Wer sich für Content-Strategie und User Experience-Design interessiert, kann sich darüber am Donnerstagnachmittag im Wahrnehmungslabor der FH Joanneum unterhalten. Das Web Literacy Lab organisiert das Meeting zusammen mit den Design-Studiengängen der FH im Rahmen des Designmonat Graz. Wir haben Christian Henner-Fehr und Judith Denkmayr aus Wien eingeladen und hoffen auf Input aus der Praxis zum Thema Webinhalte. Konrad Baumann und seine Studenten werden über ihre Forschungen zur (katastrophalen) Usability der Websites großer österreichischer Firmen beerichten. Brigitte Radl und ich werden kurz präsentieren, was Content-Strategie ist und warum wir uns beim WLL darauf konzentrieren.

So weit ich weiß, ist die Diskussion am Donnerstag die erste Veranstaltung in Graz überhaupt, die sich mit Content-Strategie beschäftigt. Wir wollen mit ihr im Grazer Designmonat darauf hinweisen, dass Content-Strategie bei der Entwicklung von Websites und Social Media-Auftritten die Hauptrolle spielen sollte. In den englischsprachigen Ländern hat sich Content-Strategie in den vergangenen Jahren zu einer Disziplin entwickelt, die über eigene Methoden verfügt und deren Praktiker ihr Wissen in Publikationen und bei Veranstaltungen austauschen und weitergeben. Einen großen Anteil daran haben Kristina Halvorson, Colleen Jones und Erin Kissane. Auf vielen Sites, z.B. bei A List Apart und in den neuen Contents Magazine, kann man sich darüber informieren. Bei uns auf dem Kontinent ist Content-Strategie noch ein Entwicklungsthema, auch wenn der Ausdruck »Content-Strategie« modisch geworden ist.

Wir wollen am Donnerstag als Veranstalter selbst möglichst viel über Content und Content-Strategie lernen. Wir werden also nicht Frontalunterricht-artig referieren, sondern wir hoffen, dass sich Gespräche zu Themen entwickeln, die mit der Content-Strategie in Verbindung stehen. Mich interessieren dabei vor allem die Fragen:

  • Wie weit lassen sich Methoden aus dem Design auf die Entwicklung von Inhalten für Websites übertragen?

  • Welche Rollen (Content-Owner, Content-Stratege, Redakteur usw.) sind bei der Entwicklung von Web-Inhalten wichtig und wie lassen sie sich in einer Organisation ausfüllen?

  • In welcher Beziehung stehen User und Designer bei der Entwicklung von Web-Inhalten zueinander?

  • Welche Rolle spielen Stories und Storytelling bei Webcontent? Gibt es so etwas wie erfolgreiche Methoden für das Storytelling im Web?

  • In welcher Beziehung stehen Content-Strategie und Content-Marketing zueinander?

Außerdem hoffe ich, dass Brigitte Radl und Karin Raffer von den Konferenzen über Content-Strategie und Content-Marketing berichten, die sie in den letzten Monaten besucht haben.

Ich erwarte nicht, dass wir mit einer Diskussion wie der am Donnerstag Massenkonversionen zur Content-Strategie auslösen können. Aber über etwas virale Wirkung würde ich mich freuen. Binsenweiswheiten über Social Media haben sich inzwischen inflationär verbreitet. Content-Strategen sind vielleicht weniger fancy als »Social Media-Experten«, aber sie können Firmen und Organisationen methodisch dabei unterstützen Inhalte zu entwickeln, die ihnen und ihren Nutzern helfen.

[Details zur Veranstaltung auf der Facebook-Seite dazu.]

2 thoughts on “Das erste Grazer Event zur Content-Strategie

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