Die lange Facebook-Story in Wired gelesen: Inside Facebook’s Hellish Two Years—and Mark Zuckerberg’s Struggle to Fix it All. Auch ein Dokument der Stimmungsveränderung in den letzten beiden Jahren: Vom Techno-Optimismus der Social Media-Gründerjahre zur Ratlosigkeit angesichts der Wiederkehr autoritärer und dumpfer Strömungen. Sehr viel personalisiertes Storytelling, sehr viel Detailinformation, und insgesamt Katzenjammer. Die wirtschaftlichen Gründe für die Veränderungen bei Facebook werden kaum erwähnt, etwa die Folgen des Vertrauensschwunds für Anzeigenkunden.

In meinem Post eben wollte ich der ÖVP- nicht der FPÖ-Führung vorwerfen, dass sie nicht erkennt, dass Strache ein Brandstifter ist. Auf Twitter kann ich das leider nicht mehr korrigieren.

Bystander-Effekt. Heute morgen hat mich ein Journalist gefragt, ob ich etwas dazu sagen kann, dass immer wieder Schaulustige mit Handys Unfälle, sogar Sterbende, filmen, statt zu helfen oder wenigstens Platz für die Helfer zu machen. Ob das auch an den sozialen Medien läge? Ich bin unsicher, denn dieses Phänomen gibt es schon lange. Beim Googeln habe ich Material über den Bystander- oder Teilnehmereffekt gefunden, z.B. Zuschauereffekt – Wikipedia. Sehr interessant: dieser Artikel in Quartz: The bystander effect is being made worse by people filming violent events on their smartphones, in dem auch auf ein Projekt zur Erziehung von Bystanders hingewiesen wird. Offenbar greifen Zuschauer um so weniger ein, je mehr es von ihnen gibt. Es ist schwer, nicht an die Flüchtlingskrise zu denken: Je mehr Leute sehen, was mit den Flüchtlingen passiert, um so weniger tun sie dagegen.