[Frage:] „In der Steiermark wird gerade massiv um Touristen geworben, die mit dem Flugzeug kommen sollen.“
[Antwort:] „Ethisch ist das verantwortungslos und es ist de facto umweltkriminell. Ich halte das für eine unverschämte, dreiste Vorgangsweise der öffentlichen Hand, diese Strategie auch noch mit einer Million Euro zu fördern, wie kürzlich für die Erlebnisregion Graz, zur Hälfte getragen vom Land Steiermark.“
Der Grazer Klimaforscher Gottfired Kirchengast in einem lesenswerten, mutigen Interview in der Kleinen Zeitung (Kirchengast, 2026).
Die Reaktion des Wirtschaftskammer-Chefs Herk (Pilch, 2026) ist eine Belegstelle für die Verwendung der Worthülsen „technologieoffen“, „mit Augenmaß“ und „ideologisch“ zur Abwehr von Aussagen über Fakten:
„Klimaschutz müsse „technologieoffen, realistisch und mit Augenmaß“ verfolgt werden, sagt Herk. „Ihn jedoch als Keule gegen jede Form wirtschaftlicher Entwicklung einzusetzen und öffentliche Investitionen pauschal zu kriminalisieren, ist kein Beitrag zur Lösung, sondern Ausdruck eines ideologischen Absolutheitsanspruchs“, ärgert sich der steirische WKO-Chef.
Ein Politfunktionär, dessen finanzielles Gebaren selbst in seiner eigenen Organisation höchst umstritten ist (Hecke, 2025), qualifiziert hier einen Wissenschaftler ab, der an wichtigen Publikationen zum Zustand des Planeten (von Schuckmann et al., 2023) beteiligt ist. Ein Symbol für den Gegensatz zwischen Unbildung und kurzfristigsten finanziellen Interessen einerseits und – unbequemer – aktueller Forschung andererseits und damit auch für die politische Situation in der blau-schwarzen Steiermark. Wenn die „de facto Umweltkriminellen“ die Oberhand behalten, wird es sehr dunkel werden.