Identitätspolitik als Constraint

The Problem with Facebook Is Facebook

Ich habe in der letzten Woche dieses lange Interview mit Siva Vaidhyanathan gelesen. Bei vielen Punkten möchte ich gerne eine skeptische Position beziehen und sagen: Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, ob Facebook tatsächlich Filterblasen verstärkt. Ich bin nicht sicher, ob man Facebook regulieren sollte. Aber bei einem Punkt trifft Vaidhyanathan ins Schwarze: Wenn er feststellt, dass Facebook politische Diskussion und Identität eng aneinander knüpft.

Even if Facebook were more transparent, it’s the worst possible place to perform our politics, because it amplifies our tendency to see our political opinions as deeply tied to our identities.

Vielleicht müsste die Kritik der politischen Kommunikation auf Facebook hier ansetzen, bei der Identitätspolitik, die Facebook seinen Usern aufzwingt, die zu den constraints gehört, ohne die Facebook nicht funktionieren würde. Facebook ordnet jedes Thema den Personen unter, die kommunizieren—intern für sich selbst, weil es diese Information benutzt, um Profile zu konstruieren, und in der Kommunikation mit anderen, die jeden Beitrag bezogen auf ein Profil wahrnehmen. Es gibt eine natürliche Affinität der Identitätspolitik der Rechten zu dieser Bindung von Botschaften an Profile, eine Art eingebauten Tribalismus. Je wichtiger die Funktion meiner Botschaften dafür wird, meine Position in meinem sozialen Netzwerk, meine Identität zu bestimmen, desto bedeutungsloser wird ihr Inhalt, desto mehr werden sie zu bloßen Meinungsäußerungen.

Lost in the Cloud? #25—Katastrophe EU-Urheberrechts-Richtlinie

Das Thema der Woche war auch für Dietmar und mich die EU-Urheberrechtsrichtlinie , die hoffentlich nicht so umgesetzt wird, wie sie das EU-Parlament beschlossen hat. Wir hatten auch noch etwas Zeit, um auf eine Studie hinzuweisen, die zeigt, dass es in B2B-Praxis so gut wie nie lineare Customer-Journeys gibt. Bemerkenswert fanden wir auch, dass Facebook jetzt Fact-Checker auf Fotos und Videos ansetzt. Und hier in Graz fand der 17. E-Learning Tag an der FH Joanneum statt.

Offenbar macht es Facebook unmöglich, wie bisher von außen Status-Updates zu posten. Bisher habe ich diese Möglichkeit für mein Microblog und für Lost and Found genutzt. (Auch das Posten über Publicise von Jetpack funktioniert nicht mehr.) Facebook wird noch mehr zu einem web-feindlichen, geschlossenen System. Ich weiss noch nicht, wie ich mit Facebook weitermache. Wahrscheinlich werde ich darauf verzichten, Facebook zu nutzen, wenn es nicht automatisiert geht. Bitte abonniert meine RSS-Feeds oder folgt mir auf Twitter!

Facebook? Nur noch im Container!

Maël Roth hat sich neulich auf Facebook knapp und deutlich gegen die Kritik an den sozialen Medien gewendet, die inzwischen zur einem Thema der Hauptnachrichten geworden ist. Ich habe selbst in der letzten Zeit auch einiges dazu geschrieben, und ich kann noch nicht sagen, dass ich zu einer eindeutigen Position gefunden habe. Ich habe mich jetzt pragmatisch erst einmal dafür entschieden, bei allen meinen mobilen Geräten Facebook und auch den Facebook Messenger zu löschen. Auf dem Computer verwende ich den Facebook Container von Mozilla. Ich verhindere also, dass Facebook Daten über mein Surfverhalten bekommt, und, was mir noch wichtiger ist, ich komme gar nicht in Versuchung, ständig auf jedem Gerät in meinen Facebook-Newsfeed zu gehen. Ich bin schon vor einiger Zeit dazu übergegangen, kurze Posts nicht über Facebook zu schicken, sondern über mein Microblog, von wo sie dann automatisch (oder manchmal auch manuell) auf Facebook weitergeschickt werden.

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Jenseits des Newsfeed: Neue (und alte) Räume für Inhalte

Morgen haben wir wieder unseren Podcast. Zur Vorbereitung habe ich eine Reihe von Posts zu den Veränderungen bei Facebook gelesen. Im Hintergrund steht für mich die Frage, was sie für die Zukunft der Content-Strategie bedeuten. Weiterlesen Jenseits des Newsfeed: Neue (und alte) Räume für Inhalte

Der neue Facebook-Newsfeed – eine Schutzzone in der Social Media-Krise

Ich habe in den letzten Tagen einige Artikel zu dem Plan Facebooks gelesen, den Newsfeed radikal zu verändern und ganz auf die Interaktion mit Freunden und Verwandten auszurichten. Bei den deutschsprachigen Posts habe ich den Eindruck, dass die meisten eine Business-as-usual-Haltung einnehmen und davon ausgehen, dass Facebook den Newsfeed weiter in einer Richtung entwickeln wird, die sich schon bei den letzten Veränderungen des Newsfeed-Algorithmus angekündigt hat: Weiterlesen Der neue Facebook-Newsfeed – eine Schutzzone in der Social Media-Krise

"Nothing at Facebook is somebody else's problem"

Plakate in den Facebook-Büros in London
Wir waren am Mittwoch mit den Studierenden von #cos16 bei Facebook London und konnten uns dort mit John McGarvey, Edd White, Liam O’Neill und Mike Atherton vom Content-Strategie-Team unterhalten. Sie haben uns vor allem beschrieben, wie ihr täglicher Job aussieht, und wie sie in den Teams bei Facebook mit Codern und Designern zusammenarbeiten. Weiterlesen "Nothing at Facebook is somebody else's problem"