Habe heute angefangen Informationen zu den Anstrengungen der USA zu sammeln, den Westbalkan mit LNG-Pipelines zu überziehen. Die Pipelines werden weit mehr Gas liefern, als dort bisher gebraucht wird. Sie sind der eigentliche Hintergrund für den angekündigten Rückzug von Christian Schmidt als Hoher Kommissar in Bosnien-Herzegovina. Ein besonders krasses Beispiel für fossile Expansion in unserer Nähe und für die EU-feindliche Politik der USA.

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Randbemerkung zu dem wichtigen Artikel von Nadja Hahn Warum Klimajournalismus mehr braucht als Mut:

Ein Grund dafür, dass das Klima im ORF nicht zu einem Schwerpunkt werden durfte, war die Angst vor dem „Aktivismus-Vorwurf“. Dieser Vorwurf lässt sich gegen Journalismus zu jedem Thema erheben. Er ist berechtigt, wenn journalistische Arbeit und „Advocacy“ verwechselt werden. Aber das, was Nadja Hahn hier vorgeschlagen hat: koordiniert und vernetzt aus verschiedenen Ressorts so ausführlich und kontinuierlich über dieses Thema zu berichten, wie es seiner sachlichen Relevanz entspricht – ist das Gegenteil von Advocacy. Ist etwa die penetrante Berichterstattung über die „Spritpreise“ Advocacy? Und für wen?

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Labour is losing today because we are a party that won’t say Britain is broken – when it is, won’t challenge the rules of globalisation, and we are now a party defined only through tax, spend and welfare — and with no answer for working class voters who’ve been left behind.

The question isn’t how to win them back. It’s whether Labour wants to represent them at all. [The Guardian: Elections 2026 live]

Das ist gut formuliert, finde ich. Es beschreibt die Sozialdemokratie nicht nur in England. Wenn sie weiter agiert wie der Betriebsrat der Konservativen wird sie untergehen.

Fediverse Reactions

@Heinz @giesbert scheint kaum irgendwo besser zu passen als in dieser Hinsicht. Wir kennen die Prognosen, wir wissen, was zu ändern wäre, wir ändern _müssen_ – und: Nichts passiert. Ein wenig Kosmetik zur Gewissensberuhigung, ansonsten business as usual. Und wir müssten (noch!??) recht wenig ändern und das auf freiwilliger Basis, während uns die Zukunft Änderung brutal aufzwingen wird. Es ist verrückt – volle Kanne auf den Abgrund zu und ab und an noch lachend aufs Gas steigen. 3/3

May 4, 2026, 9:48 pm 0 boosts 0 favorites

@scheichsbeutel Danke für deine ausführliche Antwort! Gut zu wissen, dass es uns in vielem ähnlich geht.

Ich muss gestehen, dass ich im zweiten Teil der Schlafwandler stecken geblieben bin. Sie stehen aber in der Nähe meines Lesesessels und warten.

Ich versuche seit ein paar Jahren – seit mir die Tatsache der „Klimakrise“ bewusst geworden ist – zu verstehen, wie es zu ihr kommen konnte und vor allem dazu, dass sie beschleunigt statt gebremst wird.

Jetzt sehe ich sie als eine Folge des exponentiellen Wachstums der materiellen Infrastruktur, der Technosphäre, seit der Mitte des 20. Jahrhunderts – eigentlich schon seit dem Beginn des industriellen Kapitalismus. Diesen Prozess der Great Acceleration versuche ich im Sinne der ökologischen Ökonomie zu verstehen, also als Wachstum von materiellen Stocks und Flows, das auf Extraktion, vor allem auf Bergbau, beruht, und mit der Dissipation, also entropisch, endet. Das Wachstum ist dabei im Kapitalismus monetär gesteuert, es ist aus der Innensicht Akkumulation von Kapital.

Auf einer dritten Ebene, neben denen der großen Beschleunigung im Sinne der Erdsystemwissenschaften und des sozialen Metabolismus im Sinne der ökologischen Ökonomie – handelt es sich um räumliche und kontingente Prozesse, vor allem weil die Ressourcen, die für die Expansion der Technosphäre/die Akkumulation des Kapitals ausgebeutet werden, geografisch unterschiedlich verteilt sind (ein Zustand niedriger Entropie). Das Wachstum einer Wirtschaft, die vor allem auf mineralischen Ressourcen beruht, führt deshalb zugleich zum Übergewicht der Technosphäre und zu geopolitischen Konflikten. (Dazu lerne ich am meisten von Helen Thompson.)

Der Grund für das „Schlafwandeln“ liegt, glaube ich, darin, dass die Innen- und die Außensichten auf diese Prozesse bisher nicht zusammengebracht werden. Das Schlafwandeln besteht in einer Innensicht, nach der das Wachstum einer ökonomischen Logik folgt, die sich liberal oder sozialistisch verstehen lässt. Von außen gesehen handelt es sich um die Destruktion der Biosphäre und die exponentielle Beschleunigung der Herstellung von Entropie.

Entschuldige, dass ich so ausgreifend antworte – darauf hat mich das Bild des Schlafwandelns gebracht. To be continued … /c @giesbert

Eine Folge der Entfernung Maduros durch die USA: Der italienische Konzern Eni, der schon lange in Venezuela aktiv ist, intensiviert die Schwerölförderung im Orinocogebiet (Bonotti, 2026d). Bereits im März hatten Eni und die spanische Ölgesellschaft Repsol vereinbart, ab 2031 Flüssiggas aus dem Offshore-Projekt La Perla zu exportieren (Bonotti, 2026c).

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