Ich fliege von Frankfurt zurück nach Graz. Ich habe über das Wochenende meinen Vater besucht und gestern mit Sascha Stoltenow und Stefan Evertz über das neue Curriculum gesprochen, das wir für #COS vorbereiten. Ich habe diesmal von Frankfurt nicht viel gesehen—die Skyline bei der Einfahrt in den Bahnhof, gestern die Hochhäuser im Westend auf dem Weg zu Sascha und dann wieder einmal die EZB, weil ich mich mit Stefan bei den Coffee Fellows in der Hanauer Straße treffe.

Blick aus dem Flugzeugfenster

Ich mag Frankfurt. Ich mag die Geschäftsmäßigkeit und das Tempo, ich mag die urbane, kapitalistische Ausstrahlung, die unbescheidene Architektur und vor allem die Internationalität. Die Menschen in der S6 nach Bad Vilbel sind so gemischt wie in London oder New York. Eben, vor dem Abflug, habe ich meinen Kaffee von einer Frau bekommen, zu deren Dienstkleidung eine Namensschild mit einer deutschen, einer britischen und einer äthiopischen Flagge gehört. Es zeigt, welche Sprachen sie spricht. Für mich steht es für ein zivilisiertes Verständnis von Begriffen wie „Heimat“ und „Identität“: Identifizieren will ich mich nur mit einem Patchwork, mit einer Kombination von Fragmenten, die auf andere Fragmente verweisen, und die man auch anders kombinieren könnte.

In Deutschland sind verschwitzte Trachtenjankerträger auf dem Vormarsch, und in dem Land, in das ich zurückreise, sind sie an der Regierung. In Ungarn vertreiben hasserfüllte Provinzler wieder einmal die Intelligenz. Solche Leute können mich leicht provozieren und ich helfe ihnen damit noch, auf sich aufmerksam zu machen. Die Frankfurter Atmosphäre ermutigt mich, ruhig zu bleiben und sie selbstbewusst zu verachten. Buntheit und Beweglichkeit sind reizvoller als Regression und Monotonie.

„Merkqualität“—Notizen zu Ernst Giselbrecht

Ich versuche die Notizen zu ordnen, die ich mir am Dienstag beim Vortrag von Ernst Giselbrecht im Haus der Architektur gemacht habe. Vorgestellt wurde die neue Publikation Ernst Giselbrecht + Partner – Vernetzte Architektur über die Projekte des Büros in den vergangenen 10 Jahren. 

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Facebook? Nur noch im Container!

Maël Roth hat sich neulich auf Facebook knapp und deutlich gegen die Kritik an den sozialen Medien gewendet, die inzwischen zur einem Thema der Hauptnachrichten geworden ist. Ich habe selbst in der letzten Zeit auch einiges dazu geschrieben, und ich kann noch nicht sagen, dass ich zu einer eindeutigen Position gefunden habe. Ich habe mich jetzt pragmatisch erst einmal dafür entschieden, bei allen meinen mobilen Geräten Facebook und auch den Facebook Messenger zu löschen. Auf dem Computer verwende ich den Facebook Container von Mozilla. Ich verhindere also, dass Facebook Daten über mein Surfverhalten bekommt, und, was mir noch wichtiger ist, ich komme gar nicht in Versuchung, ständig auf jedem Gerät in meinen Facebook-Newsfeed zu gehen. Ich bin schon vor einiger Zeit dazu übergegangen, kurze Posts nicht über Facebook zu schicken, sondern über mein Microblog, von wo sie dann automatisch (oder manchmal auch manuell) auf Facebook weitergeschickt werden.

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Split 3

Split 3: Wohnsiedlung von Vladimir Mušič und Marjan Bežan

Spaziergang durch eine Utopie

Auf dem Weg nach Dubrovnik haben wir am Wochenende für zwei Nächte in Split haltgemacht. Wir hatten uns auf diesen Besuch nicht vorbereitet. Wir wussten vorher nur, dass wir noch etwas anderes sehen wollten als den Stadtkern. An ersten Abend habe ich das beklemmende Gefühl gehabt, dass man in einer Altstadt wie der von Split kaum noch selbst bestimmen kann, wie man sie sehen möchte—so konsequent ist sie als museales Kulturdenkmal aufbereitet und mit den Institutionen der Tourismus-Branche verzahnt.

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Gerhard Rühm im Kulturzentrum bei den Minoriten

Monika Lichtenfeld, Gerhard Rühm, Paul Pechmann

Gerhard Rühm hat gestern im Kulturzentrum bei den Minoriten gelesen. Für mich war es ein seltsames Wiedersehen. In den 70er Jahren bin ich durch eine Vorlesung von Gerhard Rühm bei den Germanisten in Köln auf die experimentelle deutsche Literatur gestoßen. Einige Passagen gestern waren, wenn ich mich richtig erinnere, wie aus seinem Vortrag damals übernommen. Was mir gestern aufgegangen ist: Die Rolle der Simultaneität bei Rühm, das Erzeugen von Konstellationen.

Auf dem Bild oben: Gerhard Rühm, Monika Lichtenfeld und Paul Pechmann lesen das Minidrama "Zwei Personen wollen guter Laune sein".

Contentstrategie oder Content-Marketing? Kristina Halvorsons SXSW 2018-Präsentation

Kristina Halvorson hat bei des SXSW 2018 dargestellt, was sie heute unter Inhaltsstrategie versteht. Wahrscheinlich kann niemand in der Contentstrategie-Community so gut wie sie für Nicht-Contentstrategen auf den Punkt bringen, was Contentstrategie ist, und dabei die Punkte treffen, in denen die meisten Contentstrateginnen und -strategen übereinstimmen. Weiterlesen „Contentstrategie oder Content-Marketing? Kristina Halvorsons SXSW 2018-Präsentation“

Teacher Training

Workshop mit Rahel Bailie, Saschas Stoltenow und Robert Gutounig

Im Herbst haben wir in unserem Studiengang mit einer kleinen Gruppe von Lehrenden ein teacher training begonnen. Meine Kollegin Jutta Pauschenwein hat es in ihrem Blog ausführlich beschrieben. Als ich damals sagte, dass ich auch mitmachen möchte, hat sie mich gewarnt, dass ich sicher nicht die Zeit dazu haben würde, und leider hat sie auch Recht behalten. Ich habe nur am Rande mitgemacht, Weiterlesen „Teacher Training“

Gutenberg? Markdown? – Ich muss neu über das Schreiben für das Web nachdenken

Am Wochenende habe ich es endlich geschafft, mein Blog wieder auf WordPress umzustellen. Ich tue das hauptsächlich, weil ich IndieWeb-Technologien ausprobieren will, die ich mit Ghost nicht verwenden kann. Außerdem bietet WordPress viele Möglichkeiten, z.B. für die Suchmaschinenoptimierung, die es bei Ghost so nicht gibt oder die ich mit meinem technischen Wissen jedenfalls nicht ausnutzen kann. Weiterlesen „Gutenberg? Markdown? – Ich muss neu über das Schreiben für das Web nachdenken“