Vor zwei Tagen hat die zweite große Hitzewelle dieses Sommers begonnen. Vorausgesagt werden Temperaturen bis zu 40° Celsius. Wer nur oberflächlich die Nachrichten verfolgt, hat in den letzten Wochen erfahren, dass das Ende der Arktis, wie wir sie kennen, kaum aufzuhalten ist, dass mit dem Abschmelzen eines großen Eisgebiets der Antarktis möglicherweise der erste globale Klima-Kipp-Punkt erreicht ist, dass 1.5° Temperaturerhöhung den größten Teil der existierenden Korallenriffe bedrohen und dass der brasilianische Regenwald noch schneller abgeholzt wird als bisher. Wenn mein Enkel Levi, der im letzten Jahr geboren wurde, 80 Jahre sein wird, wird es einige der eindrucksvollsten und im Erdsystem wichtigsten Zonen dieses Planeten wohl nicht mehr geben. Vorstellungen davon, was diese Zerstörungen in den übrigen Gebieten der Erde auslösen können, finde man in der dystopischen Literatur.

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Latour stellt zu Anfang seines Gaia-Buches die Frage, warum die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel so wirkungslos bleiben (siehe mein letztes Post dazu, indem ich einen ähnlichen Gedanken etwas anders formuliere). Er ruft nicht dazu auf, ihnen mit den üblichen Mitteln der Kommunikation mehr Nachdruck zu verschaffen. Die Strategie, die er vorschlägt, ist eine andere: das wissenschaftliche Arbeiten selbst als politisch zu begreifen, sich darüber klar zu werden, dass Wissenschaft schon immer Fakten öffentlich macht (auch im Sinne von: sie öffentlich produziert) und wissenschaftliche Forschung und politische Aktion integriert zu begreifen. Damit ist nicht gemeint—auch wenn solche Vorwürfe immer wieder gegen Latour erhoben wurden—dass wissenschaftliche Fakten willkürlich sind, dass sie, so wie es die Klimaskeptiker behaupten, aus dunklen Motiven fingiert würden. Gemeint ist vielmehr, dass es keinen grundsätzlichen Unterschied zwischen den Methoden gibt, mit denen in der Wissenschaft und bei anderen sozialen Praktiken Fakten etabliert werden. Latour wendet sich gegen die Annahme, dass ein Graben die Wissenschaft von Politik und Gesellschaft trennt.

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Ich versuche, mein Blog und meine Website zu überarbeiten—unter anderem auch, damit die IndieWeb-Features bei mir funktionieren. Gestern habe ich die Site endlich so umgestellt, dass auch die Startseite von WordPress generiert wird, mein Blog aber weiter in einem eigenen Verzeichnis läuft. Ich kann mich jetzt mit der URL https://wittenbrink.net und über meine Website auf Sites authentifizieren, die das OAuth-Protokoll unterstützen. Ich habe es unter anderem bei IndieAuth getestet. Auf meiner Website funktioniert das mithilfe des IndieAuth-Plugins.

Nur zur Dokumentation für mich selbst–sorry, wenn das kryptisch ist:

Um sicherzustellen, dass WordPress in einem eigenen Verzeichnis läuft, aber trotzdem die Startseite von WordPress generiert wird, habe ich mich an Giving WordPress Its Own Directory gehalten.

Den korrekten-String (SetEnvIf Authorization "(.*)" HTTP_AUTHORIZATION=$1) für meine .htaccess-Datei habe ich hier gefunden. Vorher habe ich vom IndieAuth-Plugin nur Fehlermeldungen bekommen.