Mit Karl Rose, dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Energie Steiermark und „Energie-Experten“, habe ich mich hier schon ausführlich beschäftigt. Rose war bis vor kurzem (Haase, 2024) im Aufsichtsrat der OMV. Dort und als Berater der Adnoc, der Öl- und Gasfirma der Vereinigten Arabischen Emirate, trieb er die fossile Expansion aktiv und in einer verantwortlichen Rolle voran. Ich habe selbst gehört, wie er bei einem Vortrag in Graz darauf hinwies, dass er Fluggesellschaften Öl verkauft habe (Rose, 2023).

Hier in der Steiermark hat er die Rolle des „Energie-Experten“. Für diese Rolle ist der Titel des Universitäts-Professors hilfreich, den Rose von der Karl-Franzens-Universität erhalten hat, obwohl er so gut wie keine selbsterstellte wissenschaftliche Arbeit veröffentlicht hat (Rose Karl – Publikationen – Forschungsportal – Karl-Franzens-Universität Graz, 2025).

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Gestern hat mich Norbert Mayr gefragt, was ich von Ingolfur Blühdorns neuestem Vortrag halte. Ich habe mir das Video des Vortrags auf YouTube angeschaut. Viel mehr kenne ich von Blühdorn bisher nicht – allerdings genug um festzustellen, dass sich seine Ideen nicht auf diesen Vortrag reduzieren lassen. Blühdorns Thesen sind das Ergebnis einer jahrzehntelangen Beschäftigung mit den Gründen dessen, was er die „Nachhaltigkeit der Nichtnachhaltigkeit“ nennt. Dieser Hintergrund wird in dem einstündigen Vortrag nicht erwähnt.

Um es kurz zu sagen: Ich finde in Blühdorns Vortrag interessant, was man als Selbstkritik der ökologisch-emanzipatorischen Bewegung bezeichnen kann. Und ich kann vieles von dem nachvollziehen, was er über den grundsätzlichem Wandel zu einem Regime sagt, das er als „illiberale Moderne“ bezeichnet. Ich halte es aber für grundsätzlich problematisch, aus dem Versuch einer „Zeitdiagnose“ Prognosen und Handlungsanweisungen abzuleiten.

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Ich habe heute im neuen Falter mehrere Artikel zur blauschwarzen Regierungsbildung gelesen – nach Thurnhers Editorial und dem Falter-Podcast zum selben Thema gestern. Der lange Bericht zum Abbruch der pink-rot-schwarzen Koalitionsgespräche ist ein Stück Zeitgeschichtsschreibung.

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In den Nachrichten und Kommentaren zur Bildung einer blauschwarzen Regierung, die ich mitbekommen habe – vor allem im Standard und im ORF – spielen Klima und Ökologie kaum eine Rolle. Diese traditionelle Perspektive auf die FPÖ ist ein Ausdruck der noch immer üblichen Einschätzung der Klimapolitik als eines Sonderthemas unter vielen anderen. Sie entspricht aber nicht den Tatsachen.

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Geschäftsstelle der steirischen FPÖ in der Conrad-von-Hötzendorf-Straße in Graz

Gestern wurde bekannt, dass die nächste steirische Landesregierung voraussichtlich aus FPÖ und ÖVP bestehen wird.

Eine grottenschlechte politische Nachricht mehr, sicher nicht die letzte. In den USA hat Trump gewonnen. In Österreich wird ein Kanzler Kickl immer wahrscheinlicher (vielleicht wird es auch Hofer oder ein anderer sogenannter hononoriger Blauer). In Frankreich regiert das Rassemblement National faktisch schon mit. Die Fratelli d’Italia gehören zur Koalition hinter der neuen EU-Kommission. Die Grünen werden auf allen Ebenen marginalisiert (gestern übrigens auch in Irland).

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