Was mein Blog betrifft, bin ich immer noch im Urlaubsmodus. Nach dem Sommer in Kroatien war ich eine Woche in Berlin; danach haben wir die neue Ausstellung in der off_gallery eröffnet. Davor habe ich einen Antrag auf Förderung der Galerie an das Land Steiermark vorbereitet (vom Land haben wir für das laufende Jahr überhaupt keine Förderung bekommen). Erst jetzt sitze ich wieder ohne ein dringendes Todo am Computer.

Ich war vor dem Sommer in einer Informationssackgasse, in der es mir kaum gelungen ist zu schreiben. Ich habe Nachrichten zur Klimakatastrophe in verschiedenen Medien verfolgt (und bei Zotero getaggt und archiviert) und dazu soviel gelesen wie möglich. Ich habe fast täglich Podcasts zu diesem und damit verbundenen Themen wie dem immer bedrohlicheren Technofaschismus gehört und die Feeds meiner Kontakte bei graz.social und auf meiner Blog-Instanz verfolgt. Mehr als gelegentliche Meinungsäußerungen dazu habe ich nicht formulieren können. Ich habe auch keinen Weg dazu gefunden, über mein Alltagsleben, über meine Erfahrungen hier in Graz, in Kroatien und unterwegs zu schreiben.

Um aus dieser Sackgasse herauszukommen, möchte ich mich so radikal wie möglich beschränken. Ich konzentriere mich auf ein Thema, zu dem ich ein Buch verfassen möchte: die Frage, ob der Bioregionalismus oder Ökoterritorialismus ein Weg (oder der Weg) zu einer Milderung der Klimakatastrophe und der „Anthropozän-Situation“-Situation ist, zu der sie gehört. Daneben brauche ich Zeit, um Kroatisch zu lernen, und ich möchte ein paar Stunden am Tag Bücher, nicht nur Artikel und wissenschaftliche Papers lesen. Es wird mir nicht gelingen, auf Social Media-Austausch und Zeitungsartikel zu verzichten, aber ich werde mich bei der Lektüre um Askese bemühen.

Hier im Blog kann ich diese Vorhaben (Bioregionalismus-Buch, Kroatisch-Lernen, Literatur-Lesen) begleiten, aber das wird mir nur gelegentlich gelingen. Ich werde versuchen, mehr aus dem Augenblick heraus zu schreiben und mich dabei nicht zu überfordern. Und ich hoffe, dass es nicht nur bei dem Vorsatz bleibt, an einem Buch, also einem längeren, komplexen Text zu einem Thema zu arbeiten. Ich bin im Sommer 70 geworden – eine Erinnerung daran, dass die Lebens-, die Lese- und die Schreibzeit begrenzt sind.

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