
Das Land Steiermark hat es definitiv abgelehnt, die off_gallery graz zu fördern, zu deren Team ich seit 2019 gehören. Unser Widerspruch gegen diese Entscheidung wurde zurückgewiesen.
Wir sind seit unserer Gründung vom Land und von der Stadt Graz gefördert worden, vom Land einmal sogar mit etwas mehr Geld, als wir beantragt hatten. Wir haben nie mit Vertreter:innen des Landes gesprochen, sondern immer einen Antrag auf Jahresförderung eingereicht. Die Anträge waren ähnlich formuliert.
Für dieses Jahr mussten wir zunächst – ohne Begründung – statt eines Antrags auf Jahresförderung einen Antrag auf Projektförderung (für das erste halbe Jahr) einreichen. Diese Projektförderung wurde dann nach Monaten abgelehnt. Das steirische Kulturförderungsgesetz fordert, dass das Kulturkuratorium bei der Ablehnung eines Antrags eine Begutachtung vorlegt, zu der man Stellung nehmen kann (Steiermärkisches Kultur- Und Kunstförderungsgesetz 2005 (n.d.)). Wir haben sie nie erhalten.
Ich kann nicht selbst beurteilen, wie gut unser Ausstellungsprogramm ist. Aber ich bin sicher, dass es in den letzten Jahren nicht schlechter geworden ist. Deshalb glaube ich nicht, dass es an der Qualität unserer Arbeit liegt, dass wir nicht weiter gefördert werden. Wir passen vermutlich nicht in das Bild, das das Kulturkuratorium von steirischer Kultur hat (im Gegensatz zu Folklore-Kitschveranstaltungen wie dem „Aufsteirern“ und Josefitagen). Angesichts der Verantwortlichen im Kulturkuratorium (gmx, 2017; IG Kultur Steiermark, 2025; profil.at, 2017; Unterweger, 2025) wären wir auf eine Förderempfehlung dieses Gremiums nicht stolz gewesen, auch wenn wir auf Förderungen angewiesen sind.
Für uns ist diese Absage ein Rückschlag. Wir werden versuchen trotzdem weiterzumachen und das fehlende Geld anders aufzustellen. Ich habe kurz daran gedacht, aufzuhören – aber ich lerne bei den Ausstellungen so viel, dass ich auf diese Arbeit nicht verzichten möchte. Die Absage ist vielleicht auch eine Chance: Wir müssen genauer erklären, was wir wollen und wo wir stehen.
Zur Dokumentation hier unsere Stellungnahme zur Absage (Statements zur Unterstützung und Passagen zu zukünftigen Ausstellungen habe ich weggelassen, weil ich darin erwähnte Personen noch nicht gefragt habe):
Am 24. April werden wir die nächste Ausstellung eröffnen: From One Side to Another zu einem Projekt von Julia Gaisbacher. Ich freue mich auf die Ausstellung – dass das Land ein solchen Projekt nicht mitfinanziert, sagt viel über den Horizont der dort Verantwortlichen aus.
@Heinz Naja, war zu erwarten. Kultur ohne Tracht und Jodeln darf weg.
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