Ich habe vor ein paar Tagen über Rainer Seeles Wiener Auftritt als Manager der Emirate-Firma XRG geschrieben. Danach habe ich zwei Podcastfolgen gehört, die unterschiedliche Aspekte des Netzwerks beleuchten, für das Seele tätig ist – auch wenn in ihnen weder von der OMV noch von der XRG die Rede ist. Sie zeigen, wie problematisch die Pfade sind, von denen sich der östereichische Staat, der die OMV kontrolliert, jetzt noch abhängiger macht: Die Vereinigten Arabischen Emirate, denen über die XRG 24,9% der OMV-Anteile und in Zukunft die Hälfte der Anteile an der Chemiefirma Bourouge International gehören werden, sind ein autoritär und brutal regiertes Land, unter ethischen Gesichtspunkten genauso zu verurteilen wie der OMV-Expartner Russland. Die Plastikindustrie, in der Bourouge International als globaler Player agieren wird, hat ökologisch und sozial nicht weniger katastrophale Folgen als das Verbrennen von Öl und Gas, mit denen die OMV und die Emirate bisher das meiste Geld machen.

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Durch ein ein taz-interview heute (Arnold, 2026) bin ich auf Guido Arnold gestoßen, der von rechten Hetzmedien für die Anschläge der Vulkan-Gruppe verantwortlich gemacht wird. Arnold sagt ein paar intelligente Dinge, z.B. zu Technologien wie der „künstlichen Intelligenz“:

Natürlich kann sich aus unseren Analysen der Wunsch ableiten, ins Handeln zu kommen – weil wir ansonsten vor einer antidemokratischen Zukunft stehen. Und wenn wir sehen, mit welcher Geschwindigkeit diese Entwicklung voranschreitet, ist doch klar, dass wir diese technokratische Zukunftsideologie sabotieren müssen. Aber das bedeutet nicht zwingend an brennende Rechenzentren zu denken.

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Gestern ist State of the Climate 2025 (2026) erschienen, der Bericht der World Meteorological Association über den Zustand des Klimas. Kern des Berichts sind knappe Darstellungen der Entwicklung von Schlüsselindikatoren wie der durchschnittlichen Oberflächentemperatur der Erde. In diesem Bericht ist ein wichtiger Schlüsselindikator zum ersten Mal enthalten: das Energieungleichgewicht der Erde, englisch: Earth’s Energy Imbalance. Der Wert dieses Indikators ist der Unterschied zwischen der Strahlungsenergie, die die Erde von der Sonne erreicht, und der wieder abgestrahlten Energie. Treibhausgase in der Atmosphäre und z.T. von ihnen ausgelöste Effekte sorgen schon lange dafür, dass die Erde weniger Energie abstrahlt, als sie aufnimmt. Die zusätzliche Energie wird als Wärme gespeichert, zum größten Teil in den Ozeanen.

Hier eine interaktive Darstellung Earth’s Energy Imbalance von dem auf der WMO-Website verlinkten Dashboard mit Key Climate Indicators:

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Durchschnittliche globale Temperaturabweichung pro Monat (in °C) im Vergleich zu 1850–1900. Klimavisualisierung © 2026 von <a href="https://zacklabe.com/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Zachary Labe </a>, lizenziert unter <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/4.0/?ref=chooser-v1" target="_blank" rel="noreferrer noopener">CC BY 4.0</a>
Durchschnittliche globale Temperaturabweichung pro Monat (in °C) im Vergleich zu 1850–1900. Klimavisualisierung © 2026 von Zachary Labe , lizenziert unter CC BY 4.0

Ich kenne keinen besseren Überblick über die Veränderungen des Klimas als diese Zusammenstellung von Visualisierungen (Labe, n.d.) auf der Website von @ZLabe. Die laufend aktualisierten Grafiken zeigen wichtige globale Indikatoren wie die Abweichungen der Oberflächentemperaturen, der durchschnittlichen Tagestemperatur, der Temperatur an der Meeresoberfläche, des Wärmeinhalts der Ozeane und des CO2-Gehalts der Atmosphäre. Darüber hinaus visualisieren sie viele spatialisierte, also auf Regionen bezogene Daten zur Erhitzung und ihren Folgen. Dazu gehören Angaben zur Erhitzung der Luft auf dem Festland und bestimmten geografischen Breiten und vor allem – ein Forschungsgebiet Zack Labes – zur Erwärmung der Pole und zum Masseverlust der Eisschilde und des Meereises an den Polen.

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Ich überlege immer wieder, wie ich die vielen Links und Notizen zur Klimakrise und ihren Ursachen, die ich in den letzten Jahren gesammelt habe und weiter sammele, sinnvoll miteinander verbinden kann. Manchmal schwebt mir ein Buch mit dem Titel Fossile Expansion vor. Ich denke an eine Ordnung der vielen Informationsquellen und an eine Interpretation der Informationen aus der Perspektive eines Lesenden, nicht an den – größenwahnsinnigen – Versuch einer Synthese.

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