Eric Frey erfindet in seinem Standard-Artikel eine Windmühle, gegen die er dann kämpfen kann: Klimaschützer würden den Eindruck erwecken, wir müssten nur weniger Treibhausgase emittieren und es würde wieder kühler (Mit dieser Botschaft vermitteln Klimaexperten ein schiefes Bild – Im Fokus). Das glaubt niemand von den in den Medien interviewten Fachleuten, über die sich Frey ärgert. Sie fordern die CO2-Emissionen zu stoppen, damit es nicht noch schneller noch heißer wird. Der größte Teil des CO2, dass die Erhitzung verursacht, wurde in den letzten 30 Jahren in die Atmosphäre gepumpt. Die Emissionen steigen weiter. Die Folgen sind klar: Es wird schon bald zu noch schlimmeren Hitzewellen kommen, die bis zu 50 Tagen dauern könnten.

In einer Reihe von Argumenten, die zutreffen, aber nicht relevant sind, bringt Frey zwei schiefe Aussagen unter, die zeigen, wie sehr die aktuelle Hitzewelle seine liberalen Glaubenssätze herausfordert.

Frey behauptet, die österreichische Regierung sei nicht für die Erhitzung verantwortlich. Das stimmt nicht. Die Regierungen, die trotz Warnungen nichts gegen die sich anbahnende Katastrophe getan haben, tragen eine Hauptverantwortung dafür, dass sie eingetreten ist. Regulierungen waren möglich, aber sie wurden – nicht zuletzt von ideologischen Liberalen – verhindert. Die Regierungen von ihrer vergangenen Verantwortung freizusprechen ist eine Aufforderung, auch weiter nichts oder fast nichts zu tun.

Frey ärgert sich darüber, dass die Klimakatastrophe als Argument gegen unseren konsumorientierten Lebensstil benutzt wird. Dabei liegen auch hier die Tatsachen auf dem Tisch: Die reichsten 10℅ des Planeten verursachen den größten Teil der Erhitzung und vor allem ihrer Zunahme seit 1990.

Die Hitzewellen dieses Sommers beweisen, dass die Prognosen der Klimaforschung richtig und allenfalls zu vorsichtig waren. Frey hält sich die Ohren zu, weil er den Schuss nicht hören will. Er unterstellt lieber denen Naivität, die jetzt durch Notstandsmaßnahmen das Allerschlimmste verhindern wollen.

Fediverse Reactions

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Your post must include a link to this post.

How does this work?
Write a response on your own website and include a link to this post. Then submit your response’s URL here. Your response may appear here after moderation. To update or remove it, edit or delete your original post and submit the same URL again. Learn more about Webmentions.