Giorgos Kallis kritisiert – und ironisiert – Autoren aus der Degrowth-Community, die einen Abfall von ursprünglichen Degrowth-Prinzipien beklagen (Kallis, 2026). Dabei setzt er sich vor allem mit Clive Spash (2026) auseinander.
Kallis’ Argument: Eine einheitliche, „reine“ Degrowth-Bewegung hat es nie gegeben – schon die Autoren, auf die dieser Begriff zurückgeht, vertraten unterschiedliche Positionen und widersprachen sich selbst. Die innere Vielfalt ist eine Stärke, nicht eine Schwäche der Degrowth-Bewegung. Kallis stellt sich die Degrowth-Community als mediterrane Familie vor:
„What if we modeled ourselves after a loud, argumentative Mediterranean family that is having dinner, quarrelling and disagreeing about everything and nothing, before going home and loving (and hating) each other to death – but still being a family?“
Im Konversationston spricht Kallis dabei grundlegende Fragen an, vor allem nach den Beziehungen zwischen Degrowth-Bewegung und Wirtschaftswissenschaften. Er wiederholt in einer sehr verständlichen Form die Grundthese seines Buchs Limits (Kallis, 2019): Grenzen des Wachstums lassen sich nicht überzeugend aus „natürlichen“ Gegebenheiten ableiten. Individuen und Gruppen müssen selbst bestimmen, was für sie genug ist. (Über Limits habe ich hier gebloggt.)
Kallis, G. (2019). Limits – Why Malthus was wrong and why environmentalists should care.
Kallis, G. (2026, March 6). What’s wrong with degrowth? Nothing.
Degrowth.info.
https://degrowth.info/en/blog/what-s-wrong-with-degrowth-nothing
Spash, C. L. (2026). What’s wrong with degrowth?
Environmental Values, 09632719261417181.
https://doi.org/10.1177/09632719261417181