von

Für Extinction Rebellion: Links zum Klimanotstand (17.9.2019)

Ich habe der Grazer Gruppe von Extinction Rebellion zugesagt, sie mit wissenschaftlichen Informationen zur Klimakrise und zur Kommunikation darüber zu versorgen. Hier eine er­ste Zusammenstellung von Links:

Österreich:

Ausgewiesene österreichische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler haben in einem ausführlichen Dokument beschrieben, wie die Ziele des Pariser Abkommens in Österreich erreicht werden können: Referenz-Nationaler Energie- und Klimaplan. Sie stellen unterschiedliche Wege zur Umsetzung des Abkommens dar—je nachdem, ob eher auf technische oder soziale Innovation gesetzt wird, und ob man einen Bottom-up- oder einen Top-down-Ansatz verfolgt. Alle vier Wege bedeuten einen radikalen Politikwechsel. In jedem Fall ist es nötig, die Politik an der Lebensqualität statt am Lebensstandard zu orientieren. Das Dokument ist eine zentrale Argumentationsgrundlage für eine ökologische Politik in Österreich. Kurzpräsentation: https://ccca.ac.at/fileadmin/00_DokumenteHauptmenue/03_Aktivitaeten/UniNEtZ_SDG13/RefNEKP/Ref-NEKP_Folienset-PK-Praesentation_9Sep2019.pdf.

FridaysForFuture hat am letzten Freitag eine Veranstaltung organisiert, bei der Gottfried Kirchengast, Helga Kromp-Kolb, Karl Steininger und Sigrid Stagl auf der Basis dieses Plans die Konzepte der Parteien zur Einhaltung der Pariser Klimaziele mit Schulnoten bewertet haben. In der Puls4-Mediathek kann man das Event anschauen: Die große Klimaprüfung von Fridays For Future.

Klimaforschung:

Guardian-Artikel über das Abschmelzen des dritten Pols, der Gletscher des Himalayagebiets: The world has a third pole – and it’s melting quickly. Wenn die globale Erhitzung nicht gestoppt wird, wird die innerasiatische Eismasse (15% der globalen Eismasse) in diesem Jahrhundert vollständig abschmelzen. Schon jetzt erwärmt sie sich viel schneller als der Rest der Erdoberfläche. Damit droht außer dem Verlust vieler Biotope nicht nur eine Erhöhung des Meeresspiegels, sondern auch eine Bescheunigung der dramatischen Veränderungen des Wetters in den riesigen Gebieten, die vom Wasser aus diesen Gebieten abhängen. Inzwischen verbotene Pestizide, die bisher im Eis gebunden waren, werden schon heute wieder freigesetzt.

Degrowth:

Jason Hickel begründet in einem Artikel für Foreign Policy, warum der Umstieg auf regenerative Energie allein keinen Ausweg aus der Klimakrise darstellt: The Limits of Clean Energy. Um den jetzigen Energiebedarf weltweit mit regenerativen Energien zu decken, müssten so viele Metalle abgebaut werden, dass viele Regionen ökologisch zerstört würden. Bei einem weiteren Wirtschaftswachstum würden sich diese negativen Effekte potenzieren. Deshalb gehört zu einem Green New Deal im Rahmen der Planetary Boundaries eine Postwachstums-(Degrowth-)Politik.

Aktivismus:

Peter Kalmus, amerikanischer Klimawissenschaftler und Autor von “Being the Change: Live Well and Spark a Climate Revolution”, beschreibt in How to live with the climate crisis without becoming a nihilist, Aktivismus und die Änderung des persönlichen Verhaltens als Weg, mit dem Wissen um die Klimakatastrophe zu leben, ohne nihilistisch oder depressiv zu werden:

Es ist rational, gewaltfreien zivilen Ungehorsam zu praktizieren. Das sind alles Sprachformen, die einen Unterschied machen können….. Heute, trotz all der düsteren Klimanachrichten, fühle ich mich tatsächlich optimistischer denn je. Die Leute wachen auf! Vielleicht gibt es ein wenig Panik, aber das ist eine vernünftige Antwort und ein guter Ausgangspunkt. Ich bin voller Hoffnung, dass wir eine breite Klimamobilisierung und Systemtransformation in einem Tempo und Ausmaß erleben werden, von dem ich noch vor einem Jahr nicht einmal zu träumen gewagt hätte. Gemeinsam sind wir auf dem besten Weg, diese Milliarden von Klimaaktivisten zu werden. (It’s rational to practice nonviolent civil disobedience. These are all forms of speech that can make a difference… Today, despite all the grim climate news, I actually feel more optimistic than ever. People are waking up! Maybe there’s a bit of panic, but that’s a sensible response and a good place to start. I’m hopeful we’ll see broad climate mobilization and systems transformation at a pace and scale I wouldn’t have dared dream of even a year ago. Übersetzt mithilfe von DeepL)

Klimajournalismus

Sehr gute Darstellung (danke Torsten Schäfer!) des aktuellen Stands des deutschsprachichigen Klimajournalismus, mit Links zu den relevanten Websites und Magazinen, zu wissenschaftlichen Studien darüber und zu Ausbildungsmöglichkeiten: Wo steht der deutschsprachige Umwelt- und Klimajournalismus? Ein Überblick

Schreibe einen Kommentar

Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.