Ich teile die Erfahrung, dass sehr viel Israelkritik antisemitisch motiviert ist. Da ich im Medienteam von Extinction Rebellion Austria bin, möchte ich ein Statement verlinken, dass wir nach dem Hamas-Attentat vom 7. Oktober formuliert haben: https://xrebellion.at/2023/11/07/positionierung-zur-xr-global-nahost-solidaritaetserklaerung/
Der Antisemitismus-Vorwurf kann aber, gerade weil er oft zutrifft, auch undifferenziert dazu benutzt werden linke oder andere unbequeme Positionen zu denunzieren. Dieter Nuhr tut das in seiner Rede, und damit schadet er dem Preis, den er bekommen hat. Im Grunde verwendet er alte Manipulationstechniken, um Greta Thunberg und die Fridays for Future zum einen als antisemitisch und zum anderen als zivilisationsfeindlich zu denunzieren.
Vielleicht darf ich, ohne dass das anmaßend ist, einen Text zitieren, den David Graeber vor 10 Jahren geschrieben hat:
The problem is that exploiting Jewish issues in ways guaranteed to create rancor, panic, and resentment is itself a form of antisemitism. (This is true whether or not the architects are fully aware of what they’re doing.) [https://www.opendemocracy.net/en/first-time-my-life-im-frightened-be-jewish/]
Muss man diese Ausbeutung nicht auch Nuhr vorwerfen, wenn er so wie in seiner Rede gegen einen großen Teil der Klimabewegung polemisiert?