Wir haben bei der Plattform 1,5 Graz die Positionen der Grazer Parteien zur Klimapolitik erhoben. FPÖ – nicht überraschend – und Volkspartei – für mich schon überraschend – haben die Fragen nicht beantwortet. Die Antworten der Parteien, die sich für Klimapolitik interessieren, zeigen einen sehr weitgehenden Konsens. Sie zeigen aber auch – in den Kommentaren zu den Antworten sind wir darauf eingegangen – dass die meisten Parteien das Ausmaß der Klimakatastrophe unterschätzen und keine unbequemen Antworten (Schließung des Grazer Flughafens, entschlossenes Promoten pflanzlicher Ernährung, kein Bauen mit Beton) geben wollen.

Reblog via Plattform 1,5 Graz

Die Plattform 1,5 Graz hat allen wahlwerbenden Parteien einen Fragebogen zur Klimapolitik in der kommenden Wahlperiode geschickt. Fünf Parteien haben geantwortet.

Diese Antworten sind eine wichtige Grundlage für die Wahlentscheidung am 28. Juni. Die Parteien, die geantwortet haben – Grüne, KPÖ, NEOS, Piraten und SPÖ – setzen unterschiedliche Akzente, sind aber darin einig, dass Klimaschutz und Klimaanpassung zentrale Herausforderungen für den nächsten Gemeinderat darstellen. Die Plattform 1,5 Graz begrüßt das ausdrücklich.

Auch bezüglich vieler Maßnahmen für mehr Klimaschutz und Klimawandelanpassung sind diese Parteien einer Meinung. So unterstützen sie alle eine deutliche Verringerung des Autoverkehrs in der Stadt, ein Ende der Bodenversiegelung, mehr Bäume im Stadtgebiet und Maßnahmen gegen Extremwetterereignisse. Unterschiede gibt es in der Verbindung von klima- und sozialpolitischen Schritten und in der Beurteilung der Klimapolitik der aktuell regierenden Koalition im Gemeinderat. 

DI Dr. Günter Getzinger von MoVe iT Graz, einer der Mitgliedorganisationen der Plattform, sagte zur Bedeutung der Klimapolitik in Graz: 

„Klimaschutz ist vor allem auch aus Gründen der sozialen Gerechtigkeit alternativlos, global, regional, lokal! Sozial Schwache in Graz haben keine großen Garten, ja manchmal nicht einmal einen Balkon, auf den sie bei großer Hitze flüchten können, sie wohnen an Straßen, die vom Durchzugsverkehr überflutet sind und sind von Energiearmut bedroht. Wohlhabende wiederum sind überproportional für die Klimakrise verantwortlich: Sie wohnen in Einfamilienhäusern, fahren große Autos und fliegen in den Urlaub. Sozialpolitik muss daher auch Klimapolitik sein, und Klimapolitik muss sozial gerecht sein!“ 

Nils Fischer (17) von den Grazer Fridays for Future kommentierte das Ausbleiben der Antworten von Volkspartei und FPÖ so:

„Dass ÖVP und FPÖ sich zu diesem Thema nicht äußern, lässt vermuten, dass Klimaschutz für sie keinerlei Bedeutung hat. Somit geben sich zwei etablierte Großparteien noch nicht einmal die Mühe so zu tun, als sei ihnen die Bewältigung der größten Krise der Menschheit ein Anliegen. Damit lassen sie insbesondere die Junge Generation allein, indem sie Ihnen keinen Plan für eine lebenswerte Zukunft bieten. Sie distanzieren sich damit auch von den österreichischen Klimaschutzzielen, und nicht zuletzt, jeglicher Verantwortung als Vertretung der Bevölkerung.“

Graz ist heute bereits im Jahresdurchschnitt 3,1 Grad Celsius heißer als vor der Industrialisierung. Die Lebensverhältnisse verändern sich deutlich, u.a. durch lebensgefährliche Hitzewellen, wie wir sie gerade erleben. Landwirtschaft und Tourismus, aber auch die Industrie müssen sich radikal verändern. In einer immer heißer werdenden Stadt sind Klimaschutz, Klimaanpassung und die Energiepolitik entscheidende Bereiche der Politik.

Wir appellieren daher an alle Wählerinnen und Wähler, die Bedeutung der Klimapolitik ernst zu nehmen und in ihrer Wahlentscheidung zu berücksichtigen.

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Die Steiermark als „Bastion“ im Stil eines Kinderbuchs der 30er Jahre
Die Steiermark als „Bastion“ im Stil eines Kinderbuchs der 30er Jahre

Gepostet auf der Facebook-Seite des steirischen Sozial- und Umweltlandesrats Hannes Amesbauer. Etwas weiter unten teilt Amesbauer einen Beitrag von Herbert Kickl von der CPAC Hungary. Mehr zur an das „Neurussland“ Putins, aber auch die Remigrationsideologie der Identitären erinnernernden „Bastion Steiermark“ in diesem FPÖ-Video mit Amesbauer.

Um seine Phantasien einer ethnisch sauberen Heimat umzusetzen, verwendet Amesbauer vor allem die Förderpolitik im Sozialbereich. Hier schließt sich ein Kreis zu den Streichungen in der Kulturförderung in der Steiermark – nur dass die FPÖ dort wohl nicht so deutlich sagen kann, dass es ihr nicht vor allem um Einsparungen, sondern um die Zerstörung von Diversität geht.

Fediverse Reactions

Start der Klimademo am 10.5.25 am Mariahilferplatz in Graz. Bild: FridaysForFuture Graz, CC BY 2.0

Die folgende Rede habe ich bei der Klimademo im Mai für die Plattform 1,5 Graz gehalten. Sie wurde zuerst hier im @ausreisser publiziert, als erster Beitrag einer Kolumne, die ich dort jetzt schreiben darf. Der Ausreißer ist selbst ein Opfer der rechtspopulistischen und autoritären Politik, die ich hier angreife. Ihm wurde die gesamte Landesförderung gestrichen – etwa gleichzeitig mit der Neubesetzung des steirischen Kulturkuratoriums mit z.T. weit rechts stehenden Mitgliedern.

Danke an @schalk für viele redaktionelle Verbesserungen an meinem Redemanuskript und vor allem dafür, dass ich es auch hier publizieren kann.

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Copyright
Screenshot, wirbrauchenkultur, 
Ein Projekt des ausreißer_Die Wandzeitung, Redaktion: Joachim Hainzl, Evelyn Schalk, Eva Ursprung
Design: Azam Shadpour
Supported by Kunsthaus Graz u. v. m.

Ana und ich waren gestern auf der Textperformance Das Alphabet des Autoritären im Kunsthaus. Evelyn Schalk, Joachim Hainzl und Eva Ursprung trugen einen dreistimmigen Text vor. Jede der drei Stimmen bestand aus Abschnitten, die jeweils mit einem Buchstaben des Alphabets und einem Stichwort überschrieben waren oder nur daraus bestanden, also zum Beispiel K wie Klimaterroristen.

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