusammenhängen, die diese Formulierung ausdrückt.

Fediverse Reactions

Ich habe heute im neuen Falter mehrere Artikel zur blauschwarzen Regierungsbildung gelesen – nach Thurnhers Editorial (Thurnher, 2025) und dem Falter-Podcast zum selben Thema (Löw, 2025b) gestern. Der lange Bericht zum Abbruch der pink-rot-schwarzen Koalitionsgespräche (Horaczek et al., 2025) ist ein Stück Zeitgeschichtsschreibung.

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Ich versuche immer noch, mit so etwas wie einen Reim auf die Wahl von Trump zu machen. In der Unmenge der Kommentare nehme ich die ernst, die davor warnen, Trump zu verharmlosen, also etwa die Einschätzungen von Jan-Werner Müller und – gestern – von Irene Braam. Wie viele andere sprechen diese Analysen dafür, dass Trump umsetzen wird, was er angekündigt hat: den liberalen Staat abbauen und durch ein autoritäres Regime ähnlich dem von Orbán in Ungarn ersetzen. Es spricht auch nichts dafür, dass er mit der Nato und der EU anders als nationalistisch umgehen wird: Er wird sie benutzen, um Druck auszuüben und die Abhängigkeit von den USA zur Stärkung der US-Wirtschaft zu nutzen.

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