Am 6. November machte die Kleine Zeitung mit einen „Hingucker“ auf: Der „Energie-Experte“ Karl Rose erklärte die Pariser Klimaziele für unerreichbar. Rose setzte noch eins drauf: Die Energiewende werde jeden Bürger „20% seines Vermögens“ kosten (Sittinger, 2023a). Drei Wochen vor der Klimakonferenz COP28 hatte die Kleine eine kleine Sensation. Ernst Sittinger, der Autor des Artikels, freute sich über die öffentliche Erregung (Sittinger, 2023b).

Titelseite der Kleinen Zeitung vom 6. November 2023
Titelseite der Kleinen Zeitung vom 6. November 2023

Die Kleine Zeitung zitiert Rose als Universitätsprofessor. Dabei beruft sich Rose in diesem Artikel nicht auf Forschungen, wohl aber auf seine Erfahrungen „in der Ölindustrie”. Im Artikel wird auch erwähnt, dass er Aufsichtsratsvorsitzender der Energie Steiermark ist. Hier spreche er aber – vor dem „Ennstaler Kreis“ der ÖVP – als Privatperson.

Inhalt

Energie-Experte und Ölstratege

Uni-Professor und Öl-Manager, Aufsichtsrat und Privatperson – Rose hat unterschiedliche Rollen. In jeder dieser Rollen kann er seine Autorität aus den jeweils anderen schöpfen. Seine Autorität als Universitätsprofessor gewinnt er aus seinen Erfahrungen in der Öl-Industrie und nicht aus wissenschaftlichen Leistungen. In der Ölbranche, z.B. als Aufsichtsrat der OMV, präsentiert er sich als Professor. In der Öffentlichkeit stärken sich Roses Rollen gegenseitig. Die Autorität des „Energie-Experten” lenkt dabei davon ab, dass hier ein langjähriger Interessenvertreter von fossilen Konzernen spricht. Ernst Sittinger zum Beispiel hat weder eine der Aussagen Karl Roses journalistisch überprüft, noch hat er die Frage gestellt, welche Absichten hinter ihnen stehen könnten – obwohl sogar Rose selbst Zweifel an seinen Prognosen für interessengeleitet erklärt und es damit nahelegt, die Frage nach den Interessen hinter seinen eigenen Argumenten zu stellen:

Rose […] hält eine Erwärmung von 2,3 bis 2,4 Grad im Jahr 2050 für realistisch. Alles andere sei eine von Wünschen und Interessen geleitete „normative Zukunftsvorstellung“ der Politik.

In der steirischen und in der österreichischen Energiewirtschaft und Energiepolitik spielt Rose eine wichtige Rolle. Er ist ein ideologischer Inspirator der steirischen und wohl auch der österreichischen Volkspartei. Die ÖVP vertraut ihm offenbar mehr als der gesamten österreichischen Klimawissenschaft. Argumente wie die in der Kleinen Zeitung berichteten liefern der ÖVP Begründungen dafür, eine konsequente Klimapolitik zu blockieren. Kanzler Nehammer, der erst vor kurzem als Fan des längst als unwissenschaftlich enttarnten Michael Shellenberger geoutet wurde (Global 2000, 2023), wollte Rose zum Energieberater der österreichischen Regierung machen. Als Aufsichtsratsvorsitzender der Energie Steiermark ist Rose ein persönliches Bindeglied zur OMV (in deren Aufsichtrat er ebenfalls sitzt) und damit zu Abu Dhabis Ölkonzern Adnoc – Mitbesitzerin der OMV und Roses langjährige Auftraggeberin – und zur internationalen Fossilindustrie.
Wieviel Vertrauen hat Rose verdient? Ist er ein neutraler Experte? In wessen Namen spricht er? Wie lassen sich seine Argumente überprüfen? Ich möchte in diesem Post nicht Roses Expertise anzweifeln, und es geht mir auch nicht um seine persönliche Integrität. Ich möchte aber davor warnen, die Argumente und das Wissen Roses für wissenschaftlich und neutral zu halten und die Interessen der Branche zu ignorieren, für die Rose sein ganzes Berufsleben gearbeitet hat. Die Öl- und Gasbranche hat es durch jahrzehntelange Desinformationspolitik geschafft, eine wirksame Klimapolitik zu verhindern. Roses Chef bis 2022, Sultan Al Jaber, inszeniert gerade die Klimakonferenz COP28 als gigantisches Greenwashing-Event und benutzt dabei Argumentationen, die sich bei Rose wiederfinden.
Bei meiner Warnung konzentriere ich mich auf drei Punkte:

  1. Bei seinen öffentlichen Auftritten legitimiert Rose die Aktivitäten der Ölindustrie, indem er mit Scheinselbstverständlichkeiten argumentiert und wesentliche Fakten weglässt;
  2. die Szenarien, mit denen Rose jahrelang argumentierte, repräsentieren das Branchen-Wissen der Öl- und Gasindustrie; sie unterscheiden sich deutlich von den transparenten Szenarien des Weltklimarats und orientieren sich nicht an Normen wie der Einhaltung der planetaren Grenzen;
  3. Rose war bis 2022 Chefstratege der dem autoritär regierten Abu Dhabi gehörenden Adnoc – des Ölkonzerns mit den weitestreichenden Expansionsplänen aller fossiler Unternehmen und einer aufwändigen PR-Maschinerie.

Ich schreibe dieses Post als jemand, der sich klimapolitisch engagiert, weil er wissenschaftliche Erkenntnisse ernst nimmt. Ich schreibe es auch, weil ich als Lehrender an einer Fachhochschule immer wieder mit den Fragen zu tun hatte, worin sich Branchen- und Agenturwissen von wissenschaftlichem Wissen unterscheidet und wie man Desinformation und transparentes Wissen auseinanderhält. Meine These: Roses Argumentationen sind parawissenschaftlich, und das im Interesse seiner Branche und seiner langjährigen Auftraggeber. Sie übernehmen wissenschaftliche Formen, folgen aber nicht wissenschaftichen Standards, sind in ihren Begründungen intransparent und machen die hinter ihnen liegenden Interessen unerkennbar. Darum geht es mir vor allem, nicht darum, ob einzelne seiner Aussagen zutreffen oder nicht. 1

Nicht Klimaleugner, aber Delayer: Zu Karl Roses Narrativen

Roses heutige Positionen entsprechen weitgehend denen seines langjährigen Auftraggebers, der Adnoc, deren Chef Präsident der gerade stattfindenden Klimakonferenz COP28 ist. So wie die Adnoc zusammen mit anderen Konzernen versucht, den UN-Klimaprozess zu hijacken (Alice Harrison, zitiert in Harvey, 2023b), um die eigene fossile Expansion zu kaschieren, so bekennt sich Rose zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit, legitimiert aber weitere Investitionen in die Fossilindustrie. Hier in der Steiermark und in Österreich müssen mit Rose und denen, die seine Positionen teilen, ähnliche Auseinandersetzungen geführt werden wie auf der internationalen Ebene vor und während der COP28. Leider ist die Öffentlichkeit hier allerdings deutlich weniger alarmiert. So wie international nur dann mehr Klimaschutz durchgesetzt werden kann, wenn der – ohne Desinformation undenkbare – Einfluss der Fossilindustrie gebrochen wird, so ist auch regional die Dekarbonisierung nur dann möglich, wenn sie nicht von Vertetern der Fossilindustrie blockiert wird.
Rose ist kein Klimaleugner, sondern ein Delayer (Lamb et al., 2020). Er argumentiert z.T. sehr ähnlich wie viele in der Klimabewegung (vor allem die „Doomsayer“, siehe dazu M. E. Mann, 2021), aber mit umgekehrtem Ziel. Er begründet, und zwar mit scheinbar plausiblen und z.T. wechselnden Argumenten, warum eine rechtzeitige Dekarbonisierung nicht erreichbar ist. Ergebnis ist immer die Rechtfertigung von weiteren Investitionen in fossile Energien. Die Szenarien des IPCC für die Erreichung des 1,5°/2°-Ziels (IPCC, 2023, pp. 20–24), die Aussagen der International Energy Agency (International Energy Agency, 2021a) und Konzepte wie die von Lord Stern und anderen zum Transfer von Kapital in den globalen Süden zum schnellen Aufbau von Erneuerbaren (Songwe et al., 2022) werden nicht ernst genommen. Welche Opfer die von ihm für unvermeidbar gehaltene Erhitzung auf wenigstens 2,3 oder 2,4° fordern wird, spricht Rose nicht an. Er argumentiert mit als selbstverständlich und unveränderbar dargestellten Sachzwängen, aber nicht mit den wissenschaftlich gesicherten Tatsachen, die Klimaschutz motivieren und eine Transformation der Weltwirtschaft notwendig machen.
Zu den rhetorischen Strategien, die Rose anwendet, gehört es, Probleme oder angebliche Probleme der Energiewende herauszugreifen, ihren Kontext zu verschweigen und vor allem nie darauf hinzuweisen, dass die Fosssilindustrie viele der Abhängigkeiten geschaffen hat, die jetzt die Dekarbonisierung blockieren. Rose argumentiert mit den Folgen des fossilen Lock-ins für die Verlängerung dieses Lock-ins.

„Grüne Träume – schwarzes Wachstum“ (TEDx Talks, 2015) – Roses Basis-Narrativ

Die Grundfigur der Argumentation ist immer dieselbe, sie wird aber unterschiedlich gefüllt: Wir müssen und wollen schnell dekarbonisieren, aber die Realität zwingt uns, noch lange fossile Energien zu verwenden und noch lange in sie zu investieren.
Diese Aussage widerspricht nicht nur den Erkenntnissen des IPCC und der IEA dazu, dass ein Ausstieg aus den fossilen Energien bis 2050 technisch und wirtschaftlich möglich ist – allerdings zu weitreichenden Transformationen der Wirtschaft zwingt. Sie suggeriert durch ihr Framing, dass entschlossener Klimaschutz eine Sache von Träumer:innen sei, die die Realität nicht sehen können oder wollen. Dabei ist es die Realität der Klimakatastrophe, die zu radikalen Maßnahmen zwingt. Diese Realität wird von Rose systematisch ausgeblendet. Rose hält ihr die Realität der Märkte entgegen, von der die Öl- und Gasindustrie noch lange profitieren will. Er will die „Akzeptanz“ dieser Realität verlängern und diejenigen disqualifizieren oder ignorieren, die diese Realität für lebensbedrohend und veränderbar halten.

Klimapolitik gefährdet unseren Lebensstandard

Zu Roses rhetorischen Grundfiguren gehört es, die Klimapolitik als Gefährdung unseres Lebensstandards darzustellen.

Die Klimapolitik der Europäischen Union rückt das Zwei­Grad­Ziel in den Mittelpunkt und versucht, einen Beitrag dazu zu leisten, dass der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur nicht über diesen als sicher erachteten Grenzwert hinausgeht. Szenarien, die zu einer Errei­chung dieses Zieles führen, erfordern allerdings planwirtschaftliche Maßnahmen, die in der westlichen Welt nur schwer politisch umsetzbar sind. Die Kosten und auch die Eingriffe in das persönliche Leben sind enorm. (Rose, 2014, p. 7)

Die Kosten wirksamen Klimschutzes sind enorm hoch; die Bevölkerung bei uns ist nicht bereit sie zu tragen. (Rose, 2014, p. 7)

Die Bevölkerung ist nicht bereit zu den Veränderungen, die wirksamer Klimaschutz erfordert. (Rose, 2014, p. 7)

Unter den „Discourses of climatie delay” verwendet Rose hier die Strategie „emphasize the downsides“ (Lamb et al., 2020, p. 4) . Kein Wort fällt bei Rose darüber, dass die globale Erhitzung unseren Lebensstandard schon jetzt gefährdet und ihn noch viel dramatischer gefährden wird. Rose erwähnt nicht, welche wirtschaftlichen Chancen mit einer Energiewende verbunden sein können.

Klimaschutz im Sinne des Pariser-Abkommens lässt sich nur mit planwirtschaftlichen Maßnahmen durchsetzen.

Immer wieder präsentiert Rose – obwohl er selbst lange Angestellter eines Staatskonzerns war – Klimaschutz im Sinne des Pariser Abkommens als planwirtschaftliches Monster (Rose, 2014, p. 7). Gerne wiederholt Rose dabei, dass die nötigen ordnungspolitischen Eingriffe zur Erhöhung der Energieeffizienz politisch nicht durchsetzbar seien (Rose, 2014, p. 16).

Auch Marktmechanismen wie etwa die CO₂-Bepreisung würden die gewünschte Energiewende „sicher nicht liefern“. Denn dafür wären Aufschläge von 180 bis 250 Euro je Tonne CO₂ nötig, was deutlich höhere Benzinpreise bedeute. Rose: „Das überleben Sie als demokratische Partei nicht, da sind Sie schon längst abgewählt.“ (Sittinger, 2023a)

Rose argumentiert mit Angst – und zwar einmal für und einmal gegen marktwirtschaftliche Maßnahmen. Die Erhöhung des CO₂-Preises wäre eine marktwirtschaftliche Maßnahmen, die Rose für unzumutbar erklärt. Er stellt Klimapolitik als planwirtschaftlich dar, fordert aber, dass der Staat den CO₂-Preis niedrig hält.
Rose diskutiert weder die Erfahrungen mit CO₂-Preisen noch die Bereitschaft der Bevölkerung, auch einschneidende Maßnahmen zu akzeptieren, wenn sie verständlich und vor allem gerecht sind. Die Erhöhung des CO₂-Preises lässt sich, wie es in Österreich bereits der Fall ist, mit einem sozialen Ausgleich über ein Klimageld verbinden. Sie führt zwar dazu, dass fossile Energieträger teurer werden, aber zugleich verbilligen sich durch die Veränderungen in der Nachfrage andere Energien – übrigens Energien, bei denen wesentlich mehr Wertschöpfung im Land bleibt als bei etwa aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bezogenem Erdöl.

Inkompetenz der europäischen Politik

Immer wieder distanziert sich Rose in seinen öffentlichen Statements von den angeblich inkompetenten Politikern, vor allem in der EU. Die EU fahre einen Sonderkurs, ohne die weltweiten Realitäten der Energieversorgung und Energiepolitik zu berücksichtigen. Klimaschutz habe nur in wenigen Ländern eine so hohe Priorität wie in der EU (Rose, 2014, p. 6). Auch hier handelt es sich um eine Grundfigur der „discourses of climate delay”, nämlich die, Aktionen erst oder vor allem von anderen zu fordern: „redirect responsibility” (Lamb et al., 2020, p. 3).

Billiges Gas und auch billige Kohle lassen sich kurz­ bis mittelfristig kaum durch erneuerbare Energien ersetzen. Es ist eine Tatsache, dass sich die Energiepolitik der EU in den letzten Jahren stark auf die Umsetzung von Umweltzielen (20/20/20­Ziele) konzentriert hat und die Erschließung von billigen Energieressourcen, ins­ besondere Gas, ins Hintertreffen geriet. (Rose, 2014, p. 12/13)

Globale Umfragen des Weltenergierats zeigen zum Beispiel, dass das Thema Klimaschutz nur in Europa oberste Priorität genießt, ein Umstand, der sich auch bei der Umsetzung von Klimaschutzprotokollen ganz deutlich zeigt, wobei die Europäische Union (die zurzeit für rund 11 % der globalen CO2­Emissionen verantwortlich ist) mit ihren ehrgeizigen Zielen nach außen eine global zunehmend isolierte Position einnimmt. (Rose, 2014, p. 6)

Wir können als Nationalstaat die Entwicklung des Energiesystems kaum beeinflussen. (Rose, 2014, p. 7)

Es gibt viele Argumente gegen solche Behauptungen – die übrigens von Rose schon lange vor dem Green Deal der EU aufgestellt wurden. Die USA und in den USA wichtige Bundesstaaten wie Kalifornien betreiben ebenfalls eine entschlossene Klimapolitik. China investiert in großem Maßstab in erneuerbare Energien. Ob die EU die richtige Klimapolitik betreibt, ist auch nicht davon abhängig, ob ihr andere Regionen schon folgen. Unabhängig davon gefährden Argumente wie die Roses die EU und auch Österreich als Wirtschaftsstandort, wenn sie von Politiker:innen übernommen werden, die Investionen von Unternehmen und Verbraucher:innen in die Energiewende verzögern.
Tatsächlich fehlt es in der EU und in dem von Rose ebenfalls gern herangezogenen Deutschland nicht an Expertise zu Energie und Energiewende. Nur ist ein großer Teil dieser Expertise nicht von fossilen Unternehmen abhängig. Österreichische Wissenschaftler:innen setzen sich seit langem für eine Energiewende ein. Sie werden von Rose ignoriert.

Die armen Länder brauchen fossile Energien, um sich aus der Armut zu befreien

Eine wichtig Rolle spielt in Roses Argumentation das Bevölkerungswachstum. Dazu werden sogar fantastische Zahlen über die globale Bevölkerungsentwicklung herangezogen (die UN hätten plötzlich 4 Millonen mehr Menschen entdeckt):

[…] the global population grows from seven to nine point three billion. We just heard a study from the United Nations that they said: Oh we might have made a mistake, we might have another 3 to 4 billion which we didn’t count previously. Now I’m telling you that that’s a big big thing for the energy system if we have another three to four billion suddenly there which weren’t there before trust me that changes our perspectives tremendously. Conservatively speaking the demand for energy will grow by thirty to sixty percent. Some people say it might be double and that is actually driving a lot of what’s possible or not possible [TEDx Talks (2015). Minute 4; Interpunktion und Großschreibung von H.W.]

Mittelfristig bleibt die Bedeutung von Öl und Gas im Energiemix unverändert. Global muss ein halbes BIP in den nächsten zwei Jahrzehnten investiert werden, um die vorhandene Energieinfrastruktur zu erweitern, zu transformieren und Anpassungen an bestehenden Anlagen vorzunehmen. Auf Investitionen im Ölbereich entfällt dabei mit mehr als einem Drittel der Gesamtsumme der größte Anteil. Auf Jahresbasis kommt dies einer Verdopplung der Investitionen der letzten zehn Jahre gleich (Rose, 2014, p. 8)

Durch das weltweite Bevölkerungswachstum wächst der Energieverbrauch so schnell, dass er nur mit fossilen Energien gedeckt werden kann. (Rose, 2014, p. 7)

Rose verschweigt nicht nur, dass Armut sehr wohl auch mit anderen als fossilen Energien bekämpft werden kann, und dass dabei die Wertschöpfung in den betroffenen Ländern selbst stattfinden kann, während Öl und Gas von vielen Staaten aus Ländern wie den Emiraten oder Russland bezogen werden müssen. Der von der London School of Economics für die COP27 erstellte Report verweist auf die zahlreichen vorhandenen Untersuchungen zum erforderlichen Investitionsbedarf (Songwe et al., 2022, p. 89).
Rose erwähnt auch nicht, dass die globale Erhitzung schon jetzt viele Anstrengungen zur Bekämpfung der Armut zunichte macht (United Nations, 2023) und zu enormen Schäden vor allem im globalen Süden führen wird, wenn sie nicht vor der 2°-Marke gestoppt werden kann. Und er lenkt vor allem davon ab, dass für die vorhandenen Treibhausgase in der Atmosphäre vor allem die reichen Länder verantwortlich sind, in denen genug Kapital für eine schnelle Dekarbonisierung vorhanden ist.

Journalist:innen wissen nicht genug über Energie und Energiewirtschaft

Das Argumentieren mit Verlustängsten und das EU-Bashing bei Rose erinnern an populistische Propaganda – auch wenn Rose selbst selten direkt polemisch argumentiert (was ihn unglaubwürdig machen würde). Im Fahrwasser von Populisten befindet er sich auch mit seiner Abqualifizierung der Medien und des Journalismus

[…] and the media are completely helpless. In these do not trust. Anything you read in the newspaper on this topic they had no time to research it and they have nobody working for them who has got the slightest idea what they’re talking about [TEDx Talks (2015); Minute 15; Interpunktion und Großschreibung H.W.]

Implizit werden die unwissenden Journalist:innen so den Fachleuten aus der Energiebranche gegenübergestellt, die zu kritisieren nur auf Inkompetenz beruhen kann.

Der IPCC hat keine ausreichende Kompetenz

Den IPCC erwähnt Rose kaum, und wenn, dann abwertend. In seinem TEDx-Talk stellte er 2015 fest, er sei

the best we have but trust me and other workings of it there is a hell of a lot wrong with it […] (TEDx Talks, 2015, Minute 17).

Er greift dann den IPCC nicht als das an, was er ist – ein Gremium zur Feststellung des Sachstands beim Klima – sondern als Instrument der Klima-Governance.

[…] they are not in any any position to enforce the things we need to do we need to have new institutions but they are very slow to emerge because we are not cooperating international at the moment (TEDx Talks, 2015, Minute 18)

Die Argumentation ist: Der IPCC mag Recht haben, aber er hat keine Macht – und deshalb sind seine Erkenntnisse nicht für unser Handeln relevant. Das Handeln im Sinne des IPCC müssen wir verschieben.
Was die Klimawissenschaft zu den Folgen fossiler Emissionen und zu den Möglichkeiten herausgefunden hat, die schlimmsten dieser Folgen noch zu verhindern, wird von Rose relativiert und für irrelevant erklärt. In der Kleinen Zeitung heisst es lapidar:

Trotzdem sieht Rose keinen Grund für Pessimismus: Weder würden wir einen zweiten Planeten brauchen, noch werde die Menschheit untergehen. „Wir schaffen das“, so der Professor: „Lassen Sie sich nichts anderes einreden.“

Die technischen Voraussetzungen für die Energiewende sind nicht vorhanden

Zu den Gründen dafür, die Dekarbonisierung nicht so energisch voranzutreiben, gehört auch, dass angeblich die technischen Voraussetzungen dafür noch nicht gegeben sind. So reichten die vorhandenen Speichertechnologien nicht aus, um eine Versorgung aus Erneuerbaren sicherzustellen (Rose, 2014, p. 14). Dagegen weist die International Energy Agency immer wieder darauf hin, dass auch bei den Speichertechnologien das Hauptproblem in den ungenügenden Investionen liegt, nicht in fehlenden Technologien (International Energy Agency, 2021b).
Noch im November stellte Rose in seiner Keynote bei einem Kongress von Joanneum Research die Ersetzung fossiler Energien vor allem als eine Aufgabe für die Forschung dar (Rose, 2023).
Auch die Fixierung auf technische und damit nicht-transformative Lösungen ist von den „discourses of climate delay“ bekannt. Sie dient dazu, die „Optionen zu vermeiden, die für die vorhandenen Machtstrukturen und Praktiken am meisten bedrohlich sind“ (Lamb et al., 2020, p. 4).
Wie bei der Argumentation mit der Energiearmut im globalen Süden wird hier der Eindruck erweckt, das ein Verzicht auf fossile Energien zu unlösbare Problemen führen würde, während es tatsächlich vor allem darum geht, Investitionen in die Energiewende umzuleiten und die sie begleitenden sozialen Transformationen voranzutreiben. Große Herausforderungen werden zu unlösbaren Problemen umdefiniert, um das „zu wenig, zu spät” (Dixson-Declève et al., 2022) zu rechtfertigen, von dem vor allem die fossilen Energieunternehmen profitieren.
Diese und ähnliche Argumentationen Roses sind schief, aber nicht eindeutig falsch. In ihnen verstecken sich zwei Kernbotschaften Roses, die den Tatsachen widersprechen, deren Akzeptanz aber entscheidend ist, wenn der Ausstieg aus den Fossilen so lange wie möglich verzögert werden soll:

Kernbotschaft 1: Ein späterer Ausstieg aus fossilen Energien ist weitgehend folgenlos

Niemand bestreitet, dass für ein phase-out der fossilen Energien extreme Anstrengungen erforderlich sind. Die Klimabewegung, die UNO und inzwischen auch viele demokratische Politiker:innen fordern diese Anstrengungen, weil eine weitere Erhitzung zu enormen menschlichen, ökologischen und wirtschaftlichen Schäden führen würde. Nur wenn man diese Schäden herunterspielt, kann man weitere Investitionen in den fossilen Sektor fordern.
Rose behauptet nicht nur, dass die Dekarbonisierung wesentlich später gelingen wird, als sie vom Pariser Abkommen gefordert wird. Er stellt zugleich die Folgen dieser Verzögerung als beherrschbar dar.

we need to let’s say arbitrarily taking a date I can tell you that I can’t have a sustainable energy system in 2050 but I can have one in 2075 well I’m a director [of] the world energy council when we calculate that we can see that so who cares so I’m 10-15 years later fine I’m not worried because a lot of this will take us until 2100 anyway (TEDx Talks, 2015, Minute 16).

Auch in dem Artikel in der Kleinen Zeitung wird die Gefährlichkeit einer das 2,4° wärmeren Welt heruntergespielt.

Trotzdem sieht Rose keinen Grund für Pessimismus: Weder würden wir einen zweiten Planeten brauchen, noch werde die Menschheit untergehen. „Wir schaffen das“, so der Professor: „Lassen Sie sich nichts anderes einreden.“ (Sittinger, 2023a)

Mit seiner Prognose, dass eine Erhitzung von 2,4° bevorsteht, ist Rose nicht allein. Der aktuelle Global Stocktake der Vereinten Nationen ergibt ein ähnliches bzw. noch dramatischeres Ergebnis (UNFCC, n.d.). Rose verfolgt hier aber die aus den „discourses of climat delay“ bekannte Strategie des „surrender” (Lamb et al., 2020, p. 4) und stellt diese Erhitzung einerseits als unausweichlich und andererseits als akzeptabel dar – im Widerspruch zu allen neueren Erkenntnissen der Erdsystemwissenschaften und auch zu den Erfahrungen mit den Folgen der aktuellen Erhitzung von 1,1-1,2°. Wer diese Erkenntnisse, die Rose verschweigt, ernst nimmt, erkennt, dass Roses Motto von den grünen Träumen und dem schwarzen Wachstum die Tatsachen in ihr Gegenteil verkehrt. Die Realität der Folgen der fossilen Energien erzwingt eine radikale Transformation, während die Ölindustrie alles dafür tut, dass weiter vom schwarzen Wachstum geträumt wird.

Kernbotschaft 2: Ölfirmen und Ölstaaten sind nicht das Problem, sondern die Lösung

Inakzeptabel und nicht nur schief ist auch Roses zweite Kernbotschaft: dass die Öl- und Gasindustrie ein vertrauenswürdiger und zuverlässiger Partner bei der Dekarbonisierung sei, der als einziger ausreichende Kompetenz im Energiebereich habe. Rose ist ein Vertreter des „fossil fuel solutionism“, des Narrativ, dass uns die Fossilindustrie selbst vor der globalen Erhitzung schützen wird, wenn man sie nur gewähren lässt. Dieses Narrativ ist der Kern des ideologischen Kampfes des Fossilindustrie gegen ihre Regulierung und steht im klaren Widerspruch zu der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass ein vollständiger Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas nötig ist, um die Pariser Klimaziele zu erreichen (Lamb et al., 2020, p. 3).
Rose rechtfertigt dagegegen nicht nur weitere Investitionen in Öl und Gas, sondern er polemisiert gegen Kritik an den Öl- und Gasfirmen (und gelegentlich übrigens auch an Öl- und Gas produzierenden Staaten, in denen es keine Meinungsfreiheit gibt (WKO, 2023)):

it’s completely stupid to believe that the world can do without larger companies. How large, how they are governed, do we need to fire their management, we can discuss that but we will need them we will need the expertise they have otherwise we are failing. It’s one of the big systemic failures of the energy transition that we’ve pushed these companies in Germany to the border and said they are bad [TEDx Talks (2015); Minute 15]

In seiner Keynote für Joanneum Research in November warnte Rose vor dem Einfluss der Klimabewegung. Vor einem Slide mit Greta Thunberg sagte er:

Wir müssen fragen, ob es gut ist, wenn so viel Einfluss auf die Politik ausgeübt wird. (Rose, 2023)

(Das Misstrauen gegenüber Ökologie und Klimabewegung äußerte sich dann auch in skurrilen, patriarchalischen Statements wie: „Wir brauchen mehr junge Frauen, die studieren – aber Elektrotechnik, und nicht Umweltsystemwissenschaften“ [Rose (2023)]2.)
Wie gefährlich die Erhitzung der Erde durch die Treibhausgase ist, die vor allem durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas ausgestoßen werden, ist seit Jahrzehnten bekannt. Die großen Öl- und Gasfirmen wie Exxon waren darüber durch ihre eigenen Wissenschaftler:innen bestens informiert (Supran et al., 2023). Sie haben alles getan, um die Öffentlichkeit zu täuschen – mit denselben Methoden wie die Tabakindustrie, allerdings mit einem noch weit tödlicheren Ergebnis (Oreskes & Conway, 2012). Noch kurz vor der COP28 behauptete der Adnoc-Vorsitzende Sultan Al Jaber – der Chef der Firma, als deren Chefstratege Rose bis 2022 auftrat – es gebe keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas notwendig sei, um die globale Erhitzung auf 1,5° zu begrenzen (Carrington & Stockton, 2023). Gegen diese Behauptung haben gerade wieder namhafte Wissenschaftler:innen bekräftigt, dass das phase-out fossiler Brennstoffe unumgänglich ist (Friedlingstein et al., 2023; M. Mann & van Ypersele, 2023). Wenn es eine Branche gibt, der die Gesellschaft misstrauen muss, dann ist es die Öl- und Gasindustrie. Und dieses Misstrauen ist auch gegenüber Rose angebracht, der sein ganzes Berufsleben als Stratege und Kommunikator der Öl- und Gasindustrie beschäftigt war – zuletzt für eine Ölfirma in den autoritär regierten Emiraten.

Die Szenarios des World Energy Councils und die Quellen Karl Roses

Von Karl Rose sind im Netz keine wissenschaftichen Publikationen zu finden; er hat keine Dissertation verfasst. Trotzdem wirkt er als Universitäts-Professor an der KFU und am MCI – an der KFU am Institut für Unternehmensführung, das auch andere Wirtschaftvertreter:innen als Professor:innen führt.
Roses Professorentitel vergrößert die Glaubwürdigkeit der (im Widerspruch zum IPCC und zur IEA stehenden) Aussagen in seinen wenigen nichtwissenschaftlichen Publikationen. Diese Publikationen sind ihrerseits offenbar die einzige öffentlich zugängliche und damit öffentlich nachprüfbare Basis für die Vergabe des Titels (Rose Karl – Publikationen, 2023).
Rose verwendet für seine Argumentationen vor allem Quellen aus dem außerwissenschaftlichen Bereich, die die Positionen von Fossilkonzernen unterstützen. Die Publikationen Roses, die die Karl-Franzens-Universität bei seinem Lebenslauf nennt, enthalten ähnliche Aussagen wie seine anderen öffentlichen Statements.
Eine wichtige Basis für die Argumentationen Roses sind die Szenarien des World Energy Councils (WEC). Bei diesen Szenarien handelt es sich nicht um wissenschaftliche Literatur. Ihr Zustandekommen und die ihnen zugrundeliegenden Annahmen sind in vielem intransparent (Skea et al., 2021).
Das zentrale Narrativ des World Energy Councils ist das des „Energie-Trilemmas“. Rose hat es in vielen öffentlichen Statements übernommen. Politik und Wirtschaft müssten bei der Energieversorgung Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit miteinander verbinden.
Als Rose beim World Energy Council tätig war, war er vor allem für die Weiterentwicklung von Szenarien verantwortlich, die verschiedene Entwicklungspfade des globalen Energiesystems antizipieren (Vargas & Davis, 2016). Diese Szenarien sind in ihrem Anspruch „explorativ“ und nicht „normativ“. Die während Roses Tätigkeit beim WEC entwickelten Versionen gehen auf eine Serie von Workshops zurück, die von der Beratungsfirma Accenture weltweit durchgeführt wurden. Für die Modellierung war das Paul Scherrer Institut zuständig. Die Szenarien bauen auf älteren Szenarien des World Energy Council auf. 2019 wurden die Szenarien revidiert (World Energy Council, 2019b). Der WEC hat nach Roses Tätigkeit dort die eigenen Szenarien in einer aufschlussreichen Analyse mit den Szenarien anderer Institutionen verglichen und danach wohl seinen Umgang mit Szenarien geändert (World Energy Council, 2019a). Der „World Energy Trilemma Index 2022“ des WEC greift auf die Szenarien nicht mehr zurück, ist aber wesentlich transparenter in der Angabe von Datenquellen (World Energy Council, 2022).
Die Szenarien des WEC sind keine wissenschaftlichen Studien. Sie beschreiben plausible Entwicklungen für – wie es in der Publikation immer wieder heisst – „energy leaders“. Sie gehen dabei auch von der Einschätzung von „energy leaders“ aus – jedenfalls wurden Mitglieder dieser Gruppe am Beginn des Prozesses interviewt. Sie geben den aktuellen Stand eines Branchenwissens wieder. In der Studie zu Energie-Szenarios, die u.a. der jetzige IPCC-Vorsitzene Jim Skea verfasste, ist von der Gefahr des „group think“ bei einem solchen Vorgehen die Rede (Skea et al., 2021, p. 16).
Die Szenarien, die zu Roses Zeit beim WEC entwickelt wurden, haben die klangvollen Titel „Modern Jazz“, „Unfinished Symphony” und „Hard Rock”. Keines der drei Szenarien ist mit dem Pariser Vertrag kompatibel, der in der Publikation mehrfach erwähnt wird.

Despite lower economic growth in Hard Rock, rapid technology innovation in Modern Jazz and coordinated policy action in Unfinished Symphony, none of the three scenarios is positioned to achieve the target defined in Article 2 of the Paris agreement to keep warming below 2°C. Modern Jazz and Hard Rock are in line for 3°C of warming in 2060 and Unfinished Symphony is headed towards warming slightly above 2. Future technology breakthroughs will be needed to stay below the 2°C threshold. (Vargas & Davis, 2016, p. 98)

Dass der WEC seine Szenarien als „explorativ“ bezeichnet – im Gegensatz zu den „normativen“ Szenarien des IPCC – erweckt den Eindruck der IPCC stelle sich nicht der Realität und passe sie normativen Vorgaben an. Roses schon erwähnte Verwendung des Worts „normativ“ zur Abqualifizierung der Befürchtungen einer katastrophalen Entwicklung bei Nichteinhaltung der Pariser Ziele legt diesen Eindruck besonders nahe. Tatsächlich hat der IPCC in seinen letzten Reports mit wesentlich mehr Szenarien gearbeitet als der WEC; die Datenquellen für diese Szenarien sind viel transparenter, und die auf ihnen basierenden Modelle wurden mit wesentlich größerem Aufwand durchgerechnet (siehe zusammenfassend zu den Shared Socio-economic Pathways oder SSPs des IPCC: IPCC, 2023, p. 9). Vor allem aber wurden bei diesen Szenarien die sozialen und ökologischen Konsequenzen der unterschiedlichen Entwicklungspfade berücksichtigt, und daraus ergeben sich Empfehlungen, Appelle und Warnungen, die Grenzen von 1,5° bzw. 2° nicht zu überschreiten. Die zu großen Teilen nicht von unabhängigen Wissenschaftler:innen, sondern einer Wirtschaftsberatungsfirma entwickelten WEC-Szenarien sind nicht nur ungenauer und weniger transparent; sie berücksichtigen die wichtigsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den katastrophalen Folgen der Treibhausgasemissionen nicht und liefern den „energy leaders“ und deren Publikum ein abgesoftetes Bild der Klimakrise und ihrer Folgen für die Energiewirtschaft.

Karl Rose und die Strategie der Adnoc

Rose beruft sich auf seine Erfahrungen in der Energiewirtschaft, wenn er als „Energie-Experte“ auftritt. In den letzten Jahren bestand seine Tätigkeit zu einem großen Teil darin, die Strategie eines staatlichen Öl- und Gaskonzern in einem autoritär regierten Land zu definieren. Ein Ergebnis dieser Strategie ist, wenn die neuesten Berichte des Guardian stimmen, die größte Expansion aller Fossilkonzerne weltweit.
Rose war laut Curriculum Vitae 2017-2022 Strategie-Berater der Adnoc (Curriculum Vitae Karl Rose, n.d.). Er präsentiert sich im November 2023 online noch immer als ihr Chefstratege (Karl Rose – Chief Strategist – ADNOC | LinkedIn, n.d.) und ließ sich 2021 in einem Podcast des MCI (MCI, 2021) und 2022 auch in einem Interview eines steirischen Magazins so bezeichnen (Ölverbrauch Wird Noch Steigen, 2022). (Nach Beendigung seines Vertrag bei der Adnoc 2022 war er als Berater der Bundesregierung im Gespräch (Hodoschek, 2022).) Als Mitglied des Aufsichtsrats der OMV arbeitet er weiter mit Vertreter:innen der Adnoc zusammen (OMV Aktiengesellschaft, 2023).
„Adnoc“ steht für „Abu Dhabi National Oil Company“. Die Adnoc gehört zu 100% der Regierung von Abu Dhabi (Adnoc, n.d.). Konzernchef Sultan Al Jaber, der Minister der Vereinigten Arabischen Emirate für Industrie und fortgeschrittene Technologien, ist zugleich Präsident der COP28 – eine Personalunion, die zur Empörung bei Klimawissenschaftler:innen und Aktivist:innen geführt hat (Harvey, 2023a).3 Die Adnoc wird (nach dem Kriterium des Markenwerts) als der achtwertvollste Öl- und Gaskonzern der Welt bezeichnet [Brand Finance (2023). Sie besitzt seit Ende 2022 24,9% der Anteile der OMV und außerdem 25% der Anteile der Borealis, die ihrerseits zu 75% der OMV gehört (Reuters, APA, 2022).
Die Adnoc inszenierte sich im Vorfeld der COP28 als Vorreiterin der Dekarbonisierung, betreibt aber zugleich eine aggressive Expansionspolitik, die – ungebremst – erheblich zu einer weiteren Steigerung der Emissionen von Treibhausgasen beitragen wird. Diese Expansion widerspricht wie jede Investition in neue Öl- und Gasquellen der Roadmap der International Energy Agency zum Erreichen von Net Zero 2050 (International Energy Agency, 2021a, p. 21). U.a. indem sie sich als Pionierin bei der Dekarbonisierung der Öl- und Gasförderung und bei Carbon Capture und Storage darstellt, versucht die Adnoc das Phase-out fossiler Energien und damit die Beendigung ihres Öl- und Gasgeschäfts auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die Dekarbonisierung der Öl- und Gasproduktion, die übrigens von der Adnoc bei weitem nicht so entschlossen betrieben wurde, wie sie es darstellt, hat aber keinen Einfluss auf den Hauptteil der Emissionen, der durch das Verbrennen der Energieträger entsteht (International Energy Agency, 2023). Carbon Capture and Storage ist eine höchst umstrittene Technik, die sicher nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen wird, um die Emissionen so zu senken, dass die Erderhitzung unter 2° gehalten werden kann (IPCC, 2023, n. 47; siehe dazu u.a. die Kritik von Christina Figueres an Sultan Al Jabers Statements zu CCS in Carrington, 2023e).
Viele Aktivitäten, die von NGOs und vom britischen Guardian aufgedeckt wurden, zeigen, dass die Adnoc ein so aufwändiges und geschicktes wie skrupelloses Greenwashing betreibt. Sie setzt dazu professionelle PR-Agenturen ein und verbindet die Vorbereitung der COP28 mit ihrer Selbstdarstellung als „grüner Ölkonzern“.
Zu den Aktivitäten der Adnoc, die in deutlichem Widerspruch zur offiziell vertretenen Dekarbonisierungsstrategie stehen, gehören:

Weitestreichende Expansionspläne aller Öl- und Gasgesellschaften

Neue Daten der „Global Oil and Gas Exit List“ zeigen, dass die Adnoc die weitestreichenden Expansionspläne aller Öl- und Gasfirmen hat. Die Rolle des Adnoc-Chefs Sultan Al Jaber als Präsident der COP28 sei “lächerlich”, sagen die Wissenschaftler:innen, die die Liste erstellen (Carrington, 2023f). Bei ihren Expansionsplänen, über die im Oktober auch Reuters ausfühlich berichtete, engagiert sich die Adnoc auch in Aserbaidschan und Afrika (Dahan et al., 2023).
Die Investition von 150 Milliarden USD in die Öl- und Gasexpansion war bereits im November 2022 angekündigt worden. 90% dieser Investitionen sind nicht vereinbar mit dem Fahrplan der International Energy Agency zum Erreichen von Net Zero bis 2050 (Carrington, 2023a).

Routinemäßiges Abfackeln von Gas

Auf den Öl- und Gasfeldern der Vereinigten Arabischen Emirate, darunter vielen, die der Adnoc gehören, wurde in den vergangenen 20 Jahren in großem Umfang routinemäßig Gas abgefackelt, was zu hohen (und lange vor den Vereinten Nationen verborgen gehaltenen, siehe Carrington, 2023d) Methanemissionen führte. Die Emirate hatten sich verpflichtet, das Abfackeln schnell zu reduzieren. Die dieser Selbstverpflichtung krass widersprechende Praxis gilt bei NGOs als weiterer Beleg dafür, dass Selbstverpflichtungen der Fossilindustrie nicht getraut werden kann (Carrington, 2023b).

Manipulation der Öffentlichkeit im Vorfeld der COP28

Mindestens 12 Personen, die für die Vereinigten Emirate die COP28 vorbereiten, wurden direkt von der Adnoc übernommen. Die PR-Firma Edelmann war offensichtlich beauftragt, den Adnoc-Chef Sultan Al-Jaber, der auch eine Firma für erneuerbare Energien leitet, international als Vorkämpfer der Energiewende zu präsentieren (Stockton & Carter, 2023). PR-Beauftragte der Vereinigten Arabischen Emirate und Sultan Al Jabers haben systematisch versucht, die Wikipedia-Informationen über Al Jaber zu manipulieren. Hinweise auf Investitionen in neue Fossil-Projekte, die mit dem Pariser Abkommen nicht vereinbar sind und mit Investoren wie Blackrock vereinbart wurden, wurden getilgt (Stockton, 2023).

Mitlesen des Email-Verkehrs für die COP28

Die E-Mails der Adnoc waren bis zum Juni technisch nicht von den E-Mails des COP28-Büros getrennt. Die Adnoc war auch inhaltlich in die Verarbeitung der E-Mails eingeschaltet. Auch dieser Skandal, den der Guardian aufgedeckt hat, bestätigt, dass die COP28 Präsidentschaft Sultan Al Jabers dazu dient, der Ölindustrie der Vereinigten Arabischen Emirate unmittelbaren Einfluss auf die COP28 zu geben (Carrington, 2023c).


Als Chef-Stratege der Adnoc bis 2022 war Karl Rose vermutlich nicht operativ für solche Aktivitäten verantwortlich. Sie stellen aber seine Glaubwürdigkeit als Kommunikator genauso in Frage wie die des Adnoc-Chefs und COP28-Präsidenten Sultan Al Jaber.

Fazit

Karl Rose hat seine gesamte berufliche Laufbahn in der Ölindustrie oder ihr nahen Einrichtungen verbracht, zuerst bei Shell, dann beim World Energy Council, zuletzt bei der Adnoc, der Öl- und Gasgesellschaft Abu Dhabis. Rose hat für seine Branche und seine Auftraggeber anwendbares Wissen sammeln und formulieren lassen. Er benutzt dieses Wissen, um Öffentlichkeit und Entscheidungsträger:innen davon zu überzeugen, dass die Macht der Öl- und Gasindustrie nicht eines unserer größten Probleme ist, sondern ein wichtiger Teil ihrer Lösung.
Bei Rose als öffentlichem Akteur sind zwei Rollen miteinander amalgamiert: die des geschickten Demagogen gegen entschlossenen Klimaschutz und die des Interessenvertreters fossiler Unternehmen. Für seine Rolle als Interessenvertreter ist der Expertenstatus entscheidend, den der Professorentitel unterstreicht. Umgekehrt verdankt er aber seinen Expertenstatus seiner Rolle in der Fossilindustrie, nicht einer unabhängigen Forschungstätigkeit. Was Rose als Experte anwendet und lehrt, ist das Wissen, dass seine Branche braucht, um ihren Geschäften möglichst ungestört nachgehen zu können.
Roses Wissen ist nicht wertlos, aber es ist intransparent und nicht von seinen wirtschaftlichen Tätigkeiten trennbar. Rose ist nicht unabhängig. Seine beruflichen Rollen in der Fossilindustrie stehen im Konflikt mit denen eines Lehrenden an einer der Wissenschaft verpflichteten Hochschule und eines für die Beaufsichtigung von öffentlichen Energieunternehmen im Sinne der ganzen Gesellschaft Verantwortlichen. Roses Positionen stehen im Widerspruch zum Pariser Abkommen und zu den erklärten klimapolitischen Zielen von Bundes-, Landes- und Grazer Stadtregierung (Amt der Steiermärkischen Landesregierung, 2017; Bundeskanzleramt Österreich, 2020; Stadt Graz, 2022). Rose legitimiert klimapolitische Untätigkeit damit, dass die Ziele des Pariser Abkommens unerreichbar seien.
Karl Roses Argumente und die Rollen, in denen er diese Argumente vorträgt, verwirren Öffentlichkeit und Entscheidungstragende. In der Branche, in der Rose immer tätig war, gehört diese Verwirrung seit Jahrzehnten zu den erprobten und erfolgreichen Strategien der Manipulation (Jakob, 2023). Seine Argumentationen sind parawissenschaftlich – sie lassen sich nicht transparent und nachvollziehbar aus Quellen und Daten herleiten. Er argumentiert mit Studien und Szenarien, die nach anderen und sehr viel intransparenteren Kriterien und Vorgaben entstanden sind als etwa die Berichte des IPCC und die dafür verwendeten Szenarien. Rose und diejenigen, die ihm publizistische Plattformen bieten, präsentieren aber Roses Wissen als unabhängige Expertise. Der Professorentitel Roses suggeriert dabei wissenschaftliche Objektivität.
Roses Auftreten als Professor und Experte verbirgt, dass hier ein langjähriger Mitarbeiter und Stratege der Konzerne spricht, die die Hauptverantwortung für die globale Erhitzung tragen, die an der Verschlimmerung der Klimakatastrophe Milliarden verdienen und die deshalb ihre Milderung so lange wir möglich hinausschieben wollen. Und dieses Auftreten erlaubt es Rose, als Aufsichtrat und Berater in der Steiermark und in Österreich eine Politik zu beeinflussen, die der jetzigen und zukünftigen Bevölkerung verpflichtet sein muss und nicht den Öl- und Gasfirmen, in denen Rose seine Karriere gemacht hat.
Rose ist kein Klimaleugner, und er arbeitet auch nicht mit offensichtlichen Falschinformationen. Es ist möglicherweise nicht einmal seine persönliche Absicht, eine entschlossene Klimapolitik zu blockieren. Er ist aber kein neutraler „Energieexperte“ sondern ein langjähriger Stratege und Interessenvertreter in einer Branche, die jedes Interesse daran hat, das Öl- und Gasgeschäft noch so lange wie möglich fortzusetzen.
Es ist journalistisch, wissenschaftlich und politisch nicht zu rechtfertigen, Rose als neutralen Experten auftreten zu lassen. Wer würde einen noch aktiven altgedienten Anwalt der Mafia in der Öffentlichkeit ohne Warnung als Experten für den Umgang mit dem organisierten Verbrechen präsentieren? Journalismus, Wissenschaft und demokratische Politik sind dem Gemeinwohl verpflichtet. Sie müssen Manipulation durch Interessenvertreter ausschließen – vor allem, wenn es um Leben und Gesundheit von Millionen geht und wenn die Interessen einer Branche betroffen sind, deren Skrupellosigkeit seit Jahrzehnten bekannt ist.
In einem Punkt hat Rose sicher Recht: In Politik und Medien fehlt es dramatisch an Wissen über Energie und Energiewirtschaft. Die Zusammenhänge von technischen, wirtschaftlichen, ökologischen und politischen Faktoren sind in diesem Gebiet sind so komplex und intransparent, dass außerhalb der an Profiten interessierten Unternehmen kaum jemand die Ressourcen hat, sich mit ihnen zu beschäftigen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sind schwer zu kommunizieren und für viele unbequem. Nur wenige Zeitungen leisten sich Journalistinnen und Journalisten, die zur Energiewirtschaft und ihrer Macht recherchieren. Das macht es den Branchenvertretern leicht, selbst als neutrale Fachleute aufzutreten und direkt oder indirekt diejenigen in Wissenschaft und Klimabewegung zu diskreditieren, die die Öffentlichkeit über die Folgen von Öl und Gas alarmieren.
George Monbiot spricht vom „pollution paradox“ (Monbiot, 2017). Diejenigen, die den Planeten zerstören, um große Gewinne zu machen, haben den größten Bedarf danach, die Öffentlichkeit zu beeinflussen und auch die größten finanziellen Mittel dazu. Deshalb sind sie dabei erfolgreicher als alle, die weniger Ressourcen zur Verfügung haben. Rose hat seine Karriere im Dienste der Verschmutzer des Planeten gemacht. Er ist ein Knoten im österreichischen Teil ihrer Netzwerke. Wenn wir auf ihn und seinesgleichen hereinfallen, tragen wir dazu bei, seine Prognosen wahrzumachen.

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