Eric Frey erfindet in seinem Standard-Artikel eine Windmühle, gegen die er dann kämpfen kann: Klimaschützer würden den Eindruck erwecken, wir müssten nur weniger Treibhausgase emittieren und es würde wieder kühler (Mit dieser Botschaft vermitteln Klimaexperten ein schiefes Bild – Im Fokus). Das glaubt niemand von den in den Medien interviewten Fachleuten, über die sich Frey ärgert. Sie fordern die CO2-Emissionen zu stoppen, damit es nicht noch schneller noch heißer wird. Der größte Teil des CO2, dass die Erhitzung verursacht, wurde in den letzten 30 Jahren in die Atmosphäre gepumpt. Die Emissionen steigen weiter. Die Folgen sind klar: Es wird schon bald zu noch schlimmeren Hitzewellen kommen, die bis zu 50 Tagen dauern könnten.

Continue reading

Die eigenartig ins Leere gehende Argumentation von Eric Frey zum Rechenzentrum in verstehe ich als Ausdruck eines (liberalen) Dilemmas: Frey will den Glauben an technischen Fortschritt und globale Vernetzung nicht aufgeben. Er kann deshalb nicht klar sagen, dass dieses Rechenzentrum vielleicht einem US-Konzern nutzen, aber gerade deshalb der europäischen IT-Branche schaden würde, die öffentliche Investitionen in eine hoffentlich offene Infrastruktur braucht. Und er kann die ökologischen Folgen dieser nächsten Drehung der Wachstumsschraube nicht deutlich benennen. Es bleibt dann nur ein vages Einverständnis mit den poderes facticos. Und die Klage über den kurzsichtigen lokalen Widerstand der Menschen, die die Lebensvoraussetzungen in ihrer Region gegen einen globalen Konzern verteidigen [Beim Rechenzentrum in Kronstorf geht es auch um die Zukunft Europas – Eric Frey – derStandard.at › Diskurs].

BTW: Freys Satz „Darüber herrscht unter Entscheidungsträgern weitgehend Einigkeit in“ wäre ein guter Titel für ein trauriges und wütendes Buch zur globalen Erhitzung.

Die New York Times hat zum ersten Mal geleakte Memos des Obersten Gerichtshofs der USA publiziert (Barbaro et al., 2026; Kantor & Liptak, 2026; New York Times, 2026). Die Memos dokumentieren die gerichtsinterne Diskussion, die 2016 zum Stopp des Clean Power Plan der Obama-Regierung führte. Der Clean Power Plan war die zentrale klimapolitische Maßnahme Obamas.

Click here to display content from embed.podcasts.apple.com.

Continue reading

Durch ein ein taz-interview heute (Arnold, 2026) bin ich auf Guido Arnold gestoßen, der von rechten Hetzmedien für die Anschläge der Vulkan-Gruppe verantwortlich gemacht wird. Arnold sagt ein paar intelligente Dinge, z.B. zu Technologien wie der „künstlichen Intelligenz“:

Natürlich kann sich aus unseren Analysen der Wunsch ableiten, ins Handeln zu kommen – weil wir ansonsten vor einer antidemokratischen Zukunft stehen. Und wenn wir sehen, mit welcher Geschwindigkeit diese Entwicklung voranschreitet, ist doch klar, dass wir diese technokratische Zukunftsideologie sabotieren müssen. Aber das bedeutet nicht zwingend an brennende Rechenzentren zu denken.

Continue reading

Click here to display content from YouTube.
Learn more in YouTube’s privacy policy.

Komprimierte Informationen über die Möglichkeiten, die AMOC durch Geoengineering, vor allem durch die Injektion von Aerosolen in die Stratosphäre, am Umkippen zu hindern (Wieners & Breeze, 2026). Claudia Wieners ist eine Spezialistin für Geoengineering und für die Tipping Points im Klimasystem.

Continue reading

Gestern ist State of the Climate 2025 (2026) erschienen, der Bericht der World Meteorological Association über den Zustand des Klimas. Kern des Berichts sind knappe Darstellungen der Entwicklung von Schlüsselindikatoren wie der durchschnittlichen Oberflächentemperatur der Erde. In diesem Bericht ist ein wichtiger Schlüsselindikator zum ersten Mal enthalten: das Energieungleichgewicht der Erde, englisch: Earth’s Energy Imbalance. Der Wert dieses Indikators ist der Unterschied zwischen der Strahlungsenergie, die die Erde von der Sonne erreicht, und der wieder abgestrahlten Energie. Treibhausgase in der Atmosphäre und z.T. von ihnen ausgelöste Effekte sorgen schon lange dafür, dass die Erde weniger Energie abstrahlt, als sie aufnimmt. Die zusätzliche Energie wird als Wärme gespeichert, zum größten Teil in den Ozeanen.

Hier eine interaktive Darstellung Earth’s Energy Imbalance von dem auf der WMO-Website verlinkten Dashboard mit Key Climate Indicators:

Click here to display content from datawrapper.dwcdn.net.

Continue reading