Mit Karl Rose, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Energie Steiermark und „Energie-Experten“, habe ich mich hier schon ausführlich beschäftigt. Rose war bis vor kurzem (Haase, 2024) im Aufsichtsrat der OMV. Dort und als Berater der Adnoc, der Öl- und Gasfirma der Vereinigten Arabischen Emirate, trieb er die fossile Expansion aktiv und in einer verantwortlichen Rolle voran. Ich habe selbst gehört, wie er bei einem Vortrag in Graz darauf hinwies, dass er Fluggesellschaften Öl verkauft habe (Rose, 2023).

Hier in der Steiermark hat er die Rolle des „Energie-Experten“. Für diese Rolle ist der Titel des Universitäts-Professors hilfreich, den Rose von der Karl-Franzens-Universität erhalten hat, obwohl er so gut wie keine selbsterstellte wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht hat (Rose Karl – Publikationen – Forschungsportal – Karl-Franzens-Universität Graz, 2025).

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Notizen zu Texten von Quinn Slobodian und Bruno Latour

Saudi-Arabien als Vorbild

Durch einen Essay bin ich auf Quinn Slobodian aufmerksam geworden. In Does Trump Want America to Look More Like Saudi Arabia? (2025) stellt er dar, wie sehr Donald Trump Saudi-Arabien verehrt und wie eng Trumps Beziehungen dorthin sind. Slobodians These, die ich zuerst als nur ironisch missverstanden habe, ist: Wenn man ein Vorbild dafür sucht, wie Trump die USA umgestalten will, ist Saudi-Arabien wichtiger als die Faschismen der 20er und 30er Jahre. Die fossilen Größenphantasien Trumps (Slobodian nennt es nicht so; sein Fokus ist hier nicht die Klimaproblematik) gleichen denen des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

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Eine der neuesten Folgen von Outreach + Optimism dokumentiert die Haltung vieler gutwilliger Akteure hinter dem Pariser Abkommen. Sie zeigt aber auch, wie sehr die evil actors unterschätzt wurden, die dieses Abkommen seitdem aktiv bekämpfen – mit viel mehr Erfolg als die Klimabewegung, die sich auf dieses Abkommen beruft.

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Der reichste Mann der Welt Elon Musk lässt eine Truppe von Rowdies in das Hauptquartier der amerikanischen Behörde für Ozeane und Atmosphäre NOAA eindringen (Sainato, 2025). Ziel ist, wie die Aktivistin Gretchen Gehrke es ausdrückt, soviel zu zerstören wie möglich, bevor Gerichte die Administration stoppen können (Milman et al., 2025). Musk hat nicht nur den römischen Gruß übernommen (Bennhold, 2025). Er kommandiert jetzt eine Truppe, die mit adaptierten SA-Methoden die Mitarbeiterinnen einer Behörde terrorisiert, die Daten und Informationen zur Klimakrise und ihren Folgen zugänglich macht.

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Gestern hat mich Norbert Mayr gefragt, was ich von Ingolfur Blühdorns neuestem Vortrag halte. Ich habe mir das Video des Vortrags auf YouTube angeschaut. Viel mehr kenne ich von Blühdorn bisher nicht – allerdings genug um festzustellen, dass sich seine Ideen nicht auf diesen Vortrag reduzieren lassen. Blühdorns Thesen sind das Ergebnis einer jahrzehntelangen Beschäftigung mit den Gründen dessen, was er die „Nachhaltigkeit der Nichtnachhaltigkeit“ nennt. Dieser Hintergrund wird in dem einstündigen Vortrag nicht erwähnt.

Um es kurz zu sagen: Ich finde in Blühdorns Vortrag interessant, was man als Selbstkritik der ökologisch-emanzipatorischen Bewegung bezeichnen kann. Und ich kann vieles von dem nachvollziehen, was er über den grundsätzlichem Wandel zu einem Regime sagt, das er als „illiberale Moderne“ bezeichnet. Ich halte es aber für grundsätzlich problematisch, aus dem Versuch einer „Zeitdiagnose“ Prognosen und Handlungsanweisungen abzuleiten.

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Die New York Times erklärt in einem Artikel , was das Besondere an der neuen DeepSeek App und dem ihr zugrundeliegenden Large Language Model ist.

DeepSeek ist den bestehenden amerikanischen Anwendungen nicht nur zum Teil überlegen bzw. wenigstens gleichwertig. Vor allem wurde das zugrundeliegende Modell mit viel weniger Aufwand entwickelt. Hinzu kommt, dass es sich um eine Open Source-Entwicklung handelt, deren Grundsätze in einem Aufsatz publiziert wurden .

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